Zöggeler siegt - Kampfansage von Geisenberger

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Deutsche Presse-Agentur

Auch bei der WM-Generalprobe konnten die deutschen Männer ihre schwarze Serie in Altenberg nicht beenden, dafür sorgte ausgerechnet „Küken“ Natalie Geisenberger für den Lichtblick aus deutscher Sicht.

Die 20 Jahre alte Senkrechtstarterin stoppte den Siegeszug von Tatjana Hüfner und richtete nach ihrem zweiten Weltcup-Erfolg eine Kampfansage an die Titelverteidigerin. „So ein Sieg stärkt das Selbstbewusstsein. Bei der WM fahre ich voll auf Angriff.“ Im Schatten der strahlenden Siegerin konnten sich knapp zwei Wochen vor den Titelkämpfen in Lake Placid (USA) aber auch die anderen deutschen Rodler mit der guten Ausbeute von sechs der neun Podestplätze sehen lassen: „Wir gehen in sehr positiver Stimmung rüber zur WM“, freute sich der dreimalige Olympiasieger Georg Hackl über den gelungenen letzten Testlauf für den Saisonhöhepunkt.

Weiter auf ihren allerersten Sieg auf der Heimbahn im Erzgebirge müssen die jungen deutschen Männer-Einsitzer trotz einer starken Vorstellung warten. Altmeister Armin Zöggeler aus Italien konnte die jungen Deutschen einmal mehr in Schach halten und verwies die Weltmeister Felix Loch und David Möller mit deutlichem Vorsprung auf die weiteren Podestplätze. Mit seinem dritten Altenberg-Sieg in Serie untermauerte der zweimalige Olympiasieger aus Südtirol auch seine Ansprüche auf den sechsten WM-Titel.

Gegen Zöggeler war einmal mehr kein Kraut gewachsen, dennoch überzeugten die jungen Deutschen auf der schwierigen Eisrinne. Senkrechtstarter Loch, für den es in den USA um die Verteidigung seines vor einem Jahr sensationell eingefahrenen Titels geht, zeigte sich von seinem doppelten Bänderriss in der Schulter gut erholt und machte seinen vierten Podest-Rang in Serie perfekt. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte der 19-Jährige. Der zweimalige Weltmeister Möller, der sich vor zehn Tagen beim Krafttraining einen Kreuzbandriss im Knie zugezogen hatte, ließ sich von der Verletzung nicht bremsen und feierte eine fast rundum gelungene WM-Generalprobe. „Nur der Schlitten wollte nicht ganz so schnell, wie er sollte.“

Für unerwartete WM-Spannung sorgte Geisenberger mit ihrem Coup gegen Seriensiegerin Hüfner - und für ungewohnte Töne: „Es ist nicht mein Ziel, Tatjana zu schlagen. Ich möchte selbst gewinnen“, sagte die Europameisterin aus Miesbach nach ihrem zweiten Saisonsieg. Die zweimalige Weltmeisterin aus Oberwiesenthal nahm ihren zweiten Platz nach verpatztem ersten Lauf gelassen: „Der zweite Lauf war nicht optimal, der erste noch weniger. Beim nächsten Rennen sieht es wieder anders aus.“ Dann ist auch Corinna Martini mit von der Partie, die sich mit dem vierten Platz hinter Anke Wischnewski auf den letzten Drücker das WM-Ticket sichern konnte.

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