Weltcup-Pause für müde DSV-Springer

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Deutsche Presse-Agentur

Beim Skifahren und einem anschließenden Bummel durch die Olympia-Stadt Vancouver bewältigten die müden deutschen Skispringer ihren Frust über den kollektiven Absturz beim Olympia-Test in Whistler, dann ging es in den dringend benötigten Kurz-Urlaub in die Heimat.

Knapp vier Wochen vor den Weltmeisterschaften lieferten die DSV-Springer beim grandiosen Triumph von Weltcup-Spitzenreiter Gregor Schlierenzauer ihr schlechtestes Saisonergebnis ab und sollen nun die leeren Akkus wieder aufladen.

„Die ganze Gruppe wird nicht zum Weltcup nach Sapporo fahren, sondern zu Hause eine Regenerationsphase einlegen und verschnaufen, um sich dann bei der Team-Tour und der WM wieder frisch zu präsentieren“, sagte Bundestrainer Werner Schuster. Dessen Hoffnung, seine Schützlinge mögen sich Selbstvertrauen für die WM und Olympia 2010 holen, erfüllten sich nicht, denn die Beine waren schwer und die Köpfe leer. „Wir haben noch keinen Weltcup ausgelassen und daher ein bisschen Substanz gelassen. Es fehlte die Frische, vor allem bei den älteren Springern. Alle waren am Limit“, stellte Schuster fest.

Vor allem Schmitt, der mit Platz 14 Bester des DSV-Sextetts war, dürfte sich über die Pause freuen. Der in diesem Winter mit Abstand stärkste deutsche Skispringer wird am 29. Januar 31 Jahre alt und kann seinen Geburtstag statt im Flieger nach Japan im Kreise der Familie feiern. „Wir hatten eine Auszeit schon lange ins Auge gefasst, jetzt ist der optimale Zeitpunkt, zumal wir uns eine strapaziöse Reise sparen“, begründete Schuster die Maßnahme. In Sapporo werden Michael Neumayer, der am Wochenende nach einer Grippe pausiert hatte, und einige Nachwuchsspringer starten.

Angesichts des Kräfteverschleißes bei seinen Athleten und den äußeren Umständen wollte der Bundestrainer den Rückschlag in Whistler nicht überbewerten. „Man muss das differenziert sehen. Von den Windbedingungen her war das der turbulenteste Wettbewerb in dieser Saison, und wir hatten dabei kein Fortune. Vor allem Martin hat sehr schlechte Bedingungen erwischt. Insgesamt war für alle nix zu holen“, nahm Schuster seine Springer in Schutz.

Dennoch steht der Coach, der seit seinem Amtsantritt vor neun Monaten für Aufbruchstimmung im deutschen Skisprung gesorgt hat, vor schweren Wochen. Michael Uhrmann fehlt immer noch die Konstanz, Michael Neumayer war zuletzt gesundheitlich angeschlagen und Stephan Hocke hat nach der Vierschanzentournee abgebaut. Im Einzel steht und fällt daher alles mit Schmitt, in der Mannschaft gibt es keine Alternativen, weil die Youngster wie Felix Schoft oder Severin Freund noch nicht über sporadische Platzierungen in den unteren Weltcup- Punkten hinauskommen.

Schuster hofft daher, dass seine Cracks schnell zu Kräften kommen. Denn bei der erstmals ausgetragenen Team-Tour in Willingen, Klingenthal und Oberstdorf mit fünf Wettkämpfen innerhalb von acht Tagen wartet kurz vor den Weltmeisterschaften eine knallharte Bewährungsprobe. „Da wollen wir uns von unserer guten Seite zeigen und vor heimischem Publikum Selbstvertrauen für die WM tanken“, sagte Schuster.

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