Wie sieht die Darts-Zukunft der Frauen aus?

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Fallon Sherrock
Tritt bei der Pomi-Darts-WM an: Fallon Sherrock. (Foto: Tess Derry / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Patrick Reichardt und Tom Nebe

Mit pinker Bluse, pinken Pfeilen und phänomenalem Sport begeisterte Darts-Spielerin Fallon Sherrock Fans, Kollegen und Medien bei der Weltmeisterschaft in London.

Ihre beiden Siege über Landsmann Ted Evetts (3:2) und den Österreicher Mensur Suljovic (3:1) sind fortan in den Geschichtsbüchern der Trendsportart verewigt. Schon während der WM-Tage im „Ally Pally“ herrschten riesiger Rummel und weltweite Aufmerksamkeit für die „Queen of the Palace“. Doch wie geht es nach der bisher einmaligen Darts-Sensation für die Frauen weiter?

Die Deutsche Presse-Agentur beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie geht es für Fallon Sherrock weiter?

Turbulent. „Mein Spielplan für 2020 wird sehr voll sein. Ich hatte als Darts-Spielerin noch nie so viel Unterstützung“, sagte die 25 Jahre alte alleinerziehende Mutter. Am 4. Januar (20.15 Uhr/ProSieben) steht sie bei der Promi-Darts-WM mit Ex-Fußballer Luca Toni an der Scheibe, im Februar darf sie in der prestigeträchtigen Premier League in Nottingham an den Start gehen und im Sommer wird sie dann mit der World Series die ganz große Tournee in Angriff nehmen. Dänemark, Deutschland, Australien, USA und Neuseeland heißen dann ihre Stationen.

Was bedeutet ihre kurzfristige WM-Absage bei der BDO?

Für die British Darts Organisation ist das ein absolutes Debakel. Sherrock wird nach ihrer furiosen WM als das große Zugpferd des Frauen-Sports verkauft, sie nimmt diese Rolle in der ganz breiten Öffentlichkeit auch gerne an. Doch ihre Absage trifft die BDO schwer. „Ich bin ein bisschen enttäuscht über die Kürzung des Preisgeldes. Ich muss an mich und meinen kleinen Sohn denken“, sagte sie bei DAZN, ihr Management hatte „mehrere Gründe“ für die Absage genannt. Man kann davon ausgehen, dass ein einziger Abend bei der Promi-Darts-WM lukrativer ist als der mögliche WM-Titel gegen die Frauenkonkurrenz.

Wie können andere Frauen von der Sherrock-Sensation profitieren?

Bisher wenig bis gar nicht. Während Sherrock rumgereicht und zu diversen Events eingeladen wird, ändert sich für die japanische Weltmeisterin Mikuru Suzuki beispielsweise erstmals gar nichts. Dabei hatte die 37-Jährige im Dezember beim 2:3 gegen James Richardson den ersten WM-Sieg einer Frau zwei Tage vor Sherrock nur haarscharf verpasst. Suzuki wird bei der Frauen-WM ab diesem Samstag an den Start gehen. Im Kampf für mehr Gleichberechtigung zählt bislang nur Sherrock und nicht die gesamte Frauen-Darts-Szene.

Was ändert sich für die nächste PDC-WM im Dezember 2020?

Dazu hat sich der Weltverband nach der WM noch nicht im Detail geäußert. „Wir sind ein genderneutraler Sport, also wir haben keine Männer und Frauen als Darts-Spieler. Wir haben einfach nur Darts-Spieler. Es ist eine Leistungsgesellschaft, es zählen also nur die Ergebnisse“, sagte Barry Hearn während des Turniers der dpa. Die zwei fixen Startplätze für Frauen dürften bestehen bleiben, weitere könnten in naher Zukunft folgen. Und dass im „Ally Pally“ kommenden Dezember eine WM ohne Sherrock beginnt, ist derzeit auch nicht so richtig vorstellbar.

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