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Rainer Rappmann mit dem Katalog zur Ausstellung „Ein Woodstock der Ideen“ zum 100.Geburtstag von Joseph Beuys.

„Ein Woodstock der Ideen“: Welch wichtige Rolle das kleine Achberg für Kunst und Politik und Joseph Beuys gespielt hat

Er ist nicht nur Künstler gewesen. Er hat immer auch gesellschaftliche Fragen diskutiert. Themen wie Ökologie, Wirtschaft und Geld, die heute wichtiger denn je erscheinen: Joseph Beuys hätte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert. Das nimmt das Museum Ulm zum Anlass für eine große Ausstellung über Beuys. In Achberg lebt ein Mann, der sehr gespannt darauf wartet: Aus dem Archiv von Rainer Rappmann stammen schließlich viele Dokumente, die in Ulm gezeigt werden.

Freuen sich über die Schenkung, v.l.: Stefanie Dathe, Iris Mann, Siegfried Weishaupt und Kathrin Weishaupt-Theopold.

Weiße Rose zieht ins Museum Ulm ein

Die Zeichnung „Untitled (White Rose)“ des amerikanischen Künstlers Robert Longo, eine Hommage an die Widerstandsgruppe Weiße Rose um Sophie und Hans Scholl, die die Stadt Ulm vom Sammlerehepaar Siegfried und Jutta Weishaupt als Schenkung erhalten hat, ist jetzt im Museum Ulm zu besichtigen.

Mit der Fertigstellung der Neuen Mitte im Zentrum Ulms erhielt die Stadt nach vielen Jahren einen Platz, der Hans und Sophie Scholl gewidmet ist. Seitlich begrenzt ist er durch das Rathaus, den Bau von Stephan Braunfels für die Sparkasse Ulm, die ...

 Stehen für Erfindergeist in Notlagen: Beinprothesen aus Südamerika aus der Sammlung eines kolumbianischen Unternehmers.

Museum Ulm zeigt Ausstellung „Transhuman“

Zwischen Hoffnung und Unbehagen liegt oft nur ein kleiner Schritt. Die Erfindung der beweglichen Beinprothese vor mehr als 200 Jahren war ein Segen für all die versehrten Soldaten der Napoleonischen Kriege. Implantierte Chips dagegen, die dem Träger beispielsweise ein erweitertes Sehen ermöglichen und untereinander auch noch digital vernetzt wären, werden bislang eher kritisch betrachtet. Dabei arbeitet der Mensch längst an seiner eigenen technischen Verbesserung, um die körperlichen Grenzen zu überwinden.

 Was bringt die Zukunft? Die Verschmelzung von Mensch und Robotik. Diesen Fragen stellt sich der Betrachter bei diesem Bild

Neue Ausstellung widmet sich dem menschlichen Wunsch der Optimierung

Wer den Normen menschlichen Aussehens nicht genügt, muss es in früheren Zeiten sehr schwer gehabt haben. Und es waren nicht wenige, die wegen kriegerischer Auseinandersetzungen, Krankheit, schlechter Ernährungs- und Gesundheitslage Gliedmaßen einbüßten. So kam, kaum erstaunlich, früh die Idee auf, verlorene oder fehlende Gliedmaßen zu ersetzen.

Als also Alfred Berblinger (der „Schneider von Ulm“) 1809 seine „künstliche Fußmaschine“ mit beweglichen Gliedern für die versehrten Soldaten der napoleonischen Kriege ersann, war er zwar ...

Museumsdirektorin Stefanie Dathe (links) freut sich über die konservatorisch korrekten Bedingungen im Neubau (rechts), der sich

Museum Ulm sichtet seine Sammlungsbestände

Lange hat man in Ulm auf Lagermöglichkeiten wie diese gewartet. Das neue zentrale Kunstdepot im Industriegebiet in der Blaubeurer Straße gehört zu den größten und modernsten im Südwesten. Im Herbst war Schlüsselübergabe, seither füllen sich die Regale mit dem kulturellen Erbe Ulms. Fünf Betriebe teilen sich die Lagerflächen, darunter sind auch die Stadtbibliothek und das Stadtarchiv. Mehr als die Hälfte der Fläche wird künftig vom Museum Ulm genutzt.

Kunstwerk

Virtueller Kunstgenuss in Zeiten der Corona-Krise

Immer mehr Museen in Deutschland digitalisieren ihre Bestände und machen sie per Internet zugänglich. Viele Kunsthäuser haben aufgrund der Corona-Pandemie besondere Initiativen entwickelt – auch hier im Südwesten und im benachbarten Vorarlberg. Sie bieten damit dem Publikum Abwechslung, Anregung und neue Perspektiven in der bleiernen Viruszeit. Andere halten sich dagegen bewusst zurück oder haben keine Kapazitäten für virtuelle Angebote.

Schlendern, schauen und staunen vom Sofa aus.

 Auch die Staatsgalerie Stuttgart Stuttgart schließt aufgrund der Corona-Krise ihre Türen.

Jetzt stiehlt das Virus selbst der Kunst die Schau

Am Freitagvormittag gab man sich in Stuttgart noch ganz zuversichtlich. „Die Museen bleiben geöffnet“, hieß es, nur wolle man auf Führungen und Vorträge oder große Vernissagen verzichten. Doch um die Ausbreitung des Coronavirus in den Griff zu bekommen, wurde gestern die Notbremse gezogen: Neben sämtlichen „Veranstaltungen in Kultur, Sport und Freizeit“ werde „mit sofortiger Wirkung“ der Betrieb von Clubs, Bars, Museen, Kinos und Bädern“ untersagt.

 Viel Platz: Die größten Räume im Depot werden vom Museum Ulm genutzt.

Schatzkammer im Industriegebiet

Ein bisschen feierlich ist einem schon zumute, wenn man durch das geöffnete Rolltor eintritt. Von außen sieht man es dem nüchternen Zweckbau nicht an, aber dort, im Industriegebiet an der Blaubeurer Straße, wird künftig das kulturelle Erbe Ulms verwahrt.

Deswegen ist es schon etwas Besonderes, einfach so in die Hallen marschieren zu können bei diesem Medientermin, bei dem sogar noch Blumensträuße verteilt und Sektgläser geleert werden. Zum 1.

 Die Käfer, die sie rief: Sabine Wieluch zwischen den von ihrem Bot „Bugs & Beetles“ generierten Insekten.

Wenn die Software zur Schöpferin wird

Das Museum Ulm braucht keinen Kammerjäger: Die Käfer, die in der neuen Ausstellung ausschwärmen, gibt es nur digital, auf Bildschirmen und als Projektion. Dafür in millionenfacher Ausführung: Die Form der Fühler und Beinchen, die Farbe der Flügel, alles kann man selbst bestimmen – oder einfach die Software entscheiden lassen, wie das Insekt aussieht. „Generative Art“ nennt man diese junge Form der Kunst, bei der der Künstler nicht mehr das Endprodukt erschafft, sondern nur die Regeln beziehungsweise den Code festlegt.

 Siegfried Weishaupt vor Robert Longos „Castles Made of Sand“ von 1999. Nun geht es um die Frage: Wohin mit Longos „Weißer Rose“

Wohin mit der Rose?

Die beiden Sammler Siegfried und Jutta Weishaupt haben kürzlich der Stadt Ulm das Original der „Weißen Rose“ von Robert Longo geschenkt, damit es dem Ort für immer erhalten bleibt. „Sehr großzügig“ findet das die SPD-Fraktion im Ulmer Gemeinderat – und fordert in einem Antrag, dass dieses Kunstwerk nicht ins Museumsdepot wandern darf, sondern angemessen präsentiert werden sollte.

Gleichzeitig schlagen die Sozialdemokraten vor, dass sich in Zukunft die Leitung des Museums der Kunst im Rathaus annimmt.