Werder bucht Halbfinal-Ticket gegen wackere Regensburger

Torjubel
Bremens Torschütze Yuya Osako feiert mit Milot Rashica (l) das Tor zum 1:0 gegen Jahn Regensburg. (Foto: Armin Weigel / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Martin Moravec und Claas Hennig

Dick eingepackt klatschte Werder Bremens Matchwinner Yuya Osako seine erleichterten Teamkollegen nach dem Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale ab.

Mit seinem entscheidenden Treffer zum 1:0 (0:0)-Erfolg beim Jahn Regensburg hatte der Japaner (52. Minute) den Fußball-Bundesligisten in die Runde der letzten Vier geschossen. Die Defensivspezialisten aus dem Norden beendeten damit in der frostigen Oberpfalz die Pokal-Reise des Zweitligisten und dürfen selbst von ihrem siebten Cup-Coup träumen.

Die kämpferisch starken Regensburger, die sich durch die Runden zuvor jeweils im Elfmeterschießen erstmals bis ins Viertelfinale gezittert hatten, können sich nun ganz auf den Kampf um den Klassenerhalt konzentrieren. Erst in der Schlussphase der nachgeholten Viertelfinal-Partie drängte der Jahn auf den Ausgleich. Werder überstand die Phase mit Glück und blieb auch im vierten K.o.-Duell der Saison ohne Gegentor.

„Lange Zeit war es okay. Dann haben wir es noch spannend gemacht - unnötigerweise“, sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt im TV-Sender Sky. „Ich denke aber, heute können alle ruhig in Bremen schlafen.“ Sein Jahn-Kollege Mersad Selimbegovic war verständlicherweise enttäuscht: „Wir haben am Anfang zuviel Respekt gezeigt und haben dann ein billiges Tor bekommen.“

Im Halbfinale am 30. April könnte Werder gegen den Bundesliga-Zweiten RB Leipzig die erste Final-Reise nach Berlin seit 2010 buchen. Im zweiten Halbfinale am 1. Mai will sich Borussia Dortmund nicht von Regensburgs Liga-Konkurrenten Holstein Kiel aufhalten lassen.

Werder wollte unbedingt dieses Erfolgserlebnis in der nach mehreren Regensburger Corona-Fällen Anfang März verschobenen Pokal-Partie. Es sollte schließlich auch für die Bundesliga Auftrieb geben, in der in den wegweisenden Wochen für den Klassenverbleib zunächst die Schwergewichte Leipzig und Dortmund warten.

Kurzfristig mussten die Bremer auf Verteidiger Ömer Toprak verzichten, der angereist war, aber mit Rückenproblemen aussetzen musste. Kapitän Niklas Moisander rückte dafür in die Innenverteidigung. Josh Sargent ersetzte im Sturm Niclas Füllkrug, der wegen eines gebrochenen Zehs fehlte.

Die Bremer hatten spielerische Vorteile, die Regensburger traten defensiv jedoch sehr organisiert auf. Werder fehlte das Tempo, um Lücken in der Deckung offenzulegen. Torchancen? Mangelware! So gut wie keine Aufwärmgelegenheiten ergaben sich für die Keeper Alex Meyer und Jiri Pavlenka.

Die zweite Halbzeit nahm sofort Fahrt auf. Nach einem schnell ausgeführten Einwurf von Sebastian Stolze zielte der dänische Stürmer Andreas Albers (48.) aus zehn Metern knapp über Pavlenkas Kasten. Mit einem zentimetergenauen, langen Ball überrumpelte dann Marco Friedl die komplette Deckung der Oberpfälzer, Osako nahm die Kugel mit der Brust auf und vollendete aus der Drehung. „Ich hoffe, die Leute sehen, welchen Wert er hat“, sagte Kohfeldt über den oft kritisierten Japaner.

Die Bremer überbrückten immer wieder schnell das Mittelfeld. In der 66. Minute scheiterte Osako mit der Entscheidung frei vor Meyer. Die Regensburger hielten dagegen. Im Angriff fanden sie aber lange kein Mittel gegen die sichere Werder-Verteidigung. Erst in der Schlussphase wackelte sie bedenklich. Vor allem in der 89. Minute wurde es turbulent im Bremer Strafraum, doch die Gäste konnten mit vereinten Kräften den Ball von der Linie schlagen.

© dpa-infocom, dpa:210407-99-118904/3

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