Werder bläst zur Bundesliga-Aufholjagd

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Deutsche Presse-Agentur

Holprige Vorbereitung, perfekter Start. Nach unerfreulichen Wochen mit bedenklichen Testspiel-Auftritten der Mannschaft und schlagzeilenträchtigen Eskapaden seines Stars Diego atmete Thomas Schaaf tief durch.

Das 2:1 (0:1) von Werder Bremen im Achtelfinale des DFB-Pokals bei Borussia Dortmund machte dem Trainer neuen Mut für die avisierte Aufholjagd in der Bundesliga-Rückrunde. Anders als in den meisten Spielen einer desillusionierenden Hinserie deutete der Tabelle-8. sein wahres Leistungsvermögen an. „Wir haben heute einige Sachen gezeigt, für die das Team steht“, befand Schaaf.

Zum Leidwesen des Trainers müssen die Norddeutschen allerdings im ersten Rückrunden-Spiel am Sonntag gegen Arminia Bielefeld auf die gesperrten Diego und Claudio Pizarro verzichten. Wie wichtig das Duo für Werder ist, bewies das Spiel in Dortmund: Der brasilianische Spielmacher führte glänzend Regie, die Leihgabe vom FC Chelsea steuerte den Siegtreffer zum 2:1 (80. Minute) bei.

Alle Befürchtungen, dass der durch diverse Undiszipliniertheiten und eine Autofahrt unter Alkoholeinfluss ins Gerede gekommene Diego zum dauerhaften Problemfall werden könnte, erwiesen sich als unbegründet. „Auch wenn ich privat Fehler gemacht habe, bringe ich im sportlichen Bereich meine Leistung“, kommentierte Diego seinen starken Auftritt.

Ähnlich wie der Regisseur geriet auch Matchwinner Pizarro nach der unterhaltsamen Pokalpartie ins Plaudern. Schließlich hatte der Peruaner gleich doppelt Grund zur Freude. Zum einen sorgte er dafür, dass er während seiner noch zwei Bundesliga-Spiele anhaltenden Sperre bei Trainer Schaaf nicht in Vergessenheit gerät. Zum anderen bescherte die vom FC Chelsea ausgeliehene Offensivkraft seinem Club eine weitere Millioneneinnahme, die seine ins Auge gefasste Verpflichtung im Sommer erleichtern könnte.

Manager Klaus Allofs äußerte sich in einem Interview mit „Premiere“ zum Stand der Verhandlungen: „Wir werden alles versuchen, müssen aber Geduld haben und sollten nicht mit einer schnellen Entscheidung rechnen. Es spielt in unseren Planungen eine Rolle, dass es erst im April oder Mai zu einer Entscheidung kommt.“

Die Leihgabe der Bremer nahm der Borussia alle Hoffnungen, die in diesem Jahr anstehenden Feiern zum 100. Geburtstag mit einem Titel veredeln zu können. „Das ist sehr, sehr enttäuschend“, klagte Jürgen Klopp mit bangem Blick auf das schwere Rückrunden-Startprogramm seiner Mannschaft gegen Leverkusen und Bayern München. Das verheißungsvolle Pflichtspiel-Debüt des von Tottenham Hotspur bis zum Saisonende ausgeliehenen Mittelfeldspielers Kevin-Prince Boateng tröstete den Coach des Vorjahresfinalisten nur bedingt über die Niederlage hinweg.

Überschattet wurde die Partie vom tödlichen Sturz eines 21- jährigen BVB-Fans von der Südtribüne des Stadions. Die Polizei schloss am Donnerstag ein Fremdverschulden aus. Nach Zeugenangaben war der alkoholisierte Fan aus dem münsterländischen Olfen vor dem Anpfiff der Partie beim Überklettern eines Geländers über einem Tribünenaufgang abgestürzt. Er fiel etwa sieben Meter tief, erlitt schwere Kopfverletzungen und starb wenig später im Krankenhaus.

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