Werder sinnt auf Pokal-Revanche

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Deutsche Presse-Agentur

Zwei Kleine wollen die Großen ärgern, Werder Bremen hat noch eine Rechnung offen und sinnt bei Borussia Dortmund auf Revanche: Die Begegnung im Signal Iduna Park ist die Top-Partie des zweiten Teils im Pokal-Achtelfinale.

Eine spezielle Herausforderung auch für Bremens Star-Fußballer Diego. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr war der Brasilianer bei der 1:2-Niederlage in Dortmund die tragische Figur. Nach einem 0:2-Rückstand verkürzte der eingewechselte Diego auf 1:2, scheiterte aber fünf Minuten vor dem Abpfiff mit einem Foulelfmeter an BVB-Keeper Marc Ziegler.

In Dortmund, wo schon zwei Tage vor dem Duell mit dem fünfmaligen Pokal-Gewinner Bremen weit mehr als 70 000 Eintrittskarten verkauft waren, sind die Erstligisten ebenso unter sich wie in Leverkusen, wo Bayer 04 Energie Cottbus empfängt. An den zwei anderen Spielorten sind die Rollen klar verteilt: Der finanzschwache Zweitliga-Vorletzte SV Wehen Wiesbaden ist als Gast des Karlsruher SC gleichermaßen Außenseiter wie Liga-Konkurrent Hansa Rostock beim VfL Wolfsburg.

Der in der Bundesliga nach seiner Würge-Attacke gegen den Karlsruher Christian Eichner noch gesperrte Diego will im Fall des Falles abermals Verantwortung übernehmen. „Natürlich werde ich wieder schießen“, kündigte er an. Körperlich sei sein Zustand „perfekt“, und von Führerschein-Problemen, privaten Schlagzeilen oder Ablöse- Gerüchten will er sich nicht ablenken lassen: Diego denkt nur daran, den Fehlschuss beim späteren Pokal-Finalisten Dortmund vergessen zu machen. BVB-Trainer Jürgen Klopp, der erstmals die Tottenham-Leihgabe Kevin-Prince Boateng einsetzen will, bezeichnete Werder als „bärenstarken Gegner, der uns sehr viel abverlangen wird“.

Wehens neuer Coach Wolfgang Frank, der seine Pflichtspiel-Premiere bei den Hessen gibt, glaubt beim KSC trotz dessen Winter-Einkäufen Marco Engelhardt und Giovanni Federico an eine Erfolgsmöglichkeit: „Wenn wir als Team an unsere Leistungsgrenze herankommen, haben wir eine reelle Außenseiterchance.“ Die schwer kriselnden Rostocker haben vor dem Aufeinandertreffen mit Wolfsburg personell nachgelegt. Vom 1. FC Köln wurde Verteidiger Kevin Schöneberg unter Vertrag genommen. Mit den weiteren Neulingen Krisztian Lisztes, Sebastian Svärd und Finnlands Torschützenkönig Henri Myntti sieht Trainer Dieter Eilts trotz dreier Ausfälle neue Stärke: „Wir wollen in die nächste Runde einziehen“, sagte der ehemalige U 21-Nationalcoach selbstbewusst.

Ähnlich wie Bremen in Dortmund hat auch Leverkusen gegen Cottbus Gelüste, im Pokal das gutzumachen, was beim 1:1 am letzten Bundesliga-Hinrundenspieltag schiefging. „Wir wollen beweisen, dass es ein Ausrutscher war“, nahm sich Stürmer Stefan Kießling vor der ersten Bayer-Pflichtpartie im Düsseldorfer Ausweichquartier LTU arena vor. Bei Cottbus steht der Tscheche Jan Rajnoch vor seinem Debüt. Wolfsburgs Trainer Felix Magath ließ vor dem Duell mit Rostock noch offen, ob er die neu geholten Profis Yoshito Okube und Peter Pekarik einsetzt. Torjäger Grafite (Fersenbeinbruch) und Nationalspieler Marcel Schäfer (Innenbandanriss) kehren in die Startelf des Erstliga- Neunten zurück. „Ich freue mich auf Rostock“, sagte der Brasilianer Grafite, der in der Bundesliga in elf Spielen elf Treffer erzielte.

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