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Am 4. Juni 2021 brannten im nordirakischen Flüchtlingscamp Sharia 365 Zelte: 365 Familien verloren ihr Obdach.

Den Flammen schutzlos ausgeliefert: Aktion „Helfen bringt Freude“ bittet um Unterstützung

An jenen heißen Tag, den 4. Juni dieses Jahres, erinnert sich jeder Bewohner, jede Bewohnerin des Flüchtlingscamps Sharia im Nordirak ganz genau: Ein Großfeuer vernichtete 365 der 2000 Zelte, in denen seit sieben Jahren, seit ihrer Flucht vor der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS), etwa 12.000 Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden leben.

Die Flammen rasten von Zelt zu Zelt. „Die Hölle“, erinnert sich eine Bewohnerin, „wir hatten nichts zum Löschen, nicht einmal genügend Wasser.

 Der 35-jährige Shero Smo leitet das Flüchtlingscamp Mam Rashan im Nordirak. Er will seine Landsleute von der Flucht nach Europa

Sehnsuchtsort Deutschland: Krisen treiben Menschen zur Flucht

Menschen, die bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im Niemandsland zwischen Polen und Belarus ohne Perspektive im Freien ausharren. Menschen, die auf dem Flughafen der nordirakischen Kurdenhauptstadt Erbil nach missglückter Flucht und erzwungener Rückkehr stranden. Menschen, die von schlimmen Misshandlungen durch polnische und belarussische Polizisten berichten: „Klar, diese Bilder und diese Berichte sind hier bekannt“, sagt Shero Smo,

wer aber wirklich aus dem Irak fliehen will, der lässt sich davon nicht abhalten.

 Die Familie von Zedo Abdi Tamer (dritter von rechts) fühlt sich in Leutkirch mittlerweile pudelwohl. Auf dem Foto: Gisela Buck

Flucht einer jesidischen Familie nach Leutkirch: Sicherheit mit einem großen Manko

Zedo Abdi Tamer wohnt mit seiner Ehefrau und vier Kindern in einer Doppelhaushälfte in Leutkirch. Im Garten stehen mehrere Spielgeräte, im selbst gebauten Gewächshaus konnte die Familie vor einigen Monaten Gemüse ernten. Der Vater ist als Fliesenleger in einer Leutkircher Firma tätig, die Mutter kümmert sich tagsüber um den Nachwuchs und den Haushalt, die Kinder gehen in die Schule und den Kindergarten.

Nichts in dieser deutschen Familienidylle deutet auf die Odyssee hin, die die Jesiden vor einigen Jahren erlebt haben.

Junge Frauen unter sich: Hewan Fahmi Hassan begegnet jesidischen Geflüchteten und erkundigt sich nach Wohl und Wehe.

Weihnachtsspendenaktion der Schwäbischen Zeitung: Hewan Fahmi Hassan will Frauen stark machen

Es wird Abend im Nordirak, die Sonne sinkt. Im Camp Sheikhan, in dem 3200 Flüchtlinge leben, nimmt sich Campleiterin Hewan Fahmi Hassan Zeit für einen Rundgang durch die Zeltstadt: „Ich will wissen, wie es den Bewohnern geht, und dazu muss ich sie aufsuchen.“

Ihre Besucher aus Deutschland nimmt die 25-Jährige mit. „Hewan, unser Heizofen ist kaputt“, klagt eine Mutter. „Hewan, kannst du mit uns Fußball spielen“, fragt ein Junge. „Geht’s euch gut“, will Hewan von einer Gruppe junger Frauen wissen, die mit ihren Babys auf dem Weg zu ...

 Dieses Mädchen kennt kein anderes Leben: Es wurde schon in einem Flüchtlingscamp geboren.

„Helfen bringt Freude“ sichert Menschenwürde und baut Existenzen auf

Blitzblank, bereit für die Behandlung des nächsten Patienten: In der Zahnarztpraxis im Camp Sheikhan im Nordirak ist Zahnarzt Kishman Kawa Khiyo stolz, dass er zur Gesundheit der 3200 Geflüchteten entscheidend beitragen kann: „Zahngesundheit ist ganz wichtig dafür, dass sich die Menschen wohlfühlen, dass es ihnen gut geht“, sagt der Mediziner. Seit einigen Wochen arbeitet der 35-Jährige in der neuen Praxis und hat viel zu tun: „Langweilig wird mir nicht.

Bodensee Business Forum GZH

Irak wird kein zweites Afghanistan

Der bevorstehende Abzug der US-Truppen aus dem Irak wird die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zwar stärken, aber das Land nicht entscheidend destabilisieren: Diese Aussicht hat der Gouverneur der nordirakischen Provinz Dohuk, Ali Tatar, am Mittwoch auf dem BodenseeBusinessForum in Friedrichshafen gegeben.

Der IS werde nicht wie im Jahr 2014 große Teile des Irak überrennen sobald die US-Truppen den Irak verlassen haben werden: „Dafür sind heute vor allem im Norden den Landes die Streitkräfte, vor allem die kurdischen Peschmerga, ...

 Die Stadt Tuttlingen hat ein Feuerwehrfahrzeug an den Gouverneur der Provinzhauptstadt Dohuk, Ali Tatar (4. von links), übergeb

SZ-Spendenaktion „Helfen bringt Freude“: Tuttlingen spendet Löschfahrzeug für Kurdistan

Mit einer großzügigen Spende will die Stadt Tuttlingen den Brandschutz in nordirakischen Flüchtlingscamps verbessern: Am Dienstag übergab Oberbürgermeister Michael Beck ein gebrauchtes Löschfahrzeug an Ali Tatar, den Gouverneur der Provinzhauptstadt Dohuk in der Autonomen Region Kurdistan.

Das Feuerwehrfahrzeug wird noch vor Weihnachten nach Kurdistan gebracht. „Für uns ist das eine Geste der Menschlichkeit. Das Fahrzeug wird der Region in Kurdistan über viele Jahre noch beste Dienste leisten“, sagte Beck.

Jesiden leiden stark unter Ohnmachtsgefühlen angesichts des Stillstands

Perspektivlos, hoffnungslos, mutlos: Im Nordirak droht eine humanitäre Katastrophe angesichts des politischen und wirtschaftlichen Stillstands in der Region. „Schon jetzt sind die Suizidzahlen in den von aus ihrer Heimat vertriebenen Jesiden bewohnten Flüchtlingscamps sehr hoch“, sagt Professor Jan Ilhan Kizilhan und spricht von über 440 Opfern, „aber auch unter den dort heimischen Kurden in der Autonomen Region Kurdistan verbreiten sich Angst und Sorge um die persönliche Zukunft, um ihren Job und die Sicherheit.

 Gouverneur Ali Tatar erläuterte im Verlagshaus der „Schwäbischen Zeitung“ die Lage im Irak: Interessierte Zuhörer waren „Helfen

In Baden-Württemberg findet Gouverneur Ali Tatar echte Freunde

„Willkommen bei Freundinnen und Freunden! Diese Begrüßung habe ich bei meinem Besuch hier in Baden-Württemberg in den vergangenen Tagen so oft gehört – und ich fühle mich bei Euch wirklich willkommen!“ Der neue Gouverneur der nordirakischen Kurdenprovinz Dohuk, Ali Tatar, ist sichtlich gerührt: Gerade hat sich der 52-jährige Politiker im Verlagshaus der „Schwäbischen Zeitung“ in Ravensburg über die Spendenaktion „Helfen bringt Freude“ informiert.

1,6 Millionen Euro haben die Leserinnen und Leser in den vergangenen Jahren seit 2016 ...

 Im Skype-Interview: Adisya Thomas von der Caritas-Flüchtlingshilfe Essen, Suad Hana und Sabah Kakoni (von links) im Gespräch mi

„Helfen bringt Freude“: Mehr als eine Million Euro Spenden für Menschen in Not

Am Montag öffnen – nach langer durch die Pandemie bedingte Schließung – im Irak wieder die Schulen. „Und dann sind wir mit jeweils 4700 Winterjacken, Taschen, Heften und Schulmaterial für die Schulkinder in den Camps Mam Rashan und Sheikhan am Start“, sagt Sabah Kakoni. Er verdient sein Geld als Angestellter einer Bank in der Kurdenhauptstadt Erbil, doch in diesen Tagen ist er stark im Ehrenamt tätig: Der 56-Jährige engagiert sich gemeinsam mit seiner Frau Suad Hana, sie ist Chemielehrerin, für die Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt ...