Weiter Tauziehen um Torjäger Gomez

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Deutsche Presse-Agentur

Das Rätselraten um Mario Gomez' Zukunft geht weiter. Die Bayern scheinen angesichts der Wirtschaftskrise und der Verpflichtung des Hamburgers Ivica Olic ihr Interesse am Nationalstürmer des VfB Stuttgart plötzlich verloren zu haben.

Es sei denn, die Verantwortlichen des Münchner Fußball-Bundesligisten bluffen nur, um im millionenschweren Tauziehen um den begehrten Torjäger den Preis zu drücken. „Für 30 Millionen ist er auf jeden Fall vom Tisch“, hatte Manager Uli Hoeneß unlängst versichert. Und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge erklärte: „Ich gehe davon aus, dass sich der Transfer erledigt hat.“

VfB-Sportdirektor Horst Heldt merkte dazu vor dem DFB-Pokal-Achtelfinale zwischen beiden Süd-Rivalen süffisant an: „Wir sind die glücklichste Mannschaft, wenn die Bayern ihre Pläne zu Grabe tragen. Wir freuen uns, wenn Mario lange bei uns bleibt. Wir haben keine Notwendigkeit, ihn abzugeben.“ Aber Heldt ist Realist genug und weiß, dass der schwäbische Bundesligist Gomez trotz Vertrags bis 2012 bei entsprechend lukrativen Angeboten nicht erneut halten kann: „Es gibt ja auch andere Vereine, die im Sommer leider wieder anfragen werden.“

Möglicherweise gehören die Bayern dann doch wieder zum Bieterkreis. Denn Jürgen Klinsmann kündigte in gewissem Gegensatz zu seinem Management an, als deutscher Nationalspieler sei Mario Gomez „natürlich immer interessant“, aber der deutsche Rekordmeister befasse sich „zur Zeit“ nicht mit Spieler-Themen. „Was im Sommer ist, sehen wir dann mal“, meinte der Münchner Trainer vielsagend.

Gomez selbst gehen die permanenten Wechsel-Spekulationen gehörig auf den Geist. „Ich habe nur beim VfB einen Vertrag, und wo man einen Vertrag hat, da spielt man auch“, so der 23-Jährige spürbar genervt. „Ich habe nie gesagt, dass ich mich hier nicht mehr entwickeln kann.“ Vor gut zwei Jahren hatte er lukrativen Lockrufen des italienischen Top-Clubs Juventus Turin widerstanden. Und in der vorigen Saison lehnten die VfB-Verantwortlichen einen Verkauf ihres „Kronjuwels“ trotz eines über 30 Millionen Euro betragenden Bayern-Angebotes ab.

Ob Gomez und Stuttgart auch bei einem dritten heftigen Vorstoß eines Spitzenvereins standhaft bleiben, scheint fraglich. Der im schwäbischen Unlingen aufgewachsene Profi ließ trotz aller Liebe zum VfB und Heimatverbundenheit nie Zweifel daran, dass ihn die weite Fußball-Welt reizt. Vor allem der FC Barcelona hat es dem Sohn eines Einwanderers aus Andalusien angetan. Ob Gomez je genügend Qualitäten entwickeln kann, um in der Liga eines Samuel Eto'o, Thierry Henry oder Lionel Messi mithalten zu können, ist eine andere Frage.

Heldt traut seinem begehrten und mit Abstand teuersten Top-Mann den Aufstieg zu. „Wenn Marios Weg so weitergeht, landet er irgendwann an der Spitze Europas. Seine Torquote ist fast einmalig.“ Dabei wünscht sich der Ex-Profi natürlich Gomez noch möglichst lange im VfB-Trikot. Das Bekenntnis des Goalgetters berechtigt zu Hoffnung: „Ich fühl mich beim VfB wohl. Alles andere ist Zukunftsmusik.“ Wenn er den irgendwann verlassen sollte, müsse es „100 Prozent passen“, sagte der deutsche „Fußballer des Jahres“ von 2007. Er gehöre nicht zu den Spielern, die möglichst viel Geld verdienen wollten. „Mir sind Erfolg und Spaß an der Arbeit wichtig. Dies geht nur, wenn ich mich rundum wohl fühle“, versicherte Gomez.

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