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Natürlich kann man beim Podcasthören auch eine Tasse Kaffee trinken. Aber es wäre auch möglich, nebenher mal die Fenster zu putz

Hören ist das neue Sehen

Etwa zehn Minuten braucht es, diesen Artikel zu lesen. In dieser Zeit könnte man ein Zimmer gesaugt haben oder wäre bis zum Bäcker nebenan spaziert. Stattdessen sitzt man untätig am Küchentisch, liest und trinkt vielleicht einen Kaffee. Noch mehr Zeit kostet ein ganzes Buch. Stundenlang nur dazusitzen und zu lesen, um herauszufinden, wer der Mörder ist (natürlich nicht der Gärtner, das wäre ja wohl zu offensichtlich), scheint irgendwie ineffizient.

Karl Kraus. Der Widersprecher

Gegen Phrasendrescher und Kriegstreiber: Karl Kraus

Er kämpfte für die „Trockenlegung des Phrasensumpfes“ in Politik und Medien und gegen eine Verrohung der Sprache als Vorstufe zur Gewalt.

Der österreichische Autor und Satiriker Karl Kraus („Die letzten Tage der Menschheit“), Herausgeber der legendären Zeitschrift „Die Fackel“, erscheint aktueller denn je.

Für den Literaturnobelpreisträger Elias Canetti war Kraus der größte Satiriker deutscher Sprache, wobei der Berliner Kurt Tucholsky nicht vergessen werden sollte.

Sibylle Berg

Autorin Sibylle Berg erhält Hebel-Preis mit Verspätung

Die deutsch-schweizerische Schriftstellerin und Dramatikerin Sibylle Berg wird mit dem Johann-Peter-Hebel-Preis 2020 ausgezeichnet - allerdings erst im kommenden Jahr.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird normalerweise alle zwei Jahre im Rahmen des Hebelfests in Hausen im Wiesental vergeben. Berg soll ihn wegen der Corona-Pandemie allerdings erst im Mai 2021 erhalten, wie das Kunstministerium in Stuttgart mitteilte.

„Wie kaum eine andere zeitgenössische Autorin hat Sibylle Berg eine außergewöhnliche Sensibilität für ...

Auf die Freundschaft

Rafik Schami über die Freundschaft

Am besten ist sie dick, fest und alt. Sie kann aber auch zart und locker sehr schön sein. Ohne Freundschaft gibt es kein ausgefülltes, glückliches Leben. Und nie zuvor waren Freunde so wichtig wie heute, schreibt der syrisch-deutsche Schriftsteller Rafik Schami.

Aus mehreren Jahrhunderten und Kulturen hat er Geschichten und allerlei Weisheiten über die „Schwester der Liebe“ zusammengetragen. Der Band „Auf die Freundschaft“ lässt schmunzeln und grübeln, enthält Unterhaltsames und Überraschendes.

Nur wer lang lebt, ist ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft: Elias Canettis Stück „Die Befristeten“ regt zum Nachdenken an.

Theater-AG bringt Elias Canettis „Die Befristeten“ auf die Bühne

„Ich verstehe es nicht. Du willst sagen, dass kein Mensch, kein einziger Mensch eine Ahnung davon hatte, in welchem Augenblick er stirbt?“ Dieser Satz aus dem „Prolog über die alte Zeit“ aus Elias Canettis in den 1950er-Jahren entstandenen szenischen Gedankenspiels „Die Befristeten“ macht deutlich, wodurch sich die Gesellschaft Canettis von der realen unterscheidet. Es ist ein existenzielles Merkmal: Das Ausgesetzt-Sein der letzten Gefahr, dem Tod, ist abgeschafft.

Brechts Berlin

„Brechts Berlin“: Stadt mit „schamloser Großartigkeit“

Auf seiner ersten Zugreise von Augsburg nach Berlin erinnert sich der junge Bertolt Brecht an eine frühe Liebe und schreibt mit der „Erinnerung an Marie A.“ eines seiner berühmtesten Gedichte.

Brecht ist im Februar 1920 wenige Tage nach seinem 22. Geburtstag auf dem Weg in die Stadt, die nach seinen Worten überfüllt war „von Geschmacklosigkeiten, aber in was für einem Format“, und in der er mit der „Dreigroschenoper“ im Theater am Schiffbauerdamm 1928 einen seiner größten Triumphe erleben sollte.

Herta Müller

13 deutschsprachige Träger des Literaturnobelpreises

Der Nobelpreis für Literatur ist bisher dreizehn Mal in den deutschsprachigen Raum gegangen.

2009 - Herta Müller (geb. 1957), für eine Schriftstellerin, „die mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit zeichnet“. Bekannteste Werke: „Atemschaukel“ (Roman), „Der König verneigt sich und tötet“ (Essays) und „Herztier“ (Roman).

2004 - Elfriede Jelinek (geb.

Die Neue im Quartett: Thea Dorn.

Interview mit Thea Dorn über das Literarische Quartett

Berlin - Sie ist die Neue im „Literarischen Quartett“: Thea Dorn ersetzt Schriftsteller Maxim Biller, der sich aus dem Kritikerensemble verabschiedet hat. Am 3. März wird die meinungsfreudige Autorin und Moderatorin zum ersten Mal in der neuen Ausgabe des Lesemagazins „Das Literarische Quartett“ im ZDF zu sehen sein. Mit ihren Mitstreitern Volker Weidermann und Christine Westermann sowie dem Gast Elke Schmitter diskutiert sie über Neuerscheinungen von Martin Walser und Julian Barnes.

«Zwanzig Lewa oder tot»

„Zwanzig Lewa oder tot“ - Über Europas vergessene Völker

Was sind Gagausen? Sie leben als Minderheit in der Ex-Sowjetrepublik Moldau, die von ihrer russisch-rumänischen Doppelprägung immer wieder vor eine Zerreißprobe gestellt wird.

Sie sprechen eine dem Türkischen verwandte Sprache. Sie bekennen sich zum christlich-orthodoxen Glauben. Dennoch haben die Gagausen keine Identitätsprobleme, stellt der Salzburger Literaturwissenschaftler Karl-Markus Gauß fest. Das ist bemerkenswert in einer Welt, in der Multikulturalität von politischen Scharfmachern immer öfter infrage gestellt wird.

Mit 26 Nobelpreisträgern und 400 Nachwuchswissenschaftlern aus 80 Ländern sowie zahlreichen Ehrengästen haben sie am Sonntag die

Alfred Nobel würde der Geist von Lindau gefallen

Die klugen Köpfe sind wieder in der Stadt. Zahlreiche Ehrengäste haben bei der Eröffnungsveranstaltung am Sonntag im Stadttheater 29 Nobelpreisträger und 400 Nachwuchswissenschaftler gefeiert. Lob gab es dabei auch für Lindau: Alfred Nobel hätte dieses weltweit einzigartige Treffen sicher gefallen, sagte Klas Kärre vom Nobelkomitee in Stockholm.

Die Schweden würden zwar gemäß Nobels Testament jedes Jahr die Nobelpreise verleihen, dann verliere man aber den Kontakt zu den Laureaten, die man nur wieder einlade, wenn sie erneut einen ...