WADA-Chef weist Platini-Kritik zurück

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Deutsche Presse-Agentur

WADA-Chef John Fahey hat der Forderung von UEFA-Präsident Michel Platini nach einer Lockerung des Anti-Doping-Meldesystems im Fußball eine Absage erteilt.

Der Vorschlag der internationalen Verbände FIFA und UEFA, Fußballprofis im Urlaub von den Meldeauflagen zu befreien, habe „keine Substanz“, sagte der Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) im Schweizer Lausanne. „Wir laufen Gefahr, unsere Glaubwürdigkeit aufs Spiel zu setzen, mit einem solchen Teilzeit-Ansatz.“ Über eine Reform der am 1. Januar 2009 eingeführten Melde-Praxis werde frühestens in einem Jahr nachgedacht. „Lasst es uns erstmal ausprobieren. Wenn man effektive Tests will, muss man zu jeder Zeit kontrollieren können“, sagte Fahey.

Vor zwei Wochen hatte der deutsche Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack Zweifel an der neuen Melde-Praxis angemeldet: „Der Zweck ist positiv. Aber es wird teilweise massiv ins Privatleben eingegriffen.“ In der vergangenen Woche hatte sich UEFA-Präsident Platini „komplett gegen die Idee“ ausgesprochen, dass Fußballer 365 Tage im Jahr für Doping-Tests zur Verfügung stehen müssten. In ihrem Urlaub sollten die Profis nicht den Meldeauflagen unterliegen. Der Vorsitzende der Medizinischen Kommission des Weltverbandes FIFA, Michel D'Hooge, verglich einige Regeln des Meldesystems sogar mit der „Inquisition“. Weniger als 0,1 Prozent der im Fußball vorgenommenen Dopingproben seien positiv.

Seit Beginn des Jahres müssen Fußballer, die dem A-Kader ihres Landes angehören, per Internet-Meldesystem drei Monate im Voraus bei den Nationalen Anti-Doping-Agenturen ihren Aufenthaltsort für jeden Tag angeben. Im Gegensatz zu Sportlern der sogenannten Gruppe 1 müssen sich Fußballer, die der Gruppe 2 zugeordnet sind, aber nicht auf eine Stunde täglich festlegen, während der sie für Doping-Kontrolleure anzutreffen sind.

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