AfD-Protest gegen Moschee: Türkischstämmige Journalistin attackiert

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Schwäbische Zeitung
Deutsche Presse-Agentur

Bei einer AfD-Kundgebung gegen den Neubau einer Moschee in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) hat die Polizei am Samstag eigenen Angaben zufolge rund 150 linke Gegendemonstranten auf Abstand gehalten. Die Veranstaltungen seien „abgesehen von einigen kleineren Schubsereien überwiegend friedlich verlaufen“, sagte der Sprecher des Ludwigsburger Polizeipräsidiums, Peter Widenhorn. Dem Aufruf der AfD zu der Protestkundgebung folgten nach Schätzungen der Polizei rund 200 Menschen.

Allerdings wurden laut Mitteilung während der Versammlungen „kleine veranstaltungstypische Delikte“ registriert — „darunter eine versuchte Körperverletzung, zwei Sachbeschädigungen und ein Verstoß gegen das Waffengesetz“.

Übergriff von Vermummten

Im Anschluss an die Kundgebung sei es in der Innenstadt zu einem Übergriff von mehreren Vermummten auf Teilnehmer der AfD-Veranstaltung gekommen. Dabei sei eine Person leicht verletzt worden. Die Polizei nahm zwei Tatverdächtige vorläufig fest. Die Ermittlungen zu weiteren Beteiligten dauerten noch an.

Journalistin angegriffen

Den Stuttgarter Nachrichten zufolge wurde offenbar auch eine Fernsehjournalistin türkischer Herkunft attackiert. Der Zeitung zufolge sei sie verbal und mit einem Nackenschlag angegriffen worden, als sie im Publikum der AfD-Kundgebung für eine Dokumentation filmte.

Anfangs hätten einige der Gegendemonstranten versucht, Zugänge zu der Kundgebung zu blockieren. Dabei sei es zu Rangeleien gekommen, bei denen aber niemand verletzt worden sei. Für die Trennung der beiden Lager seien Gitternetze eingesetzt worden.

Die AfD will erklärtermaßen den Bau einer Moschee des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Ditib verhindern. Der von Ditib geförderte „politische Islam“ sei nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, erklärten Vertreter der Partei. Auf Postern der Gegendemonstranten, die auch Trillerpfeifen einsetzen, war zu lesen: „Kein Platz für rechte Hetze in Kornwestheim“ und „Gestern Juden. Heute Muslime. Und morgen Du!“.

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