WM-Countdown: Riesch und Neureuther mit Pleiten

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Deutsche Presse-Agentur

Maria Riesch und Felix Neureuther haben beim WM-Countdown noch nicht den Turbo gezündet. Gut eine Woche vor dem Saisonhöhepunkt gab es für die beiden deutschen Vorzeige-Alpinen im Riesenslalom der Damen und beim Torlauf-Klassiker zwei Nullnummern.

Für das beste deutsche Ergebnis in Cortina d'Ampezzo sorgte dennoch einmal mehr Maria Riesch, die sich in der Abfahrt hinter Siegerin Dominique Gisin (Schweiz) als Fünfte einreihte. Beim Riesentorlauf-Erfolg von Kathrin Zettel (Österreich) konnte Viktoria Rebensburg als Siebte mit Karriere-Bestleistung. Vor Postkarten-Kulisse in den italienischen Dolomiten konnte Rebensburg mit dem WM-Ticket die deutsche Bilanz ein bisschen schönen.

Beim vom schlimmen Unfall des Schweizers Daniel Albrecht überschatteten Ski-Spektakel in Kitzbühel (Österreich) war Didier Defago (Schweiz) eine Woche nach seinem Wengen-Coup auch auf der Streif der Schnellste. Das Slalom-Rennen gewann Julian Lizeroux (Frankreich) - Silvan Zurbriggen (Schweiz) die Hahnenkamm-Kombinations-Wertung.

Gut 80 000 Zuschauer kamen laut Veranstalter am Wochenende zum Ski-Spektakel in Kitz. Doch wie schmal der Grat zwischen Tragik und Trophäen im alpinen Rennsport ist, machte die Sorge um Kombinations-Weltmeister Albrecht deutlich. Der 25-Jährige liegt noch immer im künstlichen Koma. Wann er aus dem Tiefschlag geholt wird und ob er nach seinem fürchterlichen Trainingssturz auf der Streif, bei dem er ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Lungenverletzung erlitt, jemals wieder richtig gesund wird, konnte noch niemand mit letzter Gewissheit sagen.

Während die Ärzte auf der Intensivstation weiter um die Gesundheit des Schweizers kämpften, räumten seine Landsmänner beim Heim- Höhepunkt der Österreicher groß ab. Defago gewann nach seinem Wengen-Coup auch auf der Streif und eiferte mit dem Klassiker-Doppelpack Ski-Legenden wie Jean Claude Killy, Karl Schranz und Franz Klammer nach, denen das Kunststück ebenfalls in einer Saison gelang. „Didiers Sieg ist sicher auch ein Geschenk an Dani. Wenn er jetzt wach wäre, würde er sich sehr freuen“, sagte Verbandspräsident Urs Lehmann. Österreich verlor nicht nur die Rennen, sondern auch Benjamin Raichs ersten Platz in der Gesamtwertung an Ivica Kostelic (Kroatien).

Im Spielcasino gewann Neureuther noch etwas mehr als 150 Euro, im Slalom gab es dagegen die vierte Nullnummer im sechsten Saison-Rennen seiner Spezialdisziplin. „Dieser Slalom ist ein Spiegel der ganzen Saison“, ärgerte sich der Partenkirchener über den Fehler. „Wenn ich aber bei der WM dann eine Medaille hole, vergesse ich das Ganze hier.“ Stephan Keppler holte bei der Abfahrt als 28. Punkte.

Die nächste Chance gibt es für Neureuther am 27. Januar beim Schladminger Nachtslalom, Maria Riesch darf schon einen Tag vorher im Super-G wieder auf ein Podest hoffen. In der Abfahrt legte sie als Fünfte „keine perfekte Fahrt“ hin - hofft aber auf mehr. „Es wäre mein Traum, auch mal wieder eine Abfahrt zu gewinnen“, sagte die 24-Jährige nach der letzten Schussfahrt vor der WM. In der Gesamtwertung verlor sie etwas an Boden auf die um 72 Zähler führende Lindsey Vonn (USA). Vor einem Jahr hatte Riesch in Cortina - wo sie schon zweimal auf das Podest fahren konnte, sich aber auch schon am Kreuzband verletzte - nach dem 18. Platz in der Abfahrt im Super-G beim umjubelten Sieg zurückgeschlagen.

Endlich darf auch Viktoria Rebensburg (Kreuth) für die WM planen. Denn wie in Zwiesel vor zwei Jahren fuhr die 18-Jährige im Riesenslalom wieder auf Platz sieben. „Das war extrem wichtig für die Psyche, das gibt mir Selbstvertrauen. Die WM kann jetzt kommen“, sagte Rebensburg, die vor zwei Jahren in Are als Nobody auf WM-Rang acht gerauscht war.

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