Wertvoll wie nie: NHL-Goalie Grubauer glänzt für Washington

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Parade
Capitals-Goalie Philipp Grubauer (M) hält gegen Sidney Crosby (r) von den Pittsburgh Penguins. (Foto: Gene J. Puskar/AP / DPA)
Kristina Puck

Selbst dem Eishockey-Superstar Alexander Owetschkin stahl der überragende Philipp Grubauer die Show. Reihenweise zeigt der 26 Jahre alte Torwart in dieser Saison, wie wertvoll er für die Washington Capitals ist.

Auch als Weltklassestürmer Owetschkin gegen die Pittsburgh Penguins zum 1000. Mal in der nordamerikanischen Profiliga zum Einsatz kam, wurde der Rosenheimer Torwart - in seinem erst 100. NHL-Spiel - mit spektakulären Paraden zum gefeierten Mann. Nach Enttäuschungen in den vergangenen Jahren ist er in seiner sechsten NHL-Saison so nah dran wie nie, die Nummer eins zu werden.

„Er bekommt seine Anerkennung für die harten Jahre“, schwärmte Bundestrainer Marco Sturm in seiner Kolumne für NHL.com. „Bei gelegentlichen Einsätzen ist es schwer, seine Klasse unter Beweis zu stellen, aber jetzt hatte er mehrere am Stück und hat gezeigt, was für ein überragender Torhüter er ist.“

Bei seinem Jubiläum am Sonntag glänzte Grubauer derart, dass er Washington ein 3:1 gegen Stanley-Cup-Sieger Pittsburgh und vorzeitig den Gewinn der Metropolitan Division sicherte. Auch in den Playoffs will er dem lange unangefochtenen Braden Holtby die Rolle als Nummer eins weiter streitig machen. Die „Washington Post“ meinte: „Grubauer gibt Washington die beste Chance, in den Playoffs weit zu kommen.“

Sturm schrieb von einem „Luxusproblem“ für die Capitals: „Mich freut bei der ganzen Geschichte jedenfalls, dass jetzt alle erkennen können, wie gut Grubauer in der Tat ist.“ Anders als mit Topstar Leon Draisaitl, mit Verteidiger Dennis Seidenberg und Torwart Thomas Greiss, die die NHL-Playoffs verpassten, wird Sturm mit Grubauer vorerst nicht über einen Einsatz bei der WM in Dänemark vom 4. bis 20. Mai reden können. Nur bei einem frühen Playoff-Aus käme Grubauer infrage. Den Olympia-Silbergewinnern würde er richtig gut tun.

In Washington war der Bayer schon lange ein starker Ersatzmann, hatte in Holtby aber einen der besten NHL-Goalies vor sich. In dieser Saison hat er mit bislang 34 Einsätzen seine 24 Spiele von 2016/17 schon vor den beiden letzten Partien der Capitals in der regulären Saison überboten. Er hat 92,5 Prozent der Schüsse abgewehrt, ist mit einem Gegentorschnitt von 2,29 ligaweit Nummer fünf.

Sein zwei Jahre älterer Teamkollege und Konkurrent Holtby hat in seinen 53 Einsätzen eine Fangquote von 90,8 Prozent und musste im Schnitt 2,99 Treffer hinnehmen. „Ich habe schon immer gesagt, dass wir zwei Nummer-eins-Torhüter haben, und nun beginnt jeder, das zu realisieren“, lobte Stürmer T.J. Oshie Grubauer: „Er ist unser wertvollster Spieler in den letzten eineinhalb Monaten, denke ich.“

Längst ist vergessen, dass Grubauer seine ersten sechs Saisonspiele verlor. „Je mehr ich spiele, desto besser fühle ich mich“, sagte der Nationaltorhüter. „Was passiert, passiert. Die Trainer werden entscheiden. Alles, was ich tun kann, ist zu versuchen, Spiele zu gewinnen und mein Bestes zu zeigen.“

Capitals-Coach Barry Trotz weiß, dass er sich auf Grubauer verlassen kann. Er plant mit beiden Goalies für die Playoffs. Wer den Vorzug bekommt, hat er bislang nicht gesagt. Playoff-Erfahrung hat „Grubi“ allerdings so gut wie keine. Nur 2015 durfte er einmal von Beginn an ran. 37 Playoff-Partien hat Holtby für Washington nacheinander bestritten. Diese Serie könnte bald zu Ende sein.

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