„Wir hatten echt Bammel, wie wir das alles stemmen“

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 Martin Strobel (Mi.) ist zurück.
Martin Strobel (Mi.) ist zurück. (Foto: David Inderlied)
Schwäbische Zeitung

Die Handballer der HBW Balingen-Weilstetten finden sich nach ihrem Aufstieg in die Bundesliga gut zurecht. Nun hat auch noch Rückraumspieler Martin Strobel nach langer Verletzungspause sein Comeback gegeben. Felix Alex hat mit HBW-Geschäftsführer Wolfgang Strobel über seinen Bruder, neue Herausforderungen und die anstehenden Derbywochen geredet.

Herr Strobel, am Wochenende stand ihr Bruder neun Monate nach seiner schweren Knieverletzung zum ersten Mal wieder auf der Platte. Wie sehr haben Sie mitgelitten?

Es war einfach eine schöne Sache, dass er wieder spielen konnte, reingekommen ist und sogar ein Tor gemacht hat. Ich habe ihn nach dem Spiel nur kurz gesprochen, aber es ist alles gut gelaufen. Aber man muss auch sehen, dass es insgesamt nur fünf Minuten waren und es jetzt Stück für Stück gesteigert wird.

Wann kann man denn wieder mit einem Martin Strobel in Topform rechnen? Trotz seiner 33 Jahre wird er ja sogar noch für die Nationalmannschaft und die Europameisterschaft, die in knapp zwei Monaten beginnt, gehandelt.

Wir sind gut beraten, uns auf seine Steigerung in der Liga zu konzentrieren und wie er trainiert. Alles andere macht keinen Sinn und diese Frage stellt auch niemand anderes als die Öffentlichkeit. In der Medizin spricht man von der Verletzungszeit mal zwei. Das ist der Standard und gängig.

Kommen wir zu Ihren Galliern von der Alb. Mit drei Siegen und einem Unentschieden aus zehn Spielen steht das Team auf Platz 14 recht gut da. Rundum zufrieden?

Vollkommen nicht, dann hätten wir mehr Punkte (lacht). Zu Hause hatten wir gegen Melsungen und Berlin zwei Spiele, die sehr gut gelaufen sind und wir arbeiten nun ruhig weiter. Das ist auch das, was uns letztes Jahr stark gemacht hat und auch dieses Jahr auszeichnet. Alles andere wäre vermessen.

Vor der Saison haben Sie in der „Schwäbischen Zeitung“ gesagt, dass nur in der Liga zu bleiben, nicht das alleinige Ziel ist.

Nicht absteigen will eh jeder. Und für einen Aufsteiger und jeden hier im Umfeld ist das klar, deswegen brauchen wir darüber nicht zu sprechen. Es geht um eine Entwicklung des Ganzen. Die sehen wir momentan und deshalb sind wir damit zufrieden.

Entwickeln musste sich auch das Umfeld. Mit Ehrenamtlern und einem regulären Spieltag am Donnerstag keine einfache Mission.

Das stimmt und das ist besser gelaufen als erwartet. Zuvor hatten wir echt Bammel, wie wir das alles stemmen und nun läuft es noch besser als gedacht. Ich nenne mal das Beispiel eines 19 Uhr-Spiels an einem Donnerstag mit 140 ehrenamtlichen Helfern. Da ist um 17.40 Uhr Hallenöffnung. Jeder Mensch weiß, wie lange man unter der Woche arbeitet. Das reicht also nicht, wenn die Helfer um 17 Uhr kommen und das heißt, dass viele am Mittwochabend her kommen und die Halle zum Teil schon aufbauen und zum Teil auf der Arbeit Überstunden machen, damit sie am Donnerstag schon ab 16 Uhr in der Halle sein können. Das ist sensationell.

Ebenso die kommenden Wochen, die es regional in sich haben.

Das stimmt, eigentlich haben wir ja drei Derbys. Am Donnerstag geht es zu Hause gegen Stuttgart schon gut los. Danach dann in Göppingen und gegen Friesenheim wieder zu Hause. Das sind die drei Spiele gegen die nähesten Gegner. Die Spieler können manchmal damit gar nicht mehr so viel anfangen, aber für die Fans und die Helfer, die die gegnerischen Fans und Betreuer schon so lange kennen, ist das in der Halle immer eine besondere Stimmung. Letztes Jahr hatten wir in der 2. Liga kein Derby. Unser nähester Gegner kam aus Würzburg, da ist das jetzt natürlich eine super Situation.

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