Werder-Präsident Born lässt Ämter ruhen

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Deutsche Presse-Agentur

Präsident Jürgen L. Born lässt von sofort an seine Ämter bei Werder Bremen ruhen. Das teilte der Fußball-Bundesligist mit. Born reagierte damit auf die öffentliche Diskussion um die Vorgänge rund um den Transfer des Spielers Roberto Silva.

„Die Vertreter des Aufsichtsrates begrüßen und akzeptieren ausdrücklich diesen Schritt von Jürgen Born“, erklärte der Werder- Aufsichtsratsvorsitzende Willi Lemke. „Wir werden alles daran setzen, damit es zu einer schnellen Aufklärung der Angelegenheit kommt.“

Nach peruanischen Medienberichten soll Born bei dem Transfer des peruanischen Spielers Roberto Silva, der im Sommer 2001 von Sporting Cristal Lima zu Werder Bremen kam, Geld erhalten haben. Das hatte Born am vergangenen Sonntag entschieden dementiert. „Ich habe kein Geld erhalten. Es ist alles ordnungsgemäß gelaufen“, sagte er.

Dagegen liegt dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ nach eigenen Angaben eine Zahlungsanweisung von Silvas Berater Carlos Delgado vom 29. August 2001 über 50 000 US-Dollar auf Borns Konto bei der Banco de Montevideo vor. „Werder Bremen ist für seine solide Geschäftspolitik bekannt, solche Vorwürfe gefährden unser Image. Deshalb werden wir zur Aufklärung einen unabhängigen und renommierten Wirtschaftsprüfer einsetzen“, sagte Lemke laut Pressemitteilung.

Der „Spiegel“ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe weiter, dass Born, der acht Jahre lang in leitender Funktion bei der Deutschen Bank in Montevideo war, nun doch zugegeben haben soll, mehrmals Geld von Delgado empfangen zu haben. Er soll sich aber nicht erinnern können, ob diese Überweisung im Zusammenhang mit dem Transfer Silvas stand.

In der Werder-Presseerklärung wird Born mit den Worten zitiert: „Auf Basis einer uns im Original vorliegenden Vollmacht des Vereins Sporting Cristal wurde die gesamte Transfersumme von Werder Bremen wie in der Vollmacht verfügt an die vermittelnde Agentur Image überwiesen. Ich selbst habe im Rahmen des Roberto-Silva-Transfers keine Zahlungen erhalten. Da diese Vorwürfe dennoch im Raum stehen, ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass ich meine Funktionen bei Werder bis zur endgültigen Klärung des Sachverhaltes nicht mehr ausüben werde.“

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