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Eine fahrtüchtige Diesellok verlässt den Ringlokschuppen von 1933. Das Gebäude muss dringend saniert werden.

Ende der Zwangspause im Dampflok-Museum

TUTTLINGEN – Nach der corona-bedingten Zwangspause öffnet das Dampflok-Museum beim Tuttlinger Bahnhof am Sonntag, 12. Juli, wieder. Aber es kämpft mit dem Zahn der Zeit

Während Loks, Wagen und Gebäude ab Sonntag offen stehen, hat Museumsbetreiber Werner-Patrick Girrbach eine große Sorge: Im markanten Ringlok-Schuppen sind einige tragende Balken morsch und müssen ersetzt werden – dazu braucht es Personal, aber vor allem Geld.

Auf den regulären Betrieb hat das Balken-Problem keine Auswirkungen.

Mario Scholz (links), Inhaber der gleichnamigen Bauschreinerei und Denkmalpflege in Zimmern/Horgen, hat kürzlich die letzten der

Dampflokmuseum nimmt nächsten Schritt bei Sanierung

„Was gibt es Neues?“ So lautet regelmäßig die Frage vieler Besucher, die von nah und fern immer wieder das Deutsche Dampflok- und Modelleisenbahnmuseum im historischen Bahnbetriebswerk in Tuttlingen besuchen. Seit kurzem muss Betreiber Werner-Patrick Girrbach nur auf die Fensterfront des Museums zeigen: Im Juli wurden dort die letzten der originalgetreu restaurierten Fenster auf der unteren Fensterfront im Ringlokschuppen eingesetzt – sofort deutlich erkennbar bei der Einfahrt.

Tuttlinger Eisenbahnmuseum beherbergt 26 Dampfloks

Tuttlinger Eisenbahnmuseum beherbergt 26 Dampfloks

Zwischen 1860 und 1930 profitieren Tuttlingen und die umliegenden Gemeinden von dem stetig wachsenden Eisenbahnnetz. Es ermöglicht der Region einen wirtschaftlichen Aufschwung durch die Ansiedlung von Industriebetrieben. Als Ende der 1970er Jahre der Betrieb der Dampflokomotiven eingestellt wird, retteten viele Liebhaber diese Stücke. Auch in Tuttlingen steht noch heute eine Sammlung:

Auf der Originaldrehscheibe muss Werner-Patrick Girrbach noch selbst Hand anlegen, damit sie sich dreht.

Ausgefallene Sammelleidenschaft

Seit 1994 gehört der Familie Girrbach das ehemalige Tuttlinger Bahnbetriebswerk direkt an den Gleisen. Dort haben ihre Sammelstücke – insgesamt 26 Dampfloks – ihren Platz gefunden. Und in diese stecken sie viel Liebe und noch mehr Geld.

Auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks in Tuttlingen wird in diesen Tagen fleißig gearbeitet. Das ist zwar nichts ungewöhnliches den Betreiber und Helfer sind immer dabei, das Gelände weiter aufzuwerten.


Eigentümer Werner-Patrick Girrbach (rechts) zeigt Nils Schmid (links) und Georg Sattler, wie die Drehscheibe bedient wird.

Lokschuppen soll „Event-Kulisse“ werden

Zum vierten Mal haben am Freitagnachmittag der SPD-Ortsverein und -Kreisverband ein Sommerfest im Dampflokmuseum Tuttlingen gefeiert. Damit wollen sie das Gelände mit dem alten Lokschuppen mehr ins Bewusstsein der Tuttlinger rücken. Wenn nicht sogar zu einem kulturellen Treffpunkt machen. Aus diesem Grund hatte Baubürgermeister Willi Kamm heuer auch Nils Schmid, ehemaliger Minister für Finanzen und Wirtschaft und aktuell kunst- und kulturpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, zur Feier eingeladen.

Der Lokschuppen beheimatet eine Reihe von Dieselloks. Im Sommer finden dort aber auch Veranstaltungen statt. Damit die Besucher

Lokschuppen ist jetzt stöckelschuhgerecht

Ein wenig verloren wirken sie schon, die schwarzen alten Ladies am Radweg zwischen Tuttlingen und Möhringen, in direkter Nachbarschaft zur Kläranlage. Die Rede ist von den Dampfloks, die dort, im alten Bahnbetriebswerk, ihren Lebensabend verbringen. Im Sommer ist das Gelände für Besucher geöffnet. Werner-Patrick Girrbach betreibt es mit seiner Familie als Museum und will es nach und nach renovieren. Redakteurin Dorothea Hecht hat sich nach dem aktuellen Stand erkundigt.


Werner-Patrick Girrbach ist oft im Dauereinsatz.

„Die Begeisterung muss groß sein“

Andere würden an solch einer Mammutaufgabe verzweifeln – doch Familie Girrbach, Betreiberfamilie des Deutschen Dampflok- und Modelleisenbahnmuseums in Tuttlingen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, in jahrelanger Kleinarbeit Gebäude und Gelände zwischen Tuttlingen und Möhringen auf Vordermann zu bringen. Sabine Krauss hat mit Werner-Patrick Girrbach, Sohn der Betreiberin Ingrid Girrbach, über bereits Bewältigtes, noch Anstehendes und Visionen gesprochen.


Das Museum erhält neue Fenster.

Neue Fenster für Lokschuppen

Inzwischen wartet das Dampflokmuseum schon seit mehr als drei Jahren auf neue Fenster für die Westfassade. Am vergangenen Donnerstag war es nun soweit:

„Die ganze Familie freut sich sehr. Die Fenster sind ein wichtiger Schritt zum Abschluss der Fassadensanierung“, sagt Werner-Patrick Girrbach, Inhaber des Museums. Der Restaurator Mario Scholz aus Rottweil, dessen Team die Fenster eingebaut hat, hat schon zuvor mehrfach für das Dampflokmuseum gearbeitet.

Dampflokmuseum soll stärker genutzt werden

Oberbürgermeister Michael Beck will das Tuttlinger Eisenbahnmuseum stärker für Kultur und Tourismus nutzen und somit auch stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Gedacht ist unter anderem an Veranstaltungen auf dem historischen Gelände.

Das Tuttlinger Eisenbahnmuseum ist in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit: Es beherbergt nicht nur eine der letzten funktionstüchtigen Lok-Drehscheiben Deutschlands und so manche dampfgetriebene Rarität, es wird zudem komplett in Privatinitiative der Familie Girrbach betrieben.

Weg vom Image des Dampflok-Friedhofs

„Das ist ja wildromantisch hier“, entfährt es Landtagspräsident Guido Wolf (CDU) begeistert bei seinem Besuch im Deutschen Dampflok- und Modelleisenbahnmuseum am Bahnbetriebswerk in Möhringen. Der Landespolitiker ist wie sein Kollege Emil Buschle (CDU), erster Bürgermeister der Stadt Tuttlingen, im schwarzen Zwirn erschienen, auch wenn die Sonne bereits am Morgen auf die schwarz glänzenden Stahlkolosse brennt. Wolf möchte sich ein Bild davon machen, wie es um das Museum steht, ob es eine Zukunft hat und wie diese aussehen könnte.