Was Brasiliens Elfmeterheld Cesar mit "Gänsehautentzündung" zu tun hat (mit Video)

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Im Tor erfolgreich, im Interview emotional: Brasiliens Torhüter Julio Cesar.
Im Tor erfolgreich, im Interview emotional: Brasiliens Torhüter Julio Cesar. (Foto: dpa)
Deutsche Presse-Agentur
Miriam Heidecker und dpa

Fußballexperten im Fernsehen zu sein, ist so eine Sache: Denken wir nur an das Duo Günter Netzer und Gerhard Delling mit seinen seinen unnachahmlichen Seitenhieben, die es sogar in die Comedy-Sendung „Switch reloaded“ geschafft haben. Oder erinnern wir uns an die ZDF-Dreierkette Johannes B. Kerner, Jürgen Klopp und Urs Meier. Nun hat er auch der aktuelle WM-Experte der ARD, Mehmet Scholl, in die Geschichtsbücher der Sportmoderation geschafft. Was ist passiert?

Nach dem Elfmeterschießen zwischen Brasilien und Chile sagte Scholl, er habe ob des spannenden Spiels eine „Gänsehautentzündung“ gehabt. Das Wort gibt es natürlich nicht. Wer aber das folgende Interview mit Brasiliens Elfmeterheld Júlio Cesar verfolgte, fühlte, was Scholl dachte (Video siehe unten). Vor vier Jahren war Cesar noch einer der Prügelknaben beim WM-Aus der Brasilianer im Viertelfinale von Südafrika gegen die Niederlande. An diesem Samstag aber in Belo Horizonte jubelte der Torhüter der Seleção ausgelassen wie noch nie auf dem Rasen. Mit zwei gehaltenen Strafstößen war der 34-Jährige der Matchwinner gegen Chile im Elfmeterkrimi im Achtelfinale.

„Meine Geschichte in der Seleção ist noch nicht zu Ende“, meinte der Routinier und verbarg seine Tränen beim Interview nicht.

Hier geht's zum Video.

Trainer Luiz Felipe Scolari hatte an Júlio Cesar immer festgehalten, obwohl der Keeper nach dem Confed-Cup-Triumph auf Vereinssuche war, nachdem sein damaliger Club Queen Park Rangers aus der englischen Premier League abgestiegen war. Lange trauerte Cesar seiner Zeit bei Inter Mailand nach, der Brasilianer fand schließlich bei Toronto FC Unterschlupf - in Kanada.

„Wenn du gut vorbereitest und konzentriert bist, macht es nichts, wenn du nicht viele Clubspiele hast“, erklärte Cesar kürzlich. „Ich habe mich sehr auf diese WM vorbereitet. Das Wichtigste war, dass ich mir vertraut habe und dass ich hart gearbeitet habe.“ Es ist seine dritte WM - und es könnte sein größtes sportliches Glück werden. Gänsehautentzündung eben...

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