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Blumiges für die Taufe

Sprachplauderei: Blumige Vornamen

Dieser Tage wurde bei uns zu Hause zu unserem großen Bedauern eine verblühte weiße Amaryllis entsorgt, die über die Weihnachtszeit neben dem Christbaum ihren eigenen prachtvollen Akzent gesetzt hatte. Ihren Namen bekam diese allerdings meist tiefrote Pflanze von einer antiken Schönheit. Wobei sich die Quellen in der griechischen und römischen Dichtung widersprechen: Entweder war sie eine Nymphe, die einen verliebten Hirten zurückwies, oder aber sie war selbst eine Hirtin, die in unglücklicher Liebe zu einem Jüngling entbrannte.

Hoch Siegfried überm Bosporus

Sprachplauderei: Hoch Siegfried überm Bosporus

Für Aufsehen sorgte einst eine Winzergenossenschaft im südlichen Breisgau. „Macht die Frau ein Donnerwetter, trink ein Viertel Ehrenstetter“ stand bis Ende der 1980er auf ihren Weinflaschen. Manche fanden das witzig, manche überhaupt nicht, vor allem Frauen. Und so starteten sie eine Demarche, die letztlich für eine frauenpolitisch korrekte Etikettierung sorgte – mit Recht.

Nun scheint die problematische Verbindung von weiblichen Wesen mit Wetterphänomenen ein Charakteristikum zu sein.

Sprachplauderei

Nachdem sich im letzten Winter das ganze Ausmaß der Pandemie abgezeichnet hatte, war immer wieder die Rede von der Büchse der Pandora, die nun geöffnet sei – mit noch unabsehbaren schlimmen Folgen. Und auch nach fast einem Jahr scheint ja diese Büchse weiterhin offen zu sein. Aber es lohnt sich durchaus, diese Redewendung aus der griechischen Antike einmal näher anzuschauen. Denn der Pandora-Mythos ist hochkomplex, und er hat – je nach Lesart –ein tröstliches Ende.

Heimsuchungen

Sprachplauderei: Heimsuchungen

Am Sonntagmorgen ist die allwöchentliche Bach-Kantate eine liebgewordene Gewohnheit, auch am letzten Sonntag, dem 3. Advent. Auf dem Programm stand die Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ (BWV 147), von Bach ursprünglich geschrieben für den 4. Advent und später umgeschrieben für den 2. Juli zum Fest Mariä Heimsuchung, an dem des Treffens zwischen der schwangeren späteren Gottesmutter Maria und ihrer ebenfalls schwangeren Base Elisabeth gedacht wird.

Eine Schlittenpartie

Sprachplauderei: Eine Schlittenpartie

Weil wir letzte Woche mit William Shakespeare aufgehört haben, fangen wir diese Woche mit Wilhelm Busch an. Auf dem Titelblatt des „ZEIT“-Magazins vom 3.12.2020 prangte seine Bildergeschichte „Die Rutschpartie“:

Da kommt der Hans auf seinem Schlitten

vergnügt den Berg herabgeritten.

Grad geht der Küster da vorbei

und friert und denkt sich allerlei:

Schwupp! hat der Schlitten ihn erfasst.

Warum hat er nicht aufgepasst…

Und so weiter, bis nach dem Küster und dem Jäger ...

Zauberbuden, Budenzauber

Sprachplauderei: Zauberbuden, Budenzauber

Alle Jahre wieder pünktlich zum Advent streuen unsere Pop-Sender Christmas Carols, also Weihnachtslieder aus England und den USA, in ihr Normalprogramm ein wie die Rosinen in den Christstollenteig. Etwa SWR1 am 1. Dezember: Zwischen Michael Jacksons „You Are Not Alone” und „Dancing Queen” von ABBA ertönte ein feierliches „O Come, All Ye Faithful“. Wäre an dieser Stelle auch die deutsche Version denkbar gewesen? „Herbei, oh ihr Gläub’gen, fröhlich triumphieret, oh kommet, oh kommet nach Bethlehem!

Warten auf die Impfe

Sprachplauderei: Warten auf die Impfe

Wenn nicht die ganze Situation so belämmernd wäre, so könnte man Teilaspekte der Corona-Pandemie ganz prickelnd finden – etwa ihren Einfluss auf die Sprache. In den einschlägigen Instituten wird auch schon intensiv dazu geforscht. Eine große Hilfe sind dabei das Neologismen-Wörterbuch des IDS (Leibniz-Institut für deutsche Sprache) oder das Glossar zu Covid-19 des DWDS (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache). Für dieses Glossar wurden seit März Begriffe im Zusammenhang mit der Pandemie gesammelt – ob die Wörter nun dem medizinischen ...

Die Kirche als Taubenschlag

Sprachplauderei: Die Kirche als Taubenschlag

Der Gebrauch von Fremdwörtern ist eine Gratwanderung. Sie sind einerseits ein unentbehrlicher Bestandteil unserer Sprache, andererseits kann ihr Einsatz fragwürdig sein, wenn ein deutsches Wort denselben Dienst leistet und auf Anhieb verständlicher ist. Bei der Zeitungslektüre am Dienstag fanden sich zwei Beispiele für diese These: Meister im Adaptieren lautete die Überschrift zu einem Text über den Fußballer Robin Koch. Er sei ein Spieler, „der sich sofort höheren Aufgaben anpasst“ und „das Niveau schnell adaptiert“, schwärmte Bundestrainer ...

Der Schaumschläger

Sprachplauderei: Der Schaumschläger

Man stelle sich vor: Beim morgigen Fußballspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund steht es in der 78. Minute 1:1 unentschieden. Da brüllt Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge in Richtung Schiedsrichter: „Aufhören! Abpfeifen! Das reicht uns, wir gewinnen sowieso!“ Würden wir uns da nicht alle an den Kopf langen? Am Mittwoch hat Donald Trump genau das getan. Die Reaktionen in unseren Medien fielen dann auch dementsprechend aus.

Es ist nicht ohne Reiz, sich einmal Begriffe genauer anzuschauen, die angesichts dieser ...

Tabra und Tabrartha

Sprachplauderei: Tabra und Tabrartha

Gestern Abend war wieder Talk mit Maybritt Illner. Und am Sonntag ist Allerheiligen. Was hat denn das miteinander zu tun, werden Sie fragen. Es gibt sehr wohl eine Verbindung zwischen der TV-Moderatorin und dem Fest, an dem der heiligen Männer und Frauen gedacht wird. Denn in Familiennamen wie Illner, Ilgner, Ilg, Illies, Gilch, Gilg oder Gillies steckt der Name eines einst europaweit sehr populären Heiligen. Ägidius, oder kurz Egid, um 700 Gründer des berühmten Klosters St.