Zweite Ski-Garde auf Leistungsschau vor WM

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Deutsche Presse-Agentur

Bei der Slalom-Party in Schladming galt die Aufmerksamkeit der deutschen Ski-Fans wieder voll und ganz Felix Neureuther. Als einziger Alpin-Herr hat der 24-Jährige schon lange vor den Weltmeisterschaften im französischen Val d'Isère das WM-Ticket gebucht.

Im Gegensatz zum Slalom-Spezialisten hatten drei Rennen vor dem Titelkampf-Start weder die Speed-Brüder Andreas und Peter Strodl sowie Schussfahrer Stephan Keppler noch die Techniker Stefan Kogler und Fritz Dopfer, die sich am WM-Ort von 2013 noch einmal beweisen wollten, die Qualifikation in der Tasche. Dennoch werden einige von ihnen beim Saisonhöhepunkt zum Zuge kommen. „Man muss auch mal einen Invest in die Zukunft machen“, kündigte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier weiche Nominierungskriterien an.

Für Olympia 2010 und erst recht für die Heim-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen will der Deutsche Skiverband (DSV) seine Herren- Mannschaft wieder auf eine breitere Basis stellen. Auch ohne die offizielle Nominierungsrichtlinie von einem Platz unter den besten Acht oder zwei Top-15-Rängen zu erfüllen, haben in diesem Winter besonders Speed-Fahrer Andreas „Anda“ Strodl und Slalom-Spezialist Kogler aus Schliersee jeweils einen großen Schritt gemacht. Pech hatte Dominik Stehle, dem Mitte Januar das Kreuzband im linken Knie riss.

„Der Anda zeigt genau das, was wir sehen wollen. Das ist ein junger Bursche, der angreift“, lobte Maier den mit 21 Jahren jüngeren der beiden Strodl-Brüder aus Partenkirchen. Nur einen Tag nach seinem Trainingssturz erreichte er als 24. im Super-G sein bisher bestes Weltcup-Ergebnis - in die Top-20 schaffte es im WM-Winter bisher kein deutscher Speed-Fahrer. Das Talent mit den für einen Abfahrer (noch) erstaunlich schmalen Oberschenkeln wird behutsam aufgebaut. Zur Streif-Abfahrt ließ der DSV ihn nicht starten, am Samstag auf der heimischen Kandahar soll Strodl wieder unbekümmert loslegen. „Ich erwarte, dass er in Garmisch genauso runterknallt wie in Kitzbühel“, sagte Maier, der den Sportsoldaten trotz seiner erst zwölf Weltcup- Starts fest für die WM-Teilnahme auf dem Zettel hat.

Mit den Rängen 16 und 18 bei den Slaloms in Levi und Alta Badia hatte Stefan Kogler schon vor Weihnachten seinen Platz als einziger Techniker neben Neureuther im deutschen WM-Aufgebot praktisch gebucht. Für die Torläufe in Schladming und Garmisch hatte er sich trotzdem noch einmal viel vorgenommen: „Natürlich will man sich lieber mit zwei Top-15-Ergebnissen für die WM qualifizieren.“

Wie der kleine Strodl steht im Speed-Bereich wohl Stephan Keppler als WM-Teilnehmer fest. „Ich denke schon, dass ich dabei bin“, sagte der 25-Jährige. Vor gut zwei Jahren hatte der Ebinger mit zwei achten Weltcup-Plätzen schon einmal an die Tür zur Weltklasse geklopft, nach einem Kreuzbandriss vor einem Jahr findet der wagemutige Abfahrer in dieser Saison langsam wieder zu alter Stärke.

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