Wellness-Kick für FC Bayern und Klinsmann

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Deutsche Presse-Agentur

Großer Zahltag, große Kulisse, großer Vorsprung: So entspannt wie lange nicht kann Jürgen Klinsmann dem programmierten Abend-Spaziergang des FC Bayern München in das Viertelfinale der Champions League entgegenblicken.

Nicht einmal die von den Top-Stars Franck Ribéry und Luca Toni angeführte Verletztenliste stellt nach dem 5:0-Hinspielerfolg des deutschen Fußball-Meisters bei Sporting Lissabon ein ernsthaftes Handicap für das Achtelfinal-Rückspiel dar. Auch wenn Klinsmann seiner Warn-Pflicht als Trainer natürlich nachkam. „Auf dem Papier sieht es so aus, als ob es nur Formsache wäre. Aber so ist es nicht. Es ist kein Selbstläufer“, sagte der 44- Jährige.

Eine echte Gefahr droht freilich nicht - schließlich müsste sich schon ein Fußball-Wunder von historischen Ausmaßen in der mit 66 000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena zutragen: Einen 5:0-Vorsprung zu verspielen, das hat noch keine Mannschaft im Europacup geschafft. Das höchste gedrehte Ergebnis in 17 Jahren Champions League war ein 1:4. Deportivo La Coruna gelang 2004 das Kunststück, mit einem 4:0 im Rückspiel gegen AC Mailand doch noch ins Halbfinale einzuziehen. Die höchste der erst sieben Heimniederlagen des FC Bayern in der Champions League war ein 0:2 gegen den AC Mailand 2007.

„Ich bin der Überzeugung, dass wir schon vor dem Rückspiel ohne Arroganz behaupten können, dass unsere Mannschaft so gut wie sicher das Viertelfinale erreicht hat“, erklärte der Vorstands-Vorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. In erster Linie steht der Rekordmeister, der ohne die verletzten Ribéry, Toni, Hamit Altintop, Tim Borowski und womöglich auch den angeschlagenen Daniel van Buyten auskommen muss, in der Verpflichtung, dem zahlenden Publikum etwas zu bieten. „Das Stadion wird voll, da geht es nicht um Jux und Dollerei, da müssen wir gut spielen“, erklärte Torhüter Michael Rensing.

Klinsmann will sich darum auch mit einer „kleinen Rotation“ begnügen. So könnte er die Dauerreservisten Breno und Sosa bringen und den mit zwei Gelben Karten vorbelasteten Kapitän Mark van Bommel vor einer drohenden Sperre im Viertelfinal-Hinspiel schützen. Einen Schlendrian will der Trainer nicht dulden, wie er im vereinseigenen Internet-TV ankündigte: „Wir müssen den nötigen Ernst haben und dürfen nicht leichtsinnig werden. Das können wir uns nicht erlauben.“

Die 66 000 Eintrittskarten gingen schon vor dem Hinspiel weg - die Champions League wird einmal mehr zur Goldgrube für den Bundesliga-Krösus: Rund zwei Millionen Euro bringt der Ticket-Verkauf gegen Sporting, 2,5 Millionen winken beim Einzug in die nächste K.o.-Runde als Prämie der Europäischen Fußball-Union (UEFA). Auf 13,1 Millionen Euro würden sich damit die Prämien in der laufenden Saison erhöhen, aus dem Markt-Pool gibt es über 20 Millionen. Dazu kommen inklusive eines weiteren Heimspiels im Viertelfinale mindestens zehn Millionen Euro Zuschauer-Einnahmen - macht schon jetzt fast 50 Millionen Euro.

Halbfinale, Finale, Titelgewinn - große europäische Träume blühen. „Wir wollen jetzt natürlich mehr - keine Frage“, sagte Manager Uli Hoeneß. Am 20. März werden die Viertelfinal-Paarungen ausgelost; das verspricht weit mehr Spannung als das Schaulaufen gegen Sporting. Der portugiesische Pokalsieger reiste ohne Illusionen nach München an. „Der Ausgang dieser Runde steht bereits fest“, sagte Trainer Paulo Bento. Ziel sei nur noch ein Abschied aus der Champions League „mit Würde und Stolz“.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

FC Bayern München: Rensing - Lell, Lucio, Breno, Lahm - Sosa, van Bommel, Zé Roberto, Schweinsteiger - Klose, Podolski

Sporting Lissabon: Rui Patricio - Pedro Silva, Daniel Carrico, Polga, Caneira - Adrien Silva - Ismailow - João Moutinho, Vukcevic - Liedson, Derlei

Schiedsrichter: Hansson (Schweden)

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