Vor dem Trainingsauftakt: Viele offene Fragen beim VfB Stuttgart

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Deutsche Presse-Agentur

Vielleicht gelingt ja auch dem VfB Stuttgart eine Überraschung zum Trainingsauftakt. Fans von Hannover 96 staunten am Montag jedenfalls, als Ex-Nationaltorwart Ron-Robert Zieler beim Mitabsteiger aus der Bundesliga schon vor der offiziellen Bestätigung des Transfers auf den Platz lief.

Rückkehrer
Zurück im 96-Tor: Ron-Robert Zieler beim Trainingsauftakt in Hannover. (Foto: Peter Steffen / DPA)

Der VfB sucht deswegen eine neue Nummer Eins — und hätte wohl nichts dagegen, den neuen Torwart bei den Leistungstests am Mittwoch, spätestens aber bei der ersten Einheit unter dem neuen Trainer Tim Walter am Donnerstag um 16.00 Uhr schon dabei zu haben.

Denn angefangen bei der Position zwischen den Pfosten bis ganz nach vorne ist vieles im Kader für die 2. Liga noch unklar — dabei braucht Walter in den kommenden Wochen jede Minute mit seinen Spielern, um seine durchaus anspruchsvolle und komplexe Spielidee zu vermitteln.

  • Wie lange hat Tim Walter Zeit vor dem ersten Pflichtspiel?

Der Spielplan für die 2. Bundesliga ist noch nicht veröffentlicht, der erste Spieltag ist vom 26. bis 29. Juli angesetzt. Vom ersten Training auf dem Platz am Donnerstag bis zum ersten Spiel in der 2. Liga sind also maximal 39 Tage Zeit. Im DFB-Pokal trifft der VfB dann zwei Wochen später — mal wieder — auf Hansa Rostock.

Das ist nicht viel Zeit, zumal sich Walters Spielidee fundamental von der seiner Vorgänger unterscheidet und erst mal vermittelt werden will. Dass Chadrac Akolo (Afrika-Cup), Timo Baumgartl und Borna Sosa (beide U21-EM) große Teile der Vorbereitung verpassen und andere Nationalspieler später einsteigen, hilft da nicht.

  • Wie hat sich der Kader des VfB seit dem Abstieg verändert?

Sicher nicht mehr dabei sind neben Zieler auch drei weitere Routiniers: Christian Gentner, Andreas Beck und Dennis Aogo. Mit ihnen verlängerte der Club die auslaufenden Verträge nicht. Verlassen haben den VfB zudem Weltmeister Benjamin Pavard (zum FC Bayern München), Torwart Alexander Meyer (zu Jahn Regensburg) und die ausgeliehenen Steven Zuber (Hoffenheim) und Alexander Esswein (Hertha BSC).

Als Zugänge schon fix sind die Mittelfeldspieler Philipp Klement (SC Paderborn), Mateo Klimowicz (Club Instituto AC Córdoba) und Atakan Karazor (Holstein Kiel). Dazu kommt der vom SC Freiburg ausgeliehene Rechtsverteidiger Pascal Stenzel. Orel Mangala und Marcin Kaminski kommen nach Leihgeschäften zurück zum VfB.

  • Welche Spieler verpflichtet der VfB noch?

Ganz sicher kommen nach den Abgängen von Zieler und Meyer noch zwei Torhüter — derzeit ist Jens Grahl bei den Profis der einzige Spieler für diese Position. Kandidaten sind der 21-jährige Markus Schubert von Dynamo Dresden, der derzeit mit der U21 an der EM in Italien teilnimmt. Auch der Schweizer Gregor Kobel, der bei 1899 Hoffenheim unter Vertrag steht und zuletzt an den FC Augsburg ausgeliehen war, ist offenbar ein Thema. Bedarf hat Stuttgart zudem im Sturm - schließlich bildeten Mario Gomez, Nicolás González und Anastasios Donis den drittschwächsten Angriff der Bundesliga.

  • Bleiben alle anderen Profis beim VfB?

Nein. Pablo Maffeo soll verkauft werden. Anastasios Donis steht bei mehreren Bundesligisten auf der Kandidatenliste und wird dem VfB ein paar Millionen Euro einbringen. Ozan Kabak darf den Club für eine festgeschriebene Summe von 15 Millionen Euro verlassen.

Timo Baumgartl und Marc Oliver Kempf würden wohl gerne gehen, sollen aber beide bleiben. Bei Gonzalo Castro ist der Verein gesprächsbereit, bei Santiago Ascacíbar eher nicht.

  • Welche Termine in der Vorbereitung stehen schon fest?

Am Donnerstag geht es im Robert-Schlienz-Stadion mit einer öffentlichen Einheit los. Nach einem Testspiel gegen eine Hohenzollern-Auswahl in Ilshofen fahren die Profis direkt ins Trainingslager nach Kitzbühel und bleiben dort bis zum 29. Juni. Am 5. Juli kickt der VfB gegen die TSG Backnang, vor dem Test am 13. Juli gegen den FC Basel gibt es wohl noch ein zweites Trainingslager.

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