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Goldener Pflasterstein

Stolpersteine: Keine Gnade für Andersdenkende

Johannes Schneider lebte mit seiner Frau Katharina und den beiden Kinder in der Beinstraße 22. Er war in der Opposition gegen das menschenverachtende Regime, kam in „Schutzhaft“ und ins Konzentrationslager. Die Haft überlebte er zwar. Aber ihre Folgen brachten seinen Tod. Im Alter von 36 Jahren. Wie so oft hieß es dann: „Todesursache: Versagen von Herz und Kreislauf bei Lungenentzündung“. Auch für ihn wurde am 3. Juli ein Stolperstein verlegt worden.

Karle Schiele steht auf einem Stolperstein

Urteil: „Rundfunkverbrechen“ – Aalener stirbt an den Haftfolgen

Karl Schiele war ein begeisterter Sportler bei der TSG Hofherrnweiler, er wird als „vielseitig „interessierter und aktiver Mensch“ beschrieben. Er geriet als einer, der sich für die Arbeiterparteien einsetzte, nach der Machtergreifung ab 1933 in den Fokus der Nationalsozialisten.

Mit etlichen Mitbürgern aus Hofherrnweiler wurde er verschleppt. „Rundfunkverbrechen“ lautete sieben Jahre später die Anklage. In der Hofherrnstraße 28 erinnert ein „Stolperstein“ an sein Schicksal.

 Hans Mantz, von 1922 bis 1932 Oberbürgermeister von Ravensburg (auf dem Bild an seinem Schreibtisch im Rathaus), war der Hauptr

Schluss mit dem Untertanentum

Die erste Verfassungsfeier in Ravensburg fand am 11. August 1922 im Bärengarten statt. „Wohl der größte Teil der Einwohnerschaft war dem Rufe gefolgt, um durch seine Anwesenheit die Treue und Liebe zur selbstgewählten Verfassung zu bekunden“, berichtete die „Oberschwäbische Volkszeitung“ damals. Diese Feierlichkeiten hatten das Ziel, die demokratisch-republikanischen Grundwerte im Sinne eines Verfassungspatriotismus in der Bevölkerung zu verankern.

Stolpersteine erinnern an das Schicksal acht ehemaliger vertriebener oder ermordeter Aalener

Acht neue Stolpersteine erinnern jetzt an weitere Aalener, die während der nationalsozialistischen Diktatur verfolgt, vertrieben und ermordet wurden. Mit der zweiten Verlegung wird jetzt auch an die Opfer gedacht, die nicht direkt in der Innenstadt wohnten. Start der Verlegung war am Mittwochnachmittag am Schubart-Gymnasium. Hier lernte Norbert Tugendhat. Ermordet wurde er am 2. Dezember 1944 – weil sein Großvater jüdischen Glaubens war. Die Initiative Stolpersteine in Aalen hatte aufwendig das Schicksal dieser Aalener recherchiert.

Die Kirchen St. Nikolaus und St. Canisius ragen 1944 aus den Trümmern hervor.

Die Nazis in Friedrichshafen - Nur wenige hatten den Mut, sich zu widersetzen

Frühen Widerstand gegen die NS-Herrschaft gab es in Friedrichshafen nur spärlich, und wenn, dann nur ganz vereinzelt. So vermochte noch Bürgermeister Hans Schnitzler im März 1933 gegen das Hissen der Hakenkreuzfahne oder mit seinem Umzug vom Rathaus in das Gebäude der Stadtwerke kurzfristig zu protestieren. Die Machtübernahme der NSDAP in Friedrichshafen konnte damit allerdings nicht aufgehalten werden. Manche bezahlten ihren Mut mit dem Leben.

Widerstand endet mit dem Tod Zwei hiesigen Kommunisten, dem aus St.

Wolfgang Benz

Über den Widerstand gegen das NS-Regime

Zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus dürften den meisten zuerst die Weiße Rose und das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 einfallen. Bei vielen hört es damit dann auch schon auf.

Dabei war das Spektrum, derjenigen, die sich der Ideologie der Nazis verweigerten, die öffentlich protestierten, sich im Geheimen widersetzten oder oft mit großem Risiko für das Ende der Diktatur kämpften, erstaunlich breit.

Angesichts von Millionen überzeugter Nazis und angepasster Mitläufer waren die, die sich zum Widerstand ...

Der Heuberger Bote des Jahres 1919 dokumentiert eine vor allem politisch turbulente Zeit. Auch im Mai 1919 steht eine Gemeindera

Spartakus und Schneeläufer: Spaichingen vor 100 Jahren

Spaichingen vor 100 Jahren - eine politisch turbulente Zeit kurz nach einem verlorenen Krieg. Doch langsam formiert sich wieder das gesellschaftliche Leben in der Oberamtsstadt – unter anderem mit der Gründung eines Schneeschuhvereins. In lockerer Folge werden wir kleine Artikel aus dem Heuberger Bote des Jahres 1919 abdrucken, die Einblicke in die damaligen Verhältnisse liefern.

Der Weltkrieg ist – im Gegensatz zu illusorischen Hoffnungen, die man sich noch im Herbst 1918 gemacht hat – „mit einem so niederschmetternden ...

Andreas Petersen: Die Moskauer

Erschütternde Lebensgeschichten der DDR-Gründerzeit

Man liest es fassungslos: Der jüdische Kommunist Georg Krausz kommt nach seiner Befreiung aus dem KZ Buchenwald 1945 im Handumdrehen wieder hinter Stacheldraht. Am Ende ist er im selben Lager, jetzt von den sowjetischen Besatzern eingekerkert als „Jude und amerikanischer Spion“.

1952 muss der Journalist Krausz vom Prozess gegen den tschechischen Juden und Kommunisten Rudolf Slánský die antisemitischen Verschwörungstheorien und Wahnvorstellungen Stalins für Leser in der DDR zustimmend ausbreiten.

Lindauer Räterepublik vom April 1919

Lindauer Räterepublik vom April 1919

In Friedrichshafen und ganz Württemberg fand seit 31. März 1919 für sieben Tage ein großer Generalstreik statt. In Ungarn war am 21. März die Räterepublik ausgerufen worden. Nach Augsburg forderte in der Nacht vom 4. auf den 5. April auch in München eine Konferenz von Spitzenpolitikern aus SPD, USPD, des Bayerischen Bauernbundes, Mitgliedern des Zentralrats der Arbeiter- und Soldatenräte sowie Anarchisten die Ausrufung der Räterepublik. Die Kommunisten der noch jungen KPD waren strikt dagegen, da sie den Zeitpunkt als deutlich zu früh ...

Lithographie-Postkarte der Gemeinde Reutin mit Poststempel vom 17. Januar 1914. Neben einem Gesamtanblick von Süden zeigt sie di

Vor 100 Jahren: Die Lindauer Räte radikalisieren sich deutlich

In Bayern begann nach der Ermordung von Ministerpräsident Kurt Eisner (USPD) eine Entwicklung, benannt häufig als „Zweite Revolution“, welche ein erneutes Ringen um die politische Macht zwischen der Rätebewegung einerseits und andererseits der neuen parlamentarischen Landesregierung unter Johannes Hoffmann (SPD) bedeutete. Außerdem formierten sich im Auftrag des neuen Reichswehrministers Gustav Noske als eine der Vorstufen der neuen Reichswehr konterrevolutionäre „Freikorps“.