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Oktober 2017: Bei Seibranz in Bad Wurzach gibt es ein Rechtsrock-Konzert. Auf dem Bild sind Besucher der Veranstaltung zu sehen.

Interview: Rechtsradikale im Allgäu sind in bürgerliche Gesellschaft integriert

Mit den Machenschaften von Neonazis und ihren rechtsradikalen Strukturen im Allgäu befasst sich der Journalist Sebastian Lipp seit rund sieben Jahren.

Vor zweieinhalb Jahren gründete er die Internetplattform „Allgäu rechtsaußen“, dort berichten er und sein Team über rechtsradikale Aktivitäten, recherchieren Hintergründe und analysieren die Strukturen der Szene.

Kürzlich war der 31-Jährige aus Kempten zu Gast in Biberach und hat einen Vortrag über rechtsextreme Entwicklungen in der Region gehalten.

Sebastian Lipp, freier Journalist und Gründer der Plattform „Allgäu rechtsaußen“, hat im Biberacher Landratsamt über rechtsextre

Gründer der Plattform „Allgäu rechtsaußen“: Neonazis leben unentdeckt unter uns

Wie die rechte Szene heutzutage tickt, darüber hat Sebastian Lipp in seinem Vortrag über rechtsextreme Entwicklungen am Montagabend im Biberacher Landratsamt gesprochen. „Es sind nicht mehr die Typen mit Springerstiefeln, Bomberjacke und Glatze, die sich sofort als Nazis zu erkennen geben, es sind Unternehmer, Geschäftsleute und Selbstständige.

Leute, denen man ihre rechte Gesinnung nicht auf den ersten Blick ansieht“, sagt Sebastian Lipp.

Im Juli 2018 gab es hier, bei Aichstetten und „mitten im Nichts“, ein Neonazis-Konzert. Es zählt zu den sichtbaren Aktivitäten d

Wie Neonazis heute im Allgäu agieren – Und welche Verbindungen es zur AfD gibt

Die Zeiten sind längst vorbei, als Neonazis vor allem als menschenverachtende, Parolen grölende, oft betrunkene Kahlköpfige in Springerstiefeln daher kamen. Heute arbeiten sie subtiler und unscheinbarer an ihren Zielen, wirken nach außen vielfach wie in der Mitte der Gesellschaft stehend – sind aber nicht minder gefährlich. Im Gegenteil.

Wir haben es mit einer Art Camouflage zu tun.

Sebastian Lipp

Diese Einschätzung trifft Sebastian Lipp.

 Sebastian Lipp

AfD überrascht ihre Gegner im Club Vaudeville

Den Einzug der AfD in Stadtrat und Kreistag gelte es unbedingt zu verhindern. Das war die Botschaft des Journalisten Sebastian Lipp im Club Vaudeville. Doch die Diskussion dort verlief ganz anders als gedacht.

Die AfD setze strategisch auf den Einzug in Stadt- und Gemeinderäte sowie Kreistage. Denn wenn sie sich dort um Tempo-30-Zonen und Kindergärten kümmern könne, gebe ihr das den Anstrich des Normalen, warnte Lipp. Dahinter könnten sich dann auf Bundesebene die verstecken, die mit Hetze gegen Ausländer und Andersdenkende ein ...

Keine „Gefährdungslage“ von rechts im Kreis?

Die Jahresstatistik des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg für das Jahr 2018 weist im Landkreis Ravensburg zehn Straftaten im Bereich „Politisch motivierte Kriminalität (PmK)-rechts“ aus. „Hier ist nach den bislang vorliegenden Vergleichszahlen für das erste Halbjahr 2019 eine moderate Zunahme festzustellen“, teilt die Behörde auf schriftliche Anfrage mit.

Zum Vergleich: Im Bereich linksmotivierter Delikte gab es laut Jahresstatistik 2018 keine Straftaten.

Drei Personen stehen in einer Reihe vor einer Leinwand

So kann jeder etwas gegen rechte Hetze tun

Private oder doch öffentliche Rechtsrockparty? Es ist eine Frage, der sich der politische Filmemacher Peter Ohlendorf nach Ausstrahlung seines Filmes „Blut muss fließen“ in der Wangener Stadthalle stellte – und gleichzeitig interessante Antworten lieferte.

Klar wurde aber auch: Jeder kann etwas tun – und sei es „nur“ durch Sprachhygiene.

Knapp drei Wochen ist es her, dass sich das „Bündnis Landkreis Ravensburg Nazifrei“ in Wangen gründete.

Reichsbürger, Dritter Weg und Voice of Anger: Rechtsradikale treten auch in Lindau auf

Auch in Lindau gibt es Rechtsradikale, welche die Polizei für gefährlich hält. Zwar ist deren Zahl wohl geringer als in anderen Landkreisen, dennoch ist das kein Grund für Entwarnung. Denn für gefährlich halten Fachleute das vermehrte Auftreten von Verschwörungstheorien.

Die Zahl der rechtsextremen Straftaten heuer ist dem Landeskriminalamt noch nicht bekannt, weil Behörden diese erst im Folgejahr auf Landkreise bezogen erfassen. Aber im Vorjahr lag diese Zahl lediglich bei drei, im Jahr davor bei zwölf.

„Bündnis Nazifrei“ feiert Gründungsfest am 19. Oktober in Wangen

Die Landtagsabgeordnete Petra Krebs und die Mit-Initiatoren des „Bündnis Landkreis Ravensburg Nazifrei“ laden zur Gründungsfeier am Samstag, 19. Oktober, von 14 bis 18 Uhr auf dem Postplatz in Wangen ein.

Die Festrede wird von der Bundestagsabgeordneten Agnieszka Brugger gehalten, Grußworte sprechen Landrat Sievers, Oberbürgermeister Michael Lang und Hakan Abis, Vorsitzender des Türk SV, heißt es in einer Ankündigung weiter. Musikalisch wird das Fest von den Bands Brekkies Inn und Cul na Mara umrahmt.

 Selten treten Rechtsextreme so auffällig auf wie die Herren auf diesem Foto. Doch was ist eigentlich rechtsextrem? Die Ablehnun

Rechtsextrem motivierte Straftaten nehmen zu in der Region

Der rechtsextremistisch motivierte Terroranschlag mit zwei Toten in Halle an der Saale lenkt bundesweit die Aufmerksamkeit auf eine Szene, die auch in der Region ihre Anhänger hat. Anhänger, die offenbar immer aktiver werden.

Wie das Polizeipräsidium Ulm auf Anfrage unserer Zeitung feststellt, stieg die Zahl der von der Polizei registrierten, politisch rechtsextrem motivierten Straftaten von 2017 auf 2018 um rund 25 Prozent auf 121 Fälle.

Frau lächelt in die Kamera

Abgeordnete befürchtet mehr rechtsradikale Aktivitäten in der Region und will ein Bündnis gründen

Die Landtagsabgeordnete Petra Krebs (Grüne) befürchtet eine Zunahme rechtsradikaler Aktivitäten auch in der Region.

Dem will sie entgegentreten – und Mitstreiter ins Boot holen, die Präsenz zeigen und Aufklärung leisten. Deshalb will die Wangenerin ein regionales „Bündnis Landkreis Ravensburg Nazifrei“ gründen.

Erst im Oktober 2017 ein Neonazi-Konzert bei Bad Wurzach, im Juli vergangenen Jahres ein weiteres bei Aichstetten und zuletzt rechte Schmierereien in Wangen.