87-Jähriger stirbt nach mutmaßlicher Tötung von Ehefrau

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Deutsche Presse-Agentur

Ein 87-Jähriger, der in Stuttgart seine 91 Jahre alte Ehefrau umgebracht haben soll, ist tot. Er starb am Donnerstag im Krankenhaus an den Verletzungen, die er sich selbst zugefügt hatte, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Er soll am Mittwoch erst seine Frau getötet und dann versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen. Besorgte Bekannte hatten die Einsatzkräfte alarmiert. Er sei nicht mehr vernehmungsfähig gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Die Ermittler halten einen erweiterten Suizid für möglich. Davon ist die Rede, wenn ein Mensch sich töten will, zuvor aber andere umbringt. Erst Ende März soll ein 90-Jähriger in Reutlingen seine 86 Jahre alte Ehefrau und dann sich selbst getötet haben.

Erweiterter Suizid im Alter kommt nach Einschätzung des Mannheimer Gerontologen Uwe Sperling immer wieder vor. „Im Unterschied zu jungen Jahren wollen Menschen im Alter oft nicht allein weiterleben“, sagte Sperling, der im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention sitzt. Vor allem wenn einer der Eheleute oder beide krank seien, ziehe man einen gemeinsamen Tod manchmal als letzten Ausweg in Betracht.

Zahlen liegen dazu nicht vor. Allerdings haben alte Menschen deutschlandweit die höchste Suizidrate - fast die Hälfte aller Männer und Frauen, die sich das Leben nehmen, sind über 60 Jahre alt.

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