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Die Übersetzerin Gabriele Leupold las im Kornhaus aus ihrer Übersetzung von Andrej Platonows Roman "Die Baugrube".

Im Sprachgehege einer trostlosen Realität

Die dritte und letzte Veranstaltung des ersten Teils 2018 der Lesungsreihe „neu aufgeblättert“ über das literarische Russland im Kornhaus galt einer prämiierten Übersetzerin und dem – nach Joseph Brodsky „so gut wie unübersetzbaren“ – Roman „Die Baugrube“ von Andrej Platonow aus dem Jahr 1929. Gabriele Leupold, freie Übersetzerin in Berlin und Preisträgerin des Jane Scatcherd-Preises 2018 der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung, stellte ihre Übersetzung – die vierte in 40 Jahren – einem kleinen, aber sehr interessierten Publikum vor, zu dem ...

 Der Stuttgarter Schauspielintendant Armin Petras hört Ende der Saison auf.

Rückblick auf die Intendanz von Armin Petras in Stuttgart

Vor fünf Jahren übernahm Armin Petras das Stuttgarter Schauspiel. Sein Vertrag läuft bis 2021, er verlässt die baden-württembergische Landeshauptstadt jedoch frühzeitig zum Ende dieser Spielzeit. Am Wochenende hatte seine Inszenierung von Orwells Roman „1984“ Premiere.

Den Stuttgartern kann man eines nicht vorwerfen, dass sie sich nicht mit Armin Petras auseinandergesetzt hätten. Das Problem liegt wohl eher in der Annahme der Stuttgarter, Petras habe sich nicht genügend mit ihnen auseinandergesetzt.

Andrej Platonow «Tschewengur»

Platonow zum Zweiten: Wilder Ritt in die Apokalypse

Nach dem Schaufeln der Proletarier am eigenen Massengrab in der kommunistischen Baugrube jetzt eine Reise nach Tschewengur. Die Bolschewiken liquidieren hier für das klassenlose Paradies erstmal alle Bürgerlichen. Wie wunderbar, dass Suhrkamp ein Jahr nach der „Baugrube“ auch „Tschewengur“, das zweite Hauptwerk von Andrej Platonow (1899-1951) aus dem postrevolutionären Russland der 20er Jahre, neu herausgebracht hat.

Die im Untertitel angekündigte „Wanderung mit offenem Herzen“ ist ein wilder, immer wieder hypnotisch anziehender, ...

«Baugrube»

Andrej Platonow über einen mörderischen Sozialismus

So niederschmetternd und schön, befremdlich und vertraut zugleich lässt sich eine durchwachte Nacht umschreiben:

„Aber für den Schlaf brauchte es die Ruhe des Verstandes, seine Zutraulichkeit zum Leben und das Verzeihen durchlebten Kummers, und Woschtschew lag in trockener Anspannung des Bewusstseins und wusste nicht - ist er nützlich auf der Welt oder kommt alles glücklich ohne ihn aus?“

Andrej Platonows 1930 geschriebener und von Gabriele Leupold jetzt neu übersetzter Roman „Die Baugrube“ ist so prall gefüllt mit ...

Oper "Faust"

Castorfs „Faust“ wird in Stuttgart bejubelt

Fulminanter Spielzeit-Start am „Opernhaus des Jahres“: Die Staatsoper Stuttgart hat mit einem von Kultregisseur Frank Castorf inszenierten „Faust“ das Publikum zum Jubeln gebracht.

Der 65-Jährige brachte das Liebesdrama um Doktor Faust und Margarethe zur süffigen Musik von Charles Gounod (1818-1893) in einer zwielichtigen Pariser Straßencafé-Szene auf die Bühne (von Aleksandar Denic) - mit einem teuflischen Mephistopheles, der das Paar mit Verjüngung, Luxus und Champagner-Rausch verführt.

Atalla Ayan und Mandy Fredrich

Castorf startet mit „Faust“ am „Opernhaus des Jahres“

Die vor einem Monat von Musikkritikern zum Opernhaus des Jahres erkorene Staatsoper Stuttgart hat mit einer umjubelten „Faust“-Premiere von Kultregisseur Frank Castorf die neue Spielzeit eröffnet. Der 65-Jährige brachte das Liebesdrama um den Gelehrten Faust und Margarethe zur süffigen Musik von Charles Gounod in einer zwielichtigen Pariser Straßencafé-Szene auf die Bühne (von Aleksandar Denic) - mit einem teuflischen Mephistopheles, der das Paar mit Jugend, Luxus und Rausch verführt.

Die Staatstheater Stuttgart sind das größte Dreispartenhaus Europas, da dürfen’s auch ein paar mehr Leute in der Chefetage sein:

Staatstheater Stuttgart stellen die neue Saison vor

In Stuttgart haben die Leiter der Staatstheater das Programm für die Saison 2016/2017 vorgestellt. Zu der brennenden Frage, wie es mit den Sanierungsplänen für das Opernhaus weitergeht, konnten sie nichts sagen. Neuigkeiten sollen erst nach der Verwaltungsratssitzung am 11. Juni bekannt gegeben werden.

Wie schon bei „Fairy Queen“ in dieser Spielzeit wird es auch in der kommenden wieder eine Zusammenarbeit der einzelnen Sparten geben. Der Chef des Schauspiels und der Hauschoreograf inszenieren am Opernhaus: Armin Petras führt Regie ...

Tumber Tor oder anarchistischer Rebell? Aurel Manthei spielt in München den guten Soldaten Švejk.

Der etwas andere Soldat Švejk

Jaroslav Hašeks Heimat waren die Kneipen Prags. Dort schrieb und las der tschechische Schriftsteller zufällig anwesenden Gästen die Geschichten eines „braven“ Soldaten vor. Ein seltsamer Kerl, dieser Švejk: War er ein anarchistischer Rebell im Gewande eines Tölpels oder nur ein tumber Tor in gefährlichen Zeiten? Frank Castorf hat dem berühmten „Schelmenroman“ aus dem Ersten Weltkrieg auf der Bühne des Residenztheaters in München jegliche Schelmenromantik ausgetrieben.

 Frank Castorf hat sich den Nachbau einer alten UdSSR-Lokomotive auf die Stuttgarter Bühne wuchten lassen. Die Schauspielerinnen

„Tschewengur“ in Stuttgart: Pferdchen lauf Galopp

Ist schon eine grandiose Bühne, die Aleksandar Denic da für Frank Castorf gebaut hat. Eine riesige nachgebaute Lokomotive aus der Frühzeit der UdSSR thront aufgebockt über einer verschachtelten Wohnlandschaft. So schafft man ein Bühnenensemble, das ein gesellschaftliches Gefüge abbilden kann. Auf einer Seite des sich drehenden Raums gibt es einen dreckigen Hühnerstall, der für Menschen bestimmt ist. Hier wohnt man, weil man nichts anderes hat. Auf der anderen Seite lockt ein Etablissement mit einer knallroten Leuchtschrift in kyrillischen ...

Tschewengur

Stalin-Terror in „Tschewengur“ - Castorf in Stuttgart bejubelt

Es ist eine Menge Holz, das Frank Castorf am Schauspiel Stuttgart auf die Bühne bringt. Wuchtig dreht sich der Koloss aus einer hölzernen Mühle, einer Bretterbude und einer gepanzerten sowjetischen Lokomotive mit der Aufschrift Josef Stalin vor dem Publikum. Es ist ein perfekter Spielplatz.

Gut fünf Stunden lang können sich die zehn Akteure in dem Video-Theater-Spektakel austoben. Aber nicht alle Zuschauer bleiben bis weit nach Mitternacht.