Wie eine Notlüge Fußball-Legende Fritz Walter vor dem Tod auf dem Schlachtfeld bewahrte

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Die Roten Jäger 1943. Fritz Walter grüßt Hitler als Zweiter von links.
Die Roten Jäger 1943. Fritz Walter grüßt Hitler als Zweiter von links. (Foto: Fotos (3): Archiv der Traditionsgemeinschaft Jagdgeschwader 52/Manfred H. H. Wägenbaur)

„11 rote Jäger“ - ein „ungewöhnliches Buch“

Dass Fußballer ihre Erinnerungen zu Papier bringen, ist kein kein Phänomen der Neuzeit. Was Fritz Walter jedoch mit „11 rote Jäger - Nationalspieler im Kriege“ ablieferte, nimmt eine Sonderrolle ein - auch unter den Büchern des Vielschreiber Walter. „Es ist ein ungewöhnliches Buch. Soetwas kenne ich ich von keinem anderen Spieler“, verdeutlicht Markwart Herzog. Der Sporthistoriker weiter: „Fritz Walter hat in all seinen Büchern den politischen Kontext vollkommen ausgeblendet und den sportlichen Tunnelblick eingeschaltet.“ Bei den „roten Jägern“ sei das anders. Das, die authentischen Bilder sowie die Auflistung und Kurzbiografien der gefallenen Kameraden machen es zu „einem Erinnerungsort für die gefallenen Nationalspieler“. Auch wenn Walter seinen privilegierte Weg schildere, sei es dennoch symptomatisch für so viele Lebenswege. „Sie haben alle Möglichkeiten genutzt um ihre Kraft zu erhalten und keine Knarre in die Hand nehmen zu müssen. Lieber Fußball spielen“, sagt der Direktor der Schwabenakademie. (Falx)

34 deutsche Nationalspieler kamen im 2. Weltkrieg ums Leben. Dass es den späteren Weltmeister-Kapitän von 1954 nicht traf, hat er ganz besonderen Umständen zu verdanken.

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„11 rote Jäger“ - ein „ungewöhnliches Buch“

Dass Fußballer ihre Erinnerungen zu Papier bringen, ist kein kein Phänomen der Neuzeit. Was Fritz Walter jedoch mit „11 rote Jäger - Nationalspieler im Kriege“ ablieferte, nimmt eine Sonderrolle ein - auch unter den Büchern des Vielschreiber Walter. „Es ist ein ungewöhnliches Buch. Soetwas kenne ich ich von keinem anderen Spieler“, verdeutlicht Markwart Herzog. Der Sporthistoriker weiter: „Fritz Walter hat in all seinen Büchern den politischen Kontext vollkommen ausgeblendet und den sportlichen Tunnelblick eingeschaltet.“ Bei den „roten Jägern“ sei das anders. Das, die authentischen Bilder sowie die Auflistung und Kurzbiografien der gefallenen Kameraden machen es zu „einem Erinnerungsort für die gefallenen Nationalspieler“. Auch wenn Walter seinen privilegierte Weg schildere, sei es dennoch symptomatisch für so viele Lebenswege. „Sie haben alle Möglichkeiten genutzt um ihre Kraft zu erhalten und keine Knarre in die Hand nehmen zu müssen. Lieber Fußball spielen“, sagt der Direktor der Schwabenakademie. (Falx)

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