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Die Erde hat sie wieder: Marius Lindvik, Tourneesieger Dawid Kubacki und Karl Geiger (v. l.) nach acht Tagen auf dem Sprung (plu

Die Tournee in Zahlen: 1078,5 Meter Luftfahrt ins Glück

Bischofshofen - Die 318 Wettkampfsprünge sind gesprungen (der Pole Jakub Wolny wurde in Oberstdorf, der Japaner Junshiro Kobayashi in Garmisch-Partenkirchen disqualifiziert – deshalb die eigenwillige Summe), die 68. Vierschanzentournee ist Geschichte. Was in Erinnerung bleiben wird von ihr? Die Nervenstärke des Dawid Kubacki speziell in Bischofshofen, Karl Geigers Allgäuer In-Sich-Ruhen (samt Kurzzeit-Furor am Bergisel), die so weit tragende Unbekümmertheit eines Marius Lindvik .

Sven Hannawald

Hannawald lobt Karl Geiger: „Ein cooler Hund!“

Der ehemalige Weltklasse-Skispringer Sven Hannawald traut Karl Geiger nach dessen starken Auftritten bei der Vierschanzentournee noch einiges zu.

„Ein cooler Hund! Karl hat ein so festes Fundament und eine so stabile Technik, dass er sich lange oben halten kann“, schrieb der 45-Jährige in einer Kolumne der „Sport-Bild“ (Mittwoch-Ausgabe). „Hol dir im nächsten Jahr den Tournee-Sieg, Karl!““

Geiger hatte am Montag in Bischofshofen den Gesamterfolg verpasst.

Karl Geiger

Vierschanzentournee lockte an die Bildschirme

Der entscheidende Wettbewerb der Skispringer bei der Vierschanzentournee war am frühen Montagabend ein Quotenhit. 7,08 Millionen (27,0 Prozent) waren ab 18.29 Uhr im Ersten dabei. Am Ende setzte sich in Bischofshofen der Weltmeister Dawid Kubacki durch, Karl Geiger wurde als bester Deutscher Dritter in der Gesamtwertung.

Zur besten Sendezeit ab 20.15 Uhr hatte das ZDF die Nase vorne, dort lockte der Krimi „Das Mädchen am Strand“ mit Heino Fernch und Barbara Auer 6,27 Millionen (19,2 Prozent) an.

Glücklicher Dritter

Mit Dose in die Pause: Geiger darf kurz entspannen

In seine ersehnte Freizeit startete Karl Geiger mit einer Dose Bier. Auf dem Weg aus dem Sepp-Bradl-Stadion in Bischofshofen stoppte der Allgäuer am Kühlschrank im Pressezentrum, griff beherzt zu und verabschiedete sich mit einem Lächeln in eine kurze Erholungspause.

„Ich bin froh, dass ich mal die Füße hochlegen kann“, sagte der Dritte der Vierschanzentournee. Geiger will Zeit mit seiner Familie verbringen, den Akku aufladen. Dann geht's am Wochenende in Italien schon wieder um Weltcup-Punkte.

 Der Tourneesieger im Himmel über Bischofshofen: Dawid Kubacki gewinnt von der Paul-Außerleitner-Schanze und die Gesamtwertung.

Alles schick für Kubacki und Geiger bei der Tournee

Die Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen ist ein würdiger Ort für die Kür des Vierschanzentournee-Siegers: in Flutlicht getaucht, viel Atmosphäre, die Ränge mit 15 000 fein gefüllt. Der Bakken, Hillsize 142, ist auch durchaus speziell, hat einen flachen Anlauf, einen langen Übergang zum Schanzentisch, und auch der Tisch selbst ist nicht gerade kurz. Anfahrtshocke und Timing müssen stimmen. Wer zu früh Druck setzt, den bestraft mangelnde Weite.

 Marius Lindvik.

Marius Lindvik: Ein Ausgeschlafener auf Platz zwei

Das mit dem Volleyballspielen, sagt Daniel-André Tande, müsse Marius Lindvik noch deutlich besser machen. Da sei der Teamkollege, verglichen mit dem Rest von Norwegens Skispringern, pardon: eher lausig. Wird er verkraften, der 21-Jährige aus Sørum. Ein Grinsen: „Ich arbeite jeden Tag hart daran.“ Richtig gut hingegen ist Marius Lindvik in seiner eigentlichen Profession: Die Vierschanzentournee 2019/20 sah ihn als Zehnten, Ersten, Ersten und Dritten – gleich beim Debüt war das Gesamtrang zwei.

Die Teamkollegen heben Dawid Kubacki nach seinem Gesamtsieg in die Höhe.

Mehr Sonnenschein für Dawid Kubacki

Wie Dawid Kubacki Silvester begangen hat vor sieben Tagen in Garmisch-Partenkirchen? Zu vermuten steht, dass es recht gesittet zugegangen ist, anderntags wurde der 29-Jährige Dritter des Neujahrsspringens. Vielleicht also hat Dawid Kubacki sich irgendwann eine ruhige Ecke gesucht und sein Kopfkino eingeschaltet im Quartier von Polens Skispringern: Welch ein Jahr! Vierter der 67. Vierschanzentournee, am 13. Januar in Val di Fiemme der erste Weltcup-Erfolg, Platz fünf in der Saisonhierarchie, Gesamtsieg im FIS-Sommer-Grand-Prix und – als ...

Dawid Kubacki

Dawid Kubacki springt aus Stochs Schatten

Das Fliegen ist nicht nur auf der Skisprung-Schanze Dawid Kubackis große Leidenschaft. „Das meiste, was ich mache, hat mit der Luft oder mit dem Fliegen zu tun“, beschreibt der polnische Blondschopf und Vierschanzentournee-Champion seine Hobbys.

Der 29-Jährige baut in seiner Freizeit Modellflugzeuge und -Helikopter, ist begeisterter Segelflieger. Auf der Schanze springt er häufig unter dem Radar - der Fokus richtete sich beim polnischen Team bis zuletzt meist auf den zweimaligen Tourneegewinner und dreimaligen Olympiasieger Kamil ...

Tournee-Triumph für Kubacki - Geiger auf Gesamtrang drei

Skisprung-Weltmeister Dawid Kubacki aus Polen hat sich erstmals den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee gesichert. Der 29-Jährige feierte beim abschließenden Springen in Bischofshofen seinen ersten Tageserfolg und siegte als dritter Pole nach Adam Malysz und Kamil Stoch bei dem Traditionsevent. Karl Geiger aus Oberstdorf sicherte sich mit Platz zwei in der Tageswertung den dritten Gesamtrang. Gesamtzweiter wurde der Norweger Marius Lindvik. Vorjahressieger Ryoyu Kobayashi aus Japan wurde Vierter.