Suchergebnis

Mehr als 100 Teilnehmer von zivilgesellschaftlichen, kommunalen und kirchlichen Initiativen haben sich am zweiten Entwicklungspo

Welche Strategien verhelfen zu einer besseren Welt

Zum zweiten Entwicklungspolitischen Dialog der Landesregierung haben Dutzende von zivilgesellschaftlichen, kommunalen, kirchlichen Initiativen den Schwörsaal gefüllt. Unter dem zentralen Slogan „Global denken, lokal handeln“ tauschten sie sich über Strategien für eine nachhaltigere, gerechtere, ökologischere und friedliche Welt aus. Handeln einte die weit mehr als 100 Teilnehmer, statt mit politischen Statements zu beruhigen und von den globalen Konflikten ablenken, wie sie es der Politik, regional wie international, vorwarfen.

Gypsy Swing begleitet Wolfram Frommlets Lesung aus Lolo Reinhardts Erinnerungen.

Überleben am Rand der Gesellschaft

Musiker waren und sind bis heute viele im Sinti-Clan Reinhardt, angefangen beim legendären Django Reinhardt. Daher hat es nahegelegen, dass Wolfram Frommlet für seine Lesung aus Lolo Reinhardts Erinnerungen eine Gypsy-Band eingeladen hat, die den Donnerstagabend im vollen Theater Ravensburg musikalisch begleitete.

Mit Gesang, Klavier, Gitarre und Bass haben Denisa, Bobby und Franky Guttenberger sowie Kolja Legde die Erzählungen umrahmt.

 Pat Metheny mit dem eigens für ihn gebauten Instrument namens Picasso spielte in der Oberschwabenhalle.

Wie der moderne Jazz nach Ravensburg kam

Wenn man Gerhardt Reuther und Thomas Fuchs erzählen hört, vom ersten Konzert am 15. April 1994, mit dem lokalen Bel Art Trio im „Bacchus“ unter dem frisch gegründeten Verein Jazztime, und dann holen sie nochmals tief Luft und schwärmen über die 35 Bands, die sie aus der halben Welt zum Landes-Jazz-Festival im November 25 Jahre später engagierten, dann hat man das Gefühl, sie waren am verrücktesten Start-up beteiligt, das es jemals in dieser Stadt gab – und für eines der schönsten Produkte: Jazz.

Hellwach: der 90-jährige Rolf Kühn in Weingarten.

Rolf Kühn beim Jazztalk in der „Linse“

Der Anfang ist schwer gewesen, unmenschlich schwer. Das erfahren die vielen Besucher beim Jazztalk in der „Linse“ Weingarten, im Rahmen des Landesjazzfestivals. Der Autor und Kulturjournalist Wolfram Frommlet moderiert bestens vorbereitet, Rolf Kühn ist hellwach, feinsinnig, humorvoll. Noblesse ohne Attitüde.

Da hatte ein junger Klarinettist 1500 Dollar zusammengespart, durch Auftritte in einem Nachtclub am Timmendorfer Strand, um in New York sein Glück zu versuchen.

Konstantin Ischenko (links) und Yoed Sorek sind gemeinsam im Speidlerhaus in Baienfurt aufgetreten.

Eine poetische Begegnung mit Charme und Tiefe

Im Jüdischen Museum Hohenems ist soeben eine Ausstellung mit dem Titel „Ende der Zeitzeugenschaft?“ eröffnet worden. Es gibt kaum noch Überlebende der Shoah, die in Schulen gehen können, zu historischen Tagungen. Dies gilt auch für Zwangsarbeiter, Sinti und Roma. Es bleiben Dokumentarfilme, Radio-Interviews und Literatur, die sie selbst geschrieben haben. Wie Victor Klemperers Tagebücher. Eine ganz besondere Form, über die Shoah zu berichten und Zeitzeugen-Oralität zu bewahren, ermöglichte am Abend vor der Reichspogrom-Nacht das Baienfurter ...

Über die Gräuel lokaler Geschichte

Es war ein ernster, ein erfreulicherweise sehr gut besuchter Abend im Ravensburger Medienhaus zu einem schmerzlichen Thema lokaler Geschichte, dem „Zigeuner-Lager“ im Ummenwinkel, den Gräueln, die den Sinti im Faschismus und noch danach angetan wurden. Beispielhaft die Klarheit der Sprache, die Absenz politischer Floskeln, die Sachlichkeit der kaum zu ertragenden Fakten, die es galt, auszuhalten: Den richtigen Ton traf gleich zu Beginn Chefredakteur Hendrik Groth als Moderator: überrascht war er, als „Fremder“ in dieser „Idylle“, heil den ...

 Christian Scott aTunde Adjuah, Flügelhorn, und Logan Richardson, Saxophon, 2016 bei einem Auftritt im Kulturzentrum Linse in We

Diese Fotos sind wie Jazz-Konzerte für ein ganzes Jahr

Ravensburg - Jazz-Fotos, wie man sie in der Provinz nie gesehen hat. Körperliche Konzentration und Ekstase, Lichteffekte in schwarz-weiß, die die Kanten und Dramatik des Modern Jazz in all seinen Varianten auffangen. Großstädtische, internationale Avantgarde verschmilzt mit deren Instrumenten, das Flügelhorn wird zum Körperfortsatz bei Christian Scott aTunde Adjuah aus New Orleans, der Norweger Eivind Arset versunken in seine intellektuell raffinierte Gitarre, der Armenier Tigran Hama-syan mit dem Cross-over-Folk am Piano.

 Alfred Schwartz auf einem Wochen-Markt.

Leder Schwartz fing an mit 30 Mark Eigenkapital

Wohl kaum ein Kind in dieser Stadt, das seit 1949 nicht seinen Schulranzen von Leder Schwartz bekommen hätte. Doch davor lagen so mühsame wie mutige Jahre des Firmengründers Alfred Schwartz und seiner Frau Gerlinde.

„Meine Eltern haben eine Heimat verloren und eine neue gewonnen“, sagt Sohn Helge Schwartz. Der Vater stammte aus einer Brauereifamilie in Zweibrücken, er studierte Brauerei-Ingenieur in Weihenstephan. Der Krieg machte alles zunichte.

Mit dabei beim Jazzfestival: US-Amerikanerin Rickie Lee Jones.

Frauenpower beim Landesjazzfestival in Ravensburg

„Jazztime Ravensburg proudly presents“... – ja, da können die Aktiven um Gerhard Reuter stolz sein. Zum zweiten Mal, nach 2003, hat der rührige Verein das Landesjazzfestival nach Ravensburg geholt. Damals ein Achtungserfolg, mit guten Jazzern, aber durchaus übersichtlich. Jetzt mit vielen internationalen Acts, wobei Kurator Thomas Fuchs weniger Wert auf Namen, sondern mehr auf das Besondere gelegt hat. Starke Frauen. Die vibrierende Londoner Szene.

Sprecher Wolfram Frommlet und Cellist Bernd Winkler bei ihrem Lesekonzert mit jüdischer Literatur und Musik im Evangelischen Mat

Wolfram Frommlets Lesekonzert trifft den Nerv jener Zeit

Wer Wolfram Frommlet kennt, und das sind in Ravensburg nicht Wenige, weiß, dass er in seinen Lesekonzerten keine leichte Kost serviert. Davon rückte er auch am Montag im Evangelischen Matthäus-Gemeindehaus nicht ab. Zusammen mit dem Cellisten Bernd Winkler widmete er sich jüdischer Literatur und Philosophie des 20. Jahrhunderts, verbunden mit persönlichen Annäherungen. Unter dem Motto „Sie waren die Avantgarde für eine bessere Welt“ blätterte das Duo Schicksale und Hoffnungen großer jüdischer Literaten auf.