Adenauer-Enkel Stephan Werhahn (Foto: dpa)

CDU, Freie Wähler und jetzt wieder CDU: Adenauer-Enkel Stephan Werhahn kehrt zu seinen christdemokratischen Wurzeln zurück, und zwar diesmal in Baden-Württemberg. Vor kurzem ist der 59 Jahre alte Euro-Rettungsschirm-Kritiker der Stuttgarter CDU beigetreten - „um Dinge weiterzuführen“, wie er der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Die CDU im Südwesten gehe durch eine schwierige Zeit. Spätestens seit den Machtverlusten im Land sowie bei den OB-Wahlen in Stuttgart und Karlsruhe suchten die Konservativen nach Wegen aus der Krise.

Abdriften der Freien Wähler in die Bedeutungslosigkeit

Den Freien Wählern gehörte Werhahn rund zehn Monate an und war auch deren Spitzenkandidat. Er schätze deren eurokritische Haltung und Bürgernähe, sagte er. Grund für seine Abkehr seien Differenzen in und mit der Partei gewesen. Werhahn fürchtete ein Abdriften der Freien Wähler in die Bedeutungslosigkeit. „Ich möchte nicht zum Steigbügelhalter eines rot-grünen Regierungswechsels im Bund werden.“

Christdemokraten luden ihn schließlich nach Stuttgart ein. Mit ihnen will er jetzt - nach dem Beitritt - einen passenden Platz für sich suchen, etwa im Bundestag oder Landtag. „Da bin ich offen.“ Die Landeshauptstadt ist ihm gut vertraut. „Ich habe meinen zweiten Wohnsitz in Stuttgart und habe hier sieben Jahre gearbeitet“ - unter anderem bei der LBBW und bei Bosch.

Auf ein genetisches Viertel von Bundeskanzler Konrad Adenauer will Werhahn sich nicht reduzieren lassen. „Ich bin ein eigenständig denkender Mensch“, betonte er. Als solcher möchte er den eurokritischen Flügel in der CDU stärken und mehr direkte Demokratie ermöglichen. Mit einem Lachen sagt er: „Ich kann sogar mit der Bahn verhandeln. Da habe ich zehn Jahre einschlägige Erfahrung als Siemens-ICE-Manager.“

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