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Der Weg führt die Menschen in der Region Shingal in eine ungewisse Zukunft.

Die Toten von Kodscho sollen ihre Namen zurückbekommen

Kodscho - 15. August 2014, nachmittags. Die Schüsse sind verhallt, die Schreie sind verstummt. Kachi Amo Salo Awso öffnet langsam die Augen, seine Hände sind noch immer in den von der glühenden Augusthitze ausgetrockneten Boden gekrallt. Er blickt seinem toten Bruder ins Gesicht. Doch er selbst lebt, es ist ein Wunder. Er stolpert los, rennt, weg aus der Hölle, zu der Kodscho geworden ist.

Nordirak, Region Shingal, im Dezember 2020. Die bleiche Wintersonne scheint auf das große Gräberfeld vor der Schule in Kodscho.

Ankunft auf dem Erbiler Flughafen: Emir und Emira Hudeda Huseyin werden von ihrer älteren Schwester Hadye und ihrem Bruder in Em

Das Ende einer Kindesverschleppung in die Türkei

In der luxuriös ausgestatteten VIP-Empfangshalle des Flughafens der Kurdenhauptstadt Erbil im Nordirak blicken zwei Kinder scheu an der Kamera vorbei, die auf sie gerichtet ist, eine junge Frau hat sacht die Arme um sie gelegt. Es ist ihre ältere Schwester Hadye, die sie schon seit so vielen Jahren nicht mehr gesehen haben.

An diesem Tag endet für Emir und Emira Hudeda Huseyin eine Odyssee, die im Sommer 2014 begonnen hatte, als die Terroristen des „Islamischen Staates“ ihre Heimat überfielen, die Shingal-Region im Nordirak.

Viele Kinder wie dieses Geschwisterpaar im Flüchtlingscamp Mam Rashan sind durch Krieg und Vertreigung traumatisiert und werden

Hier wirken Ihre Spenden: Wie die Aktion „Helfen bringt Freude“ Flüchtlingen im Irak hilft

Zehnjährige, die als Kindersoldaten kämpfen und Gleichaltrige töten mussten. 20-jährige Mütter, die dutzendfach vergewaltigt wurden. 15-Jährige, die ohne Eltern aufgewachsen sind. Drei von 363 Schicksalen traumatisierter Flüchtlinge, über die an diesem Nachmittag die neun Psychotherapeuten berichten, die seit April 2018 in den nordirakischen Flüchtlingscamps Mam Rashan, Sheikan und Essiayan arbeiten. Und die aus Mitteln der Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt Freude“ bezahlt werden.

Flüchtling beim Gedenktag des Zentralrats der Jesiden

Gedenken an die Ermordung tausender Jesiden durch den IS

Mit einer Gedenkveranstaltung in Stuttgart ist am Samstag an die Ermordung, Verschleppung und Vertreibung vieler tausend Jesiden durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erinnert worden. Zum fünften Jahrestag des Genozids nahmen nach Angaben des Staatsministeriums rund 1500 Gäste an der Gedenkstunde teil, darunter Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad, die von IS-Kämpfern selbst gefangen gehalten worden war und seither gegen die Versklavung und Verschleppung von Jesidinnen kämpft.

 Irfan Ortac, Vorsitzender des Zentralrats der Jesiden in Deutschland, unterstützt die Waisenkinder – hier bei einem Besuch im N

Zentralratspräsident der Jesiden: „Es fehlen Wasser und Strom, Ärzte und Lehrer“

Die Kämpfer des sogenannten Islamischen Staats haben die Jesiden im Nordirak als Ungläubige verfolgt, versklavt und ermordet. Doch selbst nach der Vertreibung der Terroristen aus dem Siedlungsgebiet der Minderheit fühlen sich die Überlebenden von der irakischen Regierung im Stich gelassen, berichtet Irfan Ortac, Vorsitzender des Zentralsrats der Jesiden in Deutschland, im Gespräch mit Claudia Kling. Die Angehörigen seiner Volksgruppe hätten „das Gefühl, dass die muslimischen Bürger sie nicht wertschätzen“.

Nadia Murad

Zentralrat der Jesiden: 1000 Frauen in IS-Gefangenschaft

Nach der Vergabe des Friedensnobelpreises an Nadia Murad hofft der Zentralrat der Jesiden, dass die Jesidinnen in IS-Gefangenschaft wieder stärker in den Fokus geraten. „Es sind immer noch etwa 1000 Frauen in den Händen des IS - so, wie es Nadia Murad war“, sagte der Vorsitzende Irfan Ortac der „Heilbronner Stimme“ (Samstag). „Sie werden versklavt und missbraucht.“ Die irakische Menschenrechtsaktivistin Murad erhält den Friedensnobelpreis gemeinsam mit dem Arzt Denis Mukwege, wie das norwegische Nobelkomitee am Freitag bekanntgab.

Zentralrat der Jesiden: Noch 1000 Frauen in IS-Gefangenschaft

Nach der Vergabe des Friedensnobelpreises an Nadia Murad hofft der Zentralrat der Jesiden, dass die Jesidinnen in IS-Gefangenschaft wieder stärker in den Fokus geraten. Es seien immer noch etwa 1000 Frauen in den Händen des IS - so, wie es Nadia Murad war, sagte der Vorsitzende Irfan Ortac der „Heilbronner Stimme“. Sie würden versklavt und missbraucht. Die irakische Menschenrechtsaktivistin Murad erhält den Preis gemeinsam mit dem Arzt Denis Mukwege, der als Gynäkologe im Kongo Frauen hilft, die Opfer von sexueller Gewalt wurden.