30 Prozent mehr Steuern - Experten fordern spürbare Preiserhöhungen für Zigaretten

Lesedauer: 5 Min
Rauchen soll nach Meinung der Experten deutlich teurer werden.
Rauchen soll nach Meinung der Experten deutlich teurer werden. (Foto: Julian Stratenschulte / dpa)
Deutsche Presse-Agentur

Spürbare Preiserhöhungen für Zigaretten sollen nach Ansicht einer Expertin des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) das Rauchen eindämmen.

„Wir schlagen eine Steuererhöhung von 30 Prozent in drei Schritten vor“, sagte Ute Mons vom DKFZ am Mittwoch in Heidelberg. Höhere Preise hätten vor allem auf preissensible Jugendliche abschreckende Wirkung. Langfristziel müsse ein rauchfreies Deutschland bis 2040 sein, wie es Finnland bereits anstrebe. Tabaksteuererhöhungen seien die wirksamste Maßnahme gegen das Rauchen.

„Das Rauchen ist der bedeutsamste, aber vermeidbare Risikofaktor für nicht übertragbare Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen“, sagte Mons, die Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention ist. Die Sucht, der 26 Prozent der Männer und 18,5 Prozent der Frauen anhängen (Stand: 2017), verursache 120.000 Todesfälle pro Jahr, erläuterte sie bei der 17. Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle.

DAK-Gesundheitsreport Sucht 4.0 vorgestellt
Alkohol, Zigaretten und Computerspiele sind für viele Beschäftigten in Baden-Württemberg ein Problem. So geht es aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport „Sucht 4.0“ hervor, den die Krankenkasse heute in Stuttgart vorgestellt hat.

Nach Berechnungen von Tobias Effertz von der Universität Hamburg sind die volkswirtschaftlichen Kosten des Rauchens von knapp 80 Milliarden Euro im Jahr 2008 auf 97,2 Milliarden Euro 2018 gestiegen. Darin enthalten sind etwa Kosten für die Behandlung von rauchbedingten Krankheiten, für Pflege und Reha, Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung. Würden diese Kosten in den Kaufpreis eingerechnet, würde eine Packung Zigaretten bei um die 14 Euro liegen.

Zigarettenstummel wegschmeißen wird teurer.
Die meisten der gerauchten Zigaretten landen nicht im Aschenbecher, sondern auf dem Boden. Das stinkt unserer Redakteurin gewaltig.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen