Reaktor
Der Reaktor Fessenheim 2 läuft wieder. (Foto: Patrick Seeger / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Nach fast zwei Jahren vom Netz ist einer der beiden Reaktoren des elsässischen Kernkraftwerks Fessenheim wieder hochgefahren worden. Er sei wieder am Netz, sagte eine Sprecherin des Betreibers EDF am Montag. Auf der Webseite des französischen Übertragungsnetzbetreibers RTE hieß es, die Produktion werde nun schrittweise gesteigert.

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) sagte, es gebe grundsätzlichen Zweifel am sicheren Betrieb des Kernkraftwerks. „Obwohl die französische Atomaufsicht nach ihren Überprüfungen die Sicherheitsbedenken ausgeräumt sieht, halte ich die Entscheidung, Fessenheim wieder anzufahren, für falsch und riskant.“ Untersteller erinnerte daran, dass Fessenheim nach Beschluss der französischen Regierung spätestens Anfang 2019 ohnehin ganz abgeschaltet werden soll.

Auch die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Sylvia Kotting-Uhl, sagte: „Der Weiterbetrieb von Fessenheim ist unverantwortlich. Stünde das AKW auf unserer Seite der Grenze, es müsste nach dem Prinzip Gefahr in Verzug sofort stillgelegt werden.“

Der Druckwasserreaktor Fessenheim 2 war Mitte Juni 2016 abgeschaltet worden, weil die französische Atomaufsicht zeitweise ein Prüfzertifikat entzogen hatte. Im vergangenen Monat hatte die Behörde dann grünes Licht gegeben, damit dürfen wieder beide Reaktoren in Fessenheim Strom produzieren.

Die Anlage in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze ist das älteste noch laufende Atomkraftwerk Frankreichs und gilt Kritikern als Sicherheitsrisiko. Die Pariser Regierung hat die Schließung versprochen, nach derzeitiger Planung soll das Kraftwerk Ende 2018, Anfang 2019 vom Netz gehen. Dies ist jedoch an die Inbetriebnahme eines neuen Reaktors in Flamanville am Ärmelkanal geknüpft.

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller kritisierte das Wiederhochfahren von Reaktorblock 2. „Obwohl die französische Atomaufsicht nach ihren Überprüfungen die Sicherheitsbedenken ausgeräumt sieht, halte ich die Entscheidung, Fessenheim wieder anzufahren, für falsch und riskant“, teilte der Grünen-Politiker mit.

Mitteilung Atomaufsicht, Frz.

Webseite mit Darstellung der jeweils aktuellen Stromproduktion in Fessenheim 2

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