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Ghazia Dibo Mohammed musste mit ihren Kindern aus Syrien fliehen. Nun lebt sie im kurdischen Camp Bardarash und wartet auf Hilfe

So kämpfen Flüchtlinge im Nordirak gegen Hunger und Kälte

Wenn es Nacht wird in den Flüchtlingscamps Bardarash und Gavilan im Norden der Autonomen Region Kurdistan, frieren Nadira und Fatma.

Die Schwestern, sie sind drei und vier Jahre alt, wissen nicht, dass sie ihre Heimat in Syrien verloren haben. Sie wissen nur: In den kaum isolierten Flüchtlingszelten, in denen sie leben müssen, wird es kalt.

Allein im Camp Gavilan, in dem 510 Familien mit 3000 Menschen leben, fehlen noch 270 Matten, wir brauchen sie dringend.

„Die Jesiden haben derzeit keine Chance auf Rückkehr“, sagt Minister Gerd Müller im Gespräch mit Redakteurin Claudia Kling.

„Für Verbrechen an religiösen Minderheiten gibt es null Toleranz“

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat der kurdischen Regionalregierung mehr Unterstützung bei der Versorgung von Flüchtlingen zugesagt – und zwar 25 Millionen Euro zusätzlich. „Denn es geht um das Überleben der Menschen“, sagte er im Interview mit Claudia Kling.

Herr Minister Müller, Ihr Ministerium unterstützt seit Jahren den Wiederaufbau im Irak. Dabei ist das Land aufgrund seiner Ölvorkommen eigentlich nicht arm. Wieso ist die Hilfe dennoch notwendig?

Mehrere Männer reden miteinander

Warum der Nordirak unsere Hilfe braucht

4035 Kilometer liegen laut Routenplaner zwischen der oberschwäbischen Stadt Biberach und der kurdischen Provinzhauptstadt Dohuk. Eine Autofahrt von zwei Tagen, zwei Stunden und 48 Minuten – nach aktueller Verkehrslage. Gefühlt ist der Nordirak für die meisten Menschen hierzulande noch viel weiter weg. Reisen in dieses Land sind wenig populär. Und die Menschen, die von dort kommen, werden meist nur als Flüchtlinge wahrgenommen.

Doch es gibt einen Austausch – und dass er lebendig ist und mit Herzblut von beiden Seiten genährt wird, ...

Zwei Jungen stehen auf einer langen Straße

Jesiden und Christen im Nordirak brauchen weiter Hilfe

Hilfe für Jesiden und Christen im Nordirak wird noch auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte notwendig sein: Das berichten Experten, die sich mit der Situation der religiösen Minderheiten vor allem in der autonomen Region Kurdistan beschäftigen. Irene Mundel aus dem baden-württembergischen Staatsministerium, der Tuttlinger Bundestagsabgeordnete Volker Kauder (CDU), der Psychologe Jan Ilhan Kizilhan und der NRW-Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel (SPD) kennen die Situation in Kurdistan seit Langem.

Glücklich auf dem Weg zur Schule: Ysra und ihr Bruder Sadik (unteres Bild, zweite Reihe, rechts) nutzen Schulbusse, finanziert a

Was die Flüchtlinge im Nordirak dringend brauchen

„Psychologie.“ „Jura.“ Die Geschwister Ysra und Sadik Alaji im Camp Mam Rashan haben genaue Pläne für ihre Zukunft: „Wir stehen kurz vorm Abitur und wollen dann studieren.“ Raus aus dem Flüchtlingscamp im Nordirak: „Ich werde in Dohuk studieren“, ist sich der heute 21-jährige Sadik sicher, „als Rechtsanwalt werde ich später dafür sorgen, dass es bei uns gerechter als heute zugeht.“ Dass Ysra (19) und Sadik (21) weiterhin die höhere Schule besuchen können, wurde erst durch zwei Schulbusse möglich, die aus Mitteln der Weihnachtsspendenaktion ...

Mann schaut in die Kamera

Spendenaktion der Schwäbischen: Wie Sie notleidende Kurden unterstützen können

Die Kurden werden von ihren Verbündeten im Stich gelassen und die Welt schaut zu. Das Nato-Mitglied Türkei greift mit marodierenden Islamisten kurdische Gebiete in Nordsyrien völkerrechtswidrig an, vertreibt deren Bewohner.

Der deutsche Außenminister umarmt trotz dieser offensichtlichen ethnischen Säuberungen seinen Amtskollegen aus Ankara. Die einen nennen das Realpolitik, die anderen Inkompetenz, und die Opfer selber nennen das berechtigterweise Verrat, weil sie mit hohem Blutzoll das Grauen des sogenannten Islamischen Staates ...

Schulbusse, finanziert aus Mitteln der Weihnachtsspendenaktion 2018, bringen jesidische Flüchtlinge zur höheren Schule.

Besuch vor Ort: So helfen die Spenden unserer Weihnachtsaktion

Laut hupend kommen der Besuchergruppe aus Deutschland an der Einfahrt zum Flüchtlingscamp Mam Rashan im Norden Kurdistans zwei Schulbusse entgegen. Auf den Bussen ist in deutscher, arabischer, kurdischer und englischer Sprache zu lesen: „Dieses Projekt haben die Leser der ,Schwäbischen Zeitung’ in der Weihnachtsaktion 2018 ermöglicht.“

40 Jugendliche sind auf dem Weg zur höheren Schule, doch an diesem Tag unterbrechen sie ihre Fahrt gerne, um die Gäste zu begrüßen.

Vortrag über Besteigung des Ararat

Wilfried King hält am Mittwoch, 6. November, um 19 Uhr im Fürstenbau in Ochsenhausen einen Vortrag über Skibergsteigen in Kurdistan. Veranstalter ist das Bildungswerk Ochsenhasuen. Wilfried King erzählt über den Weg vom Jugendtraum zum Gipfel des mystischen Berges Ararat, des heiligen Bergs der Armenier. King berichtet von der Gastfreundschaft in Kurdistan, von der Landschaft und von Mount Süphan und Mount Ararat. Sein Ziel war es, den Gipfel des majestätischen Ararat, mit 5137 Metern der höchste Berg der Türkei ist, im Winter zu bestiegen.

Lange Schlange von Menschen stehen an, ein Mädchen schaut in die Kamera

Atrushi: „Die Stimmung in der Bevölkerung könnte kippen“

Die Provinz Dohuk im Nordirak spürt die Folgen der türkische Offensive in Nordsyrien ganz direkt. Jeden Tag kommen dort Tausende neue kurdische Flüchtlinge an. „Wenn das so weitergeht, sind wir demnächst nicht mehr in der Lage, uns um diese Menschen zu kümmern“, sagt Farhad Ameen Atrushi, Gouverneur der Provinz Dohuk, im Gespräch mit Claudia Kling. Er fühlt sich von der Weltgemeinschaft im Stich gelassen.

Herr Atrushi, nach der militärischen Offensive der Türkei im Norden Syriens sind viele syrische Kurden in die Provinz Dohuk im ...