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Colem McCann: «Apeirogon»

Der Tod zweier Kinder im Nahen Osten

Der gewaltsame Tod von Kindern durch Krieg, Bürgerkrieg oder Terror löst als Nachricht vielleicht kurz Betroffenheit aus, bis er bei der nächsten Nachricht auch schon wieder abgehakt ist.

Colum McCann liefert mit „Apeirogon“ den über 600 Seiten unerträglich herzzerreißenden und zugleich aufmunternden Gegenentwurf, wenn er von zorniger Trauer des Palästinensers Bassam Aramin und des Israeli Rami Elhanan um ihre beiden ermordeten Töchter und dem daraus folgenden gemeinsamen Einsatz für Frieden und Versöhnung erzählt: „Die Arbeit wurde ...

Trauern für den Frieden

Sie nennt ihn „Habibi“ – „mein Lieber“ auf Arabisch. Er lächelt nachsichtig, wenn sie ihren mütterlichen Kumpelton anschlägt. Robi Damelin (69) und Bassam Aramin (45) sind ein eingespieltes Team, die Israelin aus Tel Aviv und der Palästinenser aus dem Ost-Jerusalemer Vorort Anata.

Sie trägt einen superkurzen Haarschnitt, weit geschnittene Alternativklamotten und wohnt unweit vom Kikar Medina, dem riesigen Rondellplatz, der von Luxusgeschäften und netten Cafés umsäumt ist.