Praktisch ein Jahrhundert lang war der Wolf aus Baden-Württemberg und der Bodenseeregion vertrieben. Jetzt gab es aufsehenerregende Sichtungen eines jungen Wolfsrüden in Überlingen und Stockach. Ist das sagenumwobe Raubtier zurück?

Deutsche Presse-Agentur

Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU) kann sich einem Zeitungsbericht zufolge einen Abschuss von Wölfen unter Umständen vorstellen. Wenn die Bewirtschaftung von Weiden durch den Wolf gefährdet wäre, „dann würde ich mich klar gegen den Wolf entscheiden“, sagte er der „Heilbronner Stimme“. „Dann wäre der Punkt gekommen, an dem wir sagen müssten: Der Wolf passt in diese dicht besiedelte Kulturlandschaft nicht mehr hinein, er muss abgeschossen werden.“

Für ihn sei klar: lieber eine Art weniger als 10, 20 oder 30 andere, die aussterben müssten, sagte Hauk dem Blatt. Er sieht die Gefahr, dass Bauern das Interesse an der Weidehaltung wegen des Wolfes verlieren könnten.

Wer hat den Wolf von Überlingen erschossen?

Anfang Juli war im Schwarzwald ein Wolf gefunden worden, der erschossen wurde. Zuvor war er mehrmals in der Bodenseeregion gesichtet worden. Die Staatsanwaltschaft Freiburg leitete daraufhin ein Ermittlungsverfahren ein.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) stellte in der „Passauer Neuen Presse klar: „Der illegale Abschuss eines Wolfes oder Luchses ist eine Straftat.“ Die Jagd auf Wölfe trage zudem nicht dazu bei, dass weniger Nutztiere gerissen würden, sagte sie. Entscheidend sei nicht die Größe des Wolfsbestands, sondern „wie gut oder schlecht vor allem Nutztiere geschützt sind“.

Praktisch ein Jahrhundert lang war der Wolf aus Baden-Württemberg und der Bodenseeregion vertrie.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen