Windsurfer Köster will WM-Titel Nummer fünf

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Philip Köster
Einer der besten Windsurfer der Welt: Philip Köster. (Foto: Frank Molter/dpa / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Tatjana Pokorny

Am Mittwoch lag Philip Köster noch mit einem grippalem Infekt im Bett. „Die zwei Tage Flug nach Maui haben mir den Rest gegeben“, sagte Deutschlands erfolgreichster Windsurfer, der vor seinem nächsten Karriere-Höhepunkt steht.

Denn der 25-Jährige kämpft von Sonntag an vor Maui auf Hawaii um seinen fünften WM-Titel nach 2011, 2012, 2015 und 2017. Beim Weltcup vor Sylt vor drei Wochen, wo es ihn nach vielen Tage „im Neo auf Standby“ erkältungstechnisch erwischte, hatte sich der sprunggewaltige Brettartist mit seinem Satz an die Spitze der Weltrangliste die ideale Ausgangsposition verschafft.

Doch die Konkurrenz in der Königsdisziplin Wellenreiten ist stark. „Ich glaube, dass das Rennen um den Titel offen ist“, sagt der 1,93 Meter große Köster. „Natürlich werde ich alles geben, bin in sehr guter Position. Aber die anderen sind auch sehr motiviert.“ Die anderen sind der Weltranglisten-Zweite Victor Fernandez aus Spanien, der Dritte Marcilio Browne aus Brasilien und der Fünfte Ricardo Campello aus Venezuela. Der australische Weltranglisten-Vierte Jaeger Stone ist verletzt.

Die Bedingungen vor Haiwaii sind für Köster eine Herausforderung. „Leider wird es weniger um Sprünge, sondern mehr ums Wellenreiten gehen“, erklärt der Sprungkönig. „Es sind sehr hohe Wellen und wenig Wind angesagt, was das Springen unmöglich macht.“ Als stärkste Rivalen nennt er Browne und Campello, „die sehr gut die Wellen abreiten“. Zudem kommt der Wind vor Maui im Gegensatz zu den europäischen Revieren meist von rechts - nicht Kösters Schokoladenseite. „Doch ich habe hier viel trainiert, komme mittlerweile gut klar.“ Doch dafür muss Köster erstmal gesund werden: „Ich denke aber, dass ich zum Wochenende wieder fit bin.“

Mit Maui hat der Sohn Hamburger Auswanderer, der wenige Meter vom Wasser entfernt in Playa de Vargas auf Gran Canaria als Achtjähriger das Windsurfen vom Vater lernte, eine Rechnung offen: „Ich will mir selbst beweisen, dass ich es auch hier schaffen kann. Bei den letzten Events hatte ich oft Pech, war entweder im Krankenhaus oder habe viel Material kaputtgemacht.“ Für den Erfolg verbringt Köster gut 300 Tage im Jahr auf dem Wasser, hat bis zu 30 verschiedene Boards unter den Füßen.

Seit er als Siebzehnjähriger seinen ersten WM-Titel gewann, nennt man Köster „Windsurf-Wunderkind“. Inzwischen ist der bodenständige Sympathieträger, der „lieber auf dem Wasser als an Land Party macht“, gereift. Ein Kreuzbandriss im rechten Knie hatte den Deutsch-Kanaren im September 2016 aus der Bahn geworden, bevor er sich 2017 seinen vierten WM-Titel erkämpfte. Mittlerweile hat er auch Spaß am Stand-Up-Paddling gefunden, über seine slowenische Freundin und Profi Manca Notar. Seine Leidenschaft aber bleibt das Windsurfen. „Für mich ist es die große Freiheit.“

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