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Klaus Wagenbach

Promi-Geburtstag vom 11. Juli: Klaus Wagenbach

Herzklausel schlägt Konsenslektorat. Wer auch gegen das Votum anderer Lektoren ein Buch veröffentlichen will, kann im Verlag Klaus Wagenbach diese Trumpfkarte ziehen. Solchen Individualismus lässt der als links bezeichnete Verlag zu. Auch Verlagsgründer Wagenbach, nach eigener Einschätzung halb Kommunist, halb Konservativer, muss die Herzklausel mitunter bemühen. Am 11. Juli wird er 90 Jahre alt.

Den eigenen Verlag verdankt er einem Rausschmiss und einer Wiese.

Elke Erb

Elke Erb erhält den Georg-Büchner-Preis

Hohe Auszeichnung für Lyrikerin und Dichterin Elke Erb: Die 82 Jahre alte Schriftstellerin bekommt den Georg-Büchner-Preis 2020. „Ihre Wirkungen sind von ungeheuerer Fortdauer, sie schreibt mit ungeheuerer Intensität weiter“, sagte der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Ernst Osterkamp, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Darmstadt. Der mit 50 000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland.

Neue Aspekte: „Liebesgrüße aus Nordkorea“

Der norwegische Künstler Morten Traavik kann sich rühmen, in Nordkorea Pionierarbeit geleistet zu haben. Er organisierte nämlich das erste Rockkonzert im Land.

Seine Beziehung zu der als äußerst verschlossen geltenden Nation währte an die zehn Jahre. So bekam er tiefere Einblicke als westliche Touristen, die sich meist nur für kurze Zeit dort aufhalten. Entsprechend informativ ist sein Buch „Liebesgrüße aus Nordkorea“.

Natürlich bietet es auch die üblichen bizarren Geschichten über das abgeschottete Reich, die man als ...

Suhrkamp Verlag

Der Suhrkamp-Verlag wird 70

Brechts „Mutter Courage“ ist lila. Judith Butlers „Körper von Gewicht“ leuchtet orange. „Die Ermittlung“ von Peter Weiss präsentiert sich in hellem Blau. In unzähligen bundesdeutschen Bücherregalen ist Literaturgeschichte auch ein Spiel der Spektralfarben.

Der bildungsbürgerliche Regenbogen aus Romanen, Gedichten oder philosophischen Analysen geht auf den Suhrkamp Verlag zurück, dessen Edition die Farbtupfer setzt. Nicht nur optisch hat der Verlag ein Stück Literaturgeschichte im Nachkriegsdeutschland geschrieben.

Jonathan Landgrebe

Suhrkamp-Verleger: Autoren sind Seismographen

Seit fünf Jahren ist Jonathan Landgrebe Vorstandsvorsitzender der Suhrkamp Verlag AG in Berlin. Vor dem 70. Geburtstag des Hauses erläuterte der Verleger der Deutschen Presse-Agentur (dpa) aktuelle Lage und Aussichten eines der wichtigsten deutschen Verlage.

Frage: Wo sehen Sie die wichtigsten Erfolge des Verlages? Antwort: Jedes Buch, das wir veröffentlichen, ist ein Erfolg. Und natürlich möchten auch wir Verkaufserfolge, die jedoch kann man nicht planen, nur selten jedenfalls.

Vincent Redetzki in einer Szene von „Wunde R“.

„Wunde R“ an den Münchner Kammerspielen

Jetzt dürfen sie doch noch! Nachdem Rheinland-Pfalz als erstes Bundesland die Theater wieder aus dem Lockdown entlassen hat, folgte nun auch Bayern. An den Kammerspielen München gab es nun den neuen Theatertext einer 26-jährigen Autorin, die sehr schnell zur Nachwuchsautorin des Jahres gekürt wurde und letzte Spielzeit Hausautorin des Mannheimer Nationaltheaters war: Enis Macis „Wunde R“, das eigentlich schon zu Beginn der pandemischen Quarantäne auf dem Spielplan stand.

Alexi Zentner - „Eine Farbe zwischen Liebe und Hass“

Falscher Stallgeruch

Kann man aus einer rassistischen Familie stammen und trotzdem ein guter Mensch sein? Das ist die zentrale Frage in Alexi Zentners Roman „Eine Farbe zwischen Liebe und Hass“.

Das Thema Rassismus wurde in der Literatur schon vielfach verarbeitet. Doch die Perspektive, die der US-amerikanische Autor („Die Hummerkönige“) hier anbietet, ist ungewöhnlich und spannend. Denn in den Mittelpunkt stellt er einen 17-jährigen Jugendlichen aus der literarisch eher selten gewürdigten weißen Unterschicht.

Maya Lasker-Wallfisch

Lasker-Wallfisch: Holocaust als Trauma der Enkelgeneration

Als Teenagerin sucht Maya Lasker-Wallfisch in ihrem Elternhaus nach Zigaretten und findet in einem Schrank eine Mappe. Darin sind Fotos von Leichenbergen, von Bulldozern, die die Toten in Gruben schieben und von ausgemergelten Körpern vor Holzbaracken. Es sind Aufnahmen aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen, darunter ein Bild ihrer Mutter.

Die 13-Jährige legt die Mappe zurück, verschließt die Schranktür, traut sich nicht zu fragen, woher die Fotos kommen und was sie mit ihrer Familie zu tun haben.

Raimund Fellinger

Suhrkamp-Cheflektor Raimund Fellinger gestorben

Der Cheflektor des Suhrkamp Verlages, Raimund Fellinger, ist tot. Fellinger, der auch Präsident der Internationalen Thomas Bernhard Gesellschaft war, starb am Samstag im Alter von 68 Jahren in Frankfurt am Main, wie der Suhrkamp Verlag am Montag in Berlin mitteilte.

Der Verleger Siegfried Unseld (1924-2002) hatte Fellinger bezeichnet als „den verläßlichsten Lektor, den sich bis zur Selbstaufgabe hingebenden Arbeiter am Text, den Mitdenker der Inhalte der Verlage, den Mann, der sich so bedingungslos für "seine" Autoren einsetzt“.

Lutz Seiler

Grenzenlose Freiheit: „Stern 111“ von Lutz Seiler

Kruso ist zurück! All jene, die diese Nachricht elektrisiert, weil sie Lutz Seilers preisgekrönten, gleichnamigen Vorgänger-Roman schätzen, werden vermutlich ohnehin zu „Stern 111“ greifen. Aber auch alle anderen könnten einen Blick in das Buch wagen.

Die Jury für den Preis der Leipziger Buchmesse hält „Stern 111“ auf jeden Fall für eine Empfehlung. Die Kritiker haben den Roman in der Sparte Belletristik ausgezeichnet. Nach der Absage der Buchmesse wegen des Coronavirus wurden die Preisträger am Donnerstag im Deutschlandfunk Kultur ...