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Ein Lob auf die Barbaren

Die Standarderzählung aus dem Geschichtsunterricht geht ungefähr so: Am Anfang betätigte sich der Mensch als Jäger und Sammler. Es war eine gefahrenvolle und harte Existenz. Dann wurde er sesshaft und erklomm als Bauer eine neue Stufe der Zivilisation, auf der als Krönung schließlich die Staaten entstanden. Doch was, wenn diese Heldenerzählung gar nicht stimmt?

In seinem Buch „Die Mühlen der Zivilisation“ schreibt der renommierte US-Anthropologe James C.

Nora Bossong

Nora Bossong - Mit „Schutzzone“ auf der Longlist

Nora Bossong stellt oft große Fragen, auch in ihrem neuen Roman „Schutzzone“. Fluffige Strandlektüre waren die Bücher der in Bremen geborenen und in Berlin lebenden Autorin noch nie.

Wie wenige andere Schriftsteller ihrer Generation nimmt sie sich Themen mit Gewicht vor. „36,9°“ (2015), ihr Roman über den italienischen Philosophen und Kommunisten Antonio Gramsci, ist ein gutes Beispiel dafür - „Schutzzone“ ebenfalls.

Es ist der erste Roman der 37-Jähringen, der bei Suhrkamp erscheint, nach dem Gedichtband „Kreuzzug mit ...

Gelbe Bücher auf einem schwarzen Hintergrund

Buchkritik: Elena Ferrantes Roman „Tage des Verlassenwerdens“

Ob ihr die „Anonymität“ beim Schreiben hilfreich gewesen sei, wurde Elena Ferrante nach ihrem zweiten Buch „Tage des Verlassenwerdens“ (2002) gefragt. Und die unter Pseudonym publizierende Schriftstellerin antwortete damals, sie habe immer schon den Alltag vom Schreiben getrennt. „Um das Leben zu ertragen, lügen wir, am liebsten belügen wir uns selbst.“ Das lindere den Schmerz, gestatte uns, das Grauen des ernsthaften Nachdenkens zu umschiffen, die Schrecken unserer Zeit zu mildern und rette einen mitunter vor sich selbst.

«Baal»

Saufen mit Zebra: Berliner Ensemble zeigt „Baal“

Ein Dichter zieht besoffen durch Kneipen, verführt Frauen und stürzt andere ins Unglück. Davon erzählt Bertolt Brecht (1898-1956) in seinem Theaterstück „Baal“. Am Berliner Ensemble spielt nun die Österreicherin Stefanie Reinsperger die eigentlich männliche Hauptrolle.

Regisseur Ersan Mondtag (31) inszeniert die Geschichte wie einen Fantasyfilm von Tim Burton („Charlie und die Schokoladenfabrik“). Mit puppenartigen Kostümen, dicker Schminke, einem (nachgebauten) Zebra und schiefen Häusern, die aussehen wie in einem ...

Neues vom nordirischen Kult-Detective Sean Duffy

Nach den mörderischen 1980er Jahren hat sich der nordirische Detective Sean Duffy mit Kind und Freundin als Frührentner nach Schottland zurückgezogen. In seiner Heimat Carrickfergus arbeitet er nur noch als Teilzeit-Polizist.

Als letzten Fall muss er das Verschwinden eines jungen Mädchens aufklären. Ihr Auto wurde versenkt in einem Fluss gefunden, die Leiche jedoch nicht. Sean entdeckt, dass sie Kontakte zu diversen Herren zweifelhaften Charakters hatte.

Isabell Allende

Flucht und Exil: Isabel Allendes „Dieser weite Weg“

Es ist ein weiter Weg, den Victor Dalmau geht. Gehen muss. Der junge Katalane hat gerade mit dem Medizinstudium begonnen, als in Spanien der Bürgerkrieg (1936-39) ausbricht. Obwohl an Politik wenig interessiert, beschließt er, als Sanitäter die republikanische Armee zu unterstützen.

Sein jüngerer Bruder sucht an der Front die direkte Konfrontation mit Francos Armee. Beide jungen Männer stammen aus einer unkonventionellen Familie, die auf wundersame Weise auch noch zu einer Ziehtochter kommt: Roser, Tochter armer Bauern, entpuppt ...

Heinrich Böll - Theodor W. Adorno - Siegfried Unseld

Vor 50 Jahren starb Theodor W. Adorno

Auf dem Campus der Frankfurter Goethe-Universität steht ein Schreibtisch in einem Glaskasten. Ein Tisch, ein Stuhl eine Lampe, ein Metronom, ein Buch - das Denkmal erinnert an den Philosophen Theodor W. Adorno, der am 6. August vor 50 Jahren starb.

Auch wenn es nicht der historische Schreibtisch ist, hält das Kunstwerk doch die Erinnerung wach: an einen Denker, der im Nachkriegsdeutschland überragende Bedeutung hatte und in manchem bis heute aktuell ist, wie Adorno-Biograph Stefan Müller-Doohm sagt.

Lyriker Werner Söllner ist tot

Der Lyriker und frühere Leiter des Hessischen Literaturforums Werner Söllner (67) ist tot. Er sei am Freitag nach kurzer schwerer Krankheit gestorben, erklärten mehrere Vorstandsmitglieder des Literaturforums am Sonntag in Frankfurt.

„Wir verlieren mit ihm nicht nur einen ehemaligen Mitarbeiter, der den herausragenden Ruf des Hessischen Literaturforums über Jahre geprägt hat - sondern auch einen großen Dichter und nicht zuletzt einen Wegbegleiter und Freund, den wir schmerzlich vermissen.

Erfinderinnen und Verbrecherinnen: „Kick-Ass Women“

Eine New Yorker Verbrecherkönigin, eine Panzerkommandeurin, eine Piratin der Weltmeere - das sind nur drei von 52 außergewöhnlichen Frauen, die Mackenzi Lee in ihrem Sammelband „Kick-Ass Women“ (etwa Superfrauen) vorstellt.

Bewusst wählt sie nicht die üblichen Vorzeigefrauen aus Politik und Kultur, sondern solche, die gegen den Strich gebürstet sind. Das sind neben Trendsetterinnen und Erfinderinnen eben auch Kriegerinnen, Spioninnen oder Verbrecherinnen.

Hans Magnus Enzensberger

Hans Magnus Enzensbergers „Experten-Revue“

Hans Magnus Enzensberger erinnert sich angesichts seines bevorstehenden 90. Geburtstages im Herbst daran, „dass für unsere Spezies eine immer weiter zunehmende Lebenserwartung nicht vorgesehen ist“.

Der Schriftsteller zitiert damit in seiner jüngsten „Experten-Revue in 89 Nummern“ (Suhrkamp) den Schweizer Immunologen und Medizin-Nobelpreisträger Rolf Martin Zinkernagel. Die wichtigste evolutionäre Funktion des Menschen sei nunmal die Fortpflanzung, die sich gewöhnlich im Alter von 25 Jahren erfüllt habe.