Weiter erste Liga: Union feiert Party ohne Fans

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Nichtabsteiger
Berlins Trainer Urs Fischer (M) jubelt mit dem Team nach dem Spiel. (Foto: Kay Nietfeld / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Jens Marx

Das Wichtigste fehlte, um den denkwürdigen Moment kurz vor Mitternacht im Stadion An der Alten Försterei perfekt zu machen. Draußen riefen sie, draußen jubelten sie, machten ein kleines Feuerwerk - die Fans.

Auf dem Rasen der Kultstätte des 1. FC Union Berlin aber blieb den abgekämpften Spielern nichts anderes übrig, als sich selbst zu feiern. „Natürlich sind wir megaglücklich und freuen uns. Das Gefühl war aber auch ein bisschen komisch. Jeder weiß gar nicht, was so richtig ist. Du hast von außen nicht dieses Glücksgefühl“, meinte Union-Profi Robert Andrich.

„Es ist wirklich eine sehr lange Saison. Da gehen dir gewisse Bilder durch den Kopf. Wenn du es geschafft hast, wenn du über die Ziellinie gegangen bist, ist es einfach ein tolles Gefühl“, sagte Trainer Urs Fischer: „Wir hatten Hochs und Tiefs, wir haben uns nicht unterkriegen lassen. Wir waren aber auch nicht euphorisch, als es lief. Eine tolle Saison, die wir gespielt haben.“

Die erste in der Fußball-Bundesliga wird vorerst nicht die letzte sein. „Ich habe in den letzten Tagen oft mit der Mannschaft gesprochen und ihr gesagt, wir müssen den Menschen eine zweite Saison geben. Die erste ist uns ein bisschen genommen worden“, betonte Präsident Dirk Zingler mit Blick auf die Geisterkulissen durch die Corona-Pandemie.

Mit dem 1:0 gegen den damit abgestiegenen SC Paderborn entledigten sich die Eisernen aller Restzweifel am Ligaverbleib. Das Eigentor des ehemaligen Unioners Ben Zolinski entschied die Partie. Elf Siege, fünf Unentschieden, 16 Niederlagen. 38 Punkte zwei Spieltage vor Schluss hat Union zu Buche stehen.

Dass sie womöglich in der Endabrechnung ihrer Premieren-Saison auch noch vor dem Stadtrivalen Hertha BSC liegen könnten, nachdem dort der erste Schwung durch den neuen Trainer Bruno Labbadia etwas verpufft scheint und die Herthaner nach drei Niederlagen in Serie ebenso 38 Punkte haben wie Union, interessierte Coach Fischer an diesem Abend zwar wenig. „Ich glaube, in zwei, drei Tagen sieht es dann ein bisschen anders aus“, ergänzte der 54 Jahre alte Schweizer allerdings. Bereits an diesem Samstag steht bei der TSG 1899 Hoffenheim die vorletzte Partie an und eine Woche später der Kehraus der Corona-Saison gegen Fortuna Düsseldorf.

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