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Bei der ersten „Bewohnerversammlung“ im Allmannsweiler Bürgerhaus Brennnessel diskutieren die Besucher über das neue Quartiersma

Stadt will nicht „doppelmoppeln“

Es war zweifellos ein Novum: Zum ersten Mal hatte die Stadtverwaltung die Allmannsweiler zur „Bewohnerversammlung“ ins Bürgerhaus Brennnessel eingeladen. Rund 20 interessierte Bürger kamen, allerdings war das allgemeine Stirnrunzeln zunächst recht groß.

„Wird hier nicht doppelt gemoppelt?“, so eine erste besorgte Frage – angesichts der Tatsache, dass das „Bürgerforum Allmannsweiler“ seit vielen Jahren gute Arbeit leistet, zu regelmäßigen Versammlungen einlädt und die Interessen der Allmannsweiler auch an das Rathaus weiterleitet.


Die Kinder hatten sichtlich ihren Spaß beim Sommerfest.

Zeichen setzen, dass Vielfalt möglich ist

Der Ökumenische Asylkreis Friedrichshafen-West hat Geflüchtete, Einheimische, Helfer und Interessierte am Samstag im Pfarrgarten Schnetzenhausen zu einem Sommerfest eingeladen. Bei Kaffee, Tee und Kuchen und Spielen für Groß und Klein ist es zu einem regen Miteinander gekommen.

Ein starkes Team im Hintergrund hatte für das Fest einen Spieleparcours aufgebaut mit Stationen, an denen Groß und Klein Sackhüpfen, Dosenwerfen, Fußballtorwandschießen und Nägelklopfen konnte.

„Nominierung ist schon ein Erfolg“

Die Stadt Friedrichshafen hat das Finale des Deutschen Nachhaltigkeitspreises verpasst. Für die Stadtverwaltung ist dies aber kein Grund, Trübsal zu blasen. „Allein die Nominierung für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis ist ein Erfolg, auch wenn wir uns natürlich gewünscht hätten, unter die Top 3 zu kommen“, teilt das Häfler Rathaus mit.

Mit seiner Bewerbung hatte es Friedrichshafen immerhin in den erlesenen Kreis der fünf besten Mittelstädte – mit einer Einwohnerzahl zwischen 50 000 und 100 000 Einwohnern – geschafft.

Die „Gruppo del Sud“ zeigt süditalienisches Kulturgut.

Wann ist man „eingedeutscht“?

Das Wetter hätte etwas besser sein dürfen, dennoch hat das Interkulturelle Stadtfest wieder viele Besucher angezogen. Im Mittelpunkt standen fröhliche Begegnungen, aber auch ernste Themen wurden nicht ausgespart.

Das Interkulturelle Stadtfest wartete mit wechselhaftem windigem Wetter auf. Dass das jedoch der Stimmung keinen Abbruch tut, weiß auch Dieter Stauber, der das Programm auf der Bühne der Musikmuschel moderiert. „Es ist kein Badewetter, aber nicht ungemütlich draußen.


Flüchtling Elyas Ahmadzai absolviert eine berufliche Qualifikation in Friedrichshafen.

Flüchtlingskinder sollen in die Häfler Vereine

Wenngleich das Thema Flüchtlinge in den vergangenen Monaten etwas aus den Schlagzeilen verschwunden ist – für die Stadtverwaltung ist es immer noch hochaktuell. Inzwischen ist eine Stabstelle Integration im Häfler Rathaus eingerichtet. Hier sollen alle Aktivitäten rund um die Betreuung geflüchteter Menschen koordiniert werden.

In der Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses stellte Bürgermeister Andreas Köster die neue Einrichtung vor.

Neue Heimat: Flüchtlinge in einer Unterkunft in Friedrichshafen.

500 Flüchtlinge leben jetzt in der Stadt

Während die monatlichen Flüchtlingszahlen im Bodenseekreis seit Monaten zurückgehen, kümmern sich Städte und Gemeinden nun um die Menschen, die dauerhaft hier bleiben werden. Eine Wohnung für diese Menschen ist nur der erste Schritt – schwieriger ist die Integration in den Alltag.

„Es ist tatsächlich so, dass die Flüchtlingszahlen in den Unterkünften des Bodenseekreis am Abnehmen sind“


Machen sich Gedanken über Integration (von rechts): Jo Schober vom Asylnetzwerk Tettnang, Katrin Ziegler, Gründerin der Faceboo

„Unsere Gesellschaft wird sich ändern müssen“

Was nach der Ankunft auf die geflüchteten Menschen zukommt, wie Integration gelingen kann und wie Vorurteile abgebaut werden, darum ist es am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion gegangen, die im Rahmen der Ausstellung „Neu[seh]land | Geschichten von Flucht und Ankunft“ in der Galerie Bodenseekreis stattgefunden hat.

„Für mich ist Integration, dass dieser Mensch autonom ist, sowohl sprachlich als auch beruflich“, sagt Ramin Moin, Leiter des Flüchtlingsheims Fallenbrunnen in Friedrichshafen.


Die Teilnehmer und Organisatoren der Diskussionsrunde, von links: Moderator Patrick Lühlow von der Initiative welt_raum, Caroli

Schriftstellerin Katrin Seglitz erzählt von Begegnungen mit Flüchtlingen

Was hat Kunst mit der aktuellen Situation von geflohenen Menschen im Bodenseekreis zu tun? Welche Verantwortung hat Kunst in der Gesellschaft? Wie verhält sich die ZU zum Flüchtlingsheim in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft im Fallenbrunnen? Antworten zu diesen Fragen gab es bei einer Lesung der Ravensburger Schriftstellerin Katrin Seglitz im ZF Campus der ZU mit einer anschließenden Diskussionsrunde.

Teilnehmer waren Landrat Lothar Wölfle, Ramin Moin, Heimleiter der Gemeinschaftsunterkunft Fallenbrunnen, Karam Sharbat, Zahnarzt aus ...

Das Haus ist voll und die badische und arabische Küche ergänzen sich wunderbar.

Das badisch-arabische Buffet lässt keine Wünsche offen

Zu einem fröhlichen Treffen und offener Begegnung zwischen Flüchtlingen und Immenstaadern wurde der „Willkommenskaffee“ am Samstagnachmittag, zu dem die Gemeinde in das katholische Pfarrheim eingeladen hatte. Mitglieder des Helferkreises, Nachbarn oder Vereinsvertreter nutzten die Gelegenheit zum Gespräch.

Ein beeindruckendes badisch-arabisches Buffet ließ die Gastfreundschaft beider Seiten gleich am Eingang des katholischen Pfarrsaals deutlich werden.


Keine Angst vor der Drama-Queen: Ramin Moin vor der Flüchtlingsunterkunft im Fallenbrunnen.

Iranischer Chef löst Streit im Asylheim mit Comedy

Er muss Friedrichshafens mutmaßlich größte Wohngemeinschaft unter Kontrolle halten: Ramin Moin. Konflikte löst der Chef des Flüchtlingsheims Fallenbrunnen auch Mal mit Kabaretteinlagen. Im Gespräch mit Hagen Schönherr verrät er auch, warum ihm manchmal die Tränen kommen.

Hallo Herr Moin. Haben Sie heute noch viel zu tun?

Heute ist es verblüffend ruhig. Dabei werden hier bald 250 Menschen wohnen. In der Regel ist es so: Sobald die Flüchtlinge mein Auto sehen, stehen 20 bis 40 Mann da.