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 Zum Schulstart nach Aufhebung der Corona-Quarantäne erhielten 4000 Kinder in den Camps Mam Rashan und Sheikhan Winterkleidung u

Jesiden brauchen neuen Mut zum Leben

Perspektivlosigkeit, Verlust der Kontrolle über die Lebenssituation, Isolation“: Für den Psychologen Jan Ilhan Kizilhan liegen die Gründe für eine erschreckende Entwicklung in den nordirakischen Flüchtlingscamps auf der Hand. Er lehrt sowohl an der Dualen Hochschule Villingen-Schwenningen wie an der Universität der Provinzhauptstadt Dohuk in Irakisch-Kurdistan. In den Camps steigen die Suizidzahlen stark an, seit Anfang Januar nimmt sich etwa an jedem zweiten Tag einer der 350 000 Bewohnerinnen und Bewohner das Leben.

 Im Skype-Interview: Adisya Thomas von der Caritas-Flüchtlingshilfe Essen, Suad Hana und Sabah Kakoni (von links) im Gespräch mi

„Helfen bringt Freude“: Mehr als eine Million Euro Spenden für Menschen in Not

Am Montag öffnen – nach langer durch die Pandemie bedingte Schließung – im Irak wieder die Schulen. „Und dann sind wir mit jeweils 4700 Winterjacken, Taschen, Heften und Schulmaterial für die Schulkinder in den Camps Mam Rashan und Sheikhan am Start“, sagt Sabah Kakoni. Er verdient sein Geld als Angestellter einer Bank in der Kurdenhauptstadt Erbil, doch in diesen Tagen ist er stark im Ehrenamt tätig: Der 56-Jährige engagiert sich gemeinsam mit seiner Frau Suad Hana, sie ist Chemielehrerin, für die Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt ...

Der Weg führt die Menschen in der Region Shingal in eine ungewisse Zukunft.

Die Toten von Kodscho sollen ihre Namen zurückbekommen

Kodscho - 15. August 2014, nachmittags. Die Schüsse sind verhallt, die Schreie sind verstummt. Kachi Amo Salo Awso öffnet langsam die Augen, seine Hände sind noch immer in den von der glühenden Augusthitze ausgetrockneten Boden gekrallt. Er blickt seinem toten Bruder ins Gesicht. Doch er selbst lebt, es ist ein Wunder. Er stolpert los, rennt, weg aus der Hölle, zu der Kodscho geworden ist.

Nordirak, Region Shingal, im Dezember 2020. Die bleiche Wintersonne scheint auf das große Gräberfeld vor der Schule in Kodscho.

Campleiter Shero Smo und zwei Mädchen im Camp Mam Rashan, aufgenommen vor der Pandemie: Smo will den Mädchen auf ihrem Weg in ei

Nach Vertreibung und Krieg: Der Weg zurück in ein glückliches Leben

Shero Smo zieht vor dem Wohncontainer seine Schuhe aus, geht hinein und grüßt die Männer, die in dem kleinen Raum für ihn aufgestanden sind. Ein alter Sheikh mit einem weißen Kopftuch und einem langen grauen Bart sitzt im Schneidersitz barfuß auf einer Matratze an der Kopfseite, vor sich auf dem Teppich Obst und Süßigkeiten, in der Hand eine selbst gedrehte Zigarette in einem hölzernen Aufsatz. „Ida we piroz be!“, sagt Smo, „herzlichen Glückwunsch zum Fest“.

Im April 2019 bildete die Bundeswehr noch Peschmerga aus. Aus Sicherheitsgründen ist die Zusammenarbeit vorerst eingestellt.

Irakischer Gouverneur bittet um Fortsetzung der Peschmerga-Ausbildung

Mit einem dramatischen Appell nach deutscher Hilfe hat sich der neue Gouverneur der nordirakischen Provinz Dohuk, Ali Tatar, an die Öffentlichkeit gewandt: Sowohl die Ausbildungsmission der Bundeswehr für die kurdischen Sicherheitskräfte, die Peschmerga, müsse so bald wie möglich nach Ende der Pandemie fortgesetzt werden: „Und angesichts der Pandemie wie auch der seit 2014 andauernden Wirtschaftskrise benötigen wir weiterhin wirtschaftliche und humanitäre Hilfe.

 Für den Kampf gegen das Coronavirus wird im Irak vor allem Schutzausrüstung für medizinsches Personal benötigt.

Situation im Irak: „Flüchtlinge geraten durch Pandemie noch stärker ins Abseits“

Die Corona-Pandemie, der Verfall der Ölpreise, weiterhin über eine halbe Million Flüchtlinge und die fragile Sicherheitslage: Im Nordirak müssen sich die Behörden den verschiedenen Herausforderungen stellen. Ismail Ahmed, seit 2014 stellvertretender Gouverneur für humanitäre Angelegenheiten in der Region Dohuk, und Ansprechpartner für die Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt Freude“, erläutert im Gespräch mit Claudia Kling, Dirk Grupe und Ludger Möllers, dass Hilfe auf lange Sicht weiter gebraucht wird.

 Die Kinder haben die Möglichkeit, auf der „Rancho Santa Fe“ in Honduras auch in die Schule zu gehen.

Hilfe, die ankommt: Spendenaktion „Helfen bringt Freude“ startet

Nein, normal war in diesem Jahr auch im Nordirak nichts: Shero Smo und Amer Abo, die beiden Leiter der Flüchtlingscamps Mam Rashan und Sheikhan in der Autonomen Region Kurdistan, berichten über die Wucht, mit der das Corona-Virus auch die Menschen in den Camps getroffen hat. Ein Brand hat in Sheikhan gewütet. Dazu politische Unruhen. Gab’s auch Lichtblicke? „Ja, Eure Hilfe!“

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Seit 2016 unterstützen die Leserinnen und Leser der „Schwäbischen Zeitung“ mit der ...

 Rudi Löffelsend (1950-2020).

Trauer um Aktivposten der Nächstenliebe

In Kurdistan sprechen die Menschen, die ihn kannten, anerkennend, respektvoll und mit großer Zuneigung vom „Mam Kalau“, vom „Dicken Onkel“: Heute aber trauern sie um Rudi Löffelsend, den Vorsitzenden der Caritas-Flüchtlingshilfe Essen, der in der Nacht auf Montag im Alter von 70 Jahren verstorben ist. Nicht nur im Nordirak herrscht Trauer, denn Tausende verdanken Löffelsend ein besseres, weil menschenwürdiges Leben. Zur „Schwäbischen Zeitung“ und zu ihren Leserinnen und Lesern hatte Löffelsend eine besonders enge Beziehung: Die Spendenaktion ...

 Baba Sheikh, das geistliche Oberhaupt der religiösen Gemeinschaft der Jesiden, im März 2019: Im Gespräch mit dem Chefredakteur

Trauer um einen Friedensstifter

Die religiöse Gemeinschaft der Jesiden trauert um ihr geistliches Oberhaupt. Baba Sheikh starb am Donnerstag im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus in der kurdischen Stadt Erbil im Nordirak, wie sein Sohn Aidu mitteilte. „Sein Tod wird in der jesidischen Gemeinde ein großes Vakuum zurücklassen“, sagte er. Der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw zufolge war der Geistliche wegen Nieren- und Herzproblemen in die Klinik eingeliefert worden.

Die Jesiden haben ihr Zentrum im Norden des Iraks.

Eine Statue der Justitia steht neben Aktenbergen

Mutmaßliches PKK-Mitglied aus Raum Bruchsal: Anklage erhoben

Wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung hat die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen einen 36-Jährigen erhoben. Der Türke soll von spätestens Oktober 2016 bis Januar 2018 als sogenannter Raumverantwortlicher der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK für die Stadt Bruchsal und Umgebung zuständig gewesen sein. Dort habe er vor allem den Verkauf von Eintrittskarten und Bustickets für Fahrten zu Kundgebungen, Demonstrationen oder Festivals der PKK organisiert, teilte die Behörde am ...