Vonn zieht Maria Riesch davon

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Deutsche Presse-Agentur

Auf der Zielgeraden der WM-Vorbereitung verliert Maria Riesch an Tempo. Wie schon vor einer Woche im österreichischen Zauchensee lief es auch beim Weltcup im italienischen Cortina d'Ampezzo nicht rund für die 24-Jährige Skirennfahrerin vom SC Partenkirchen.

Beim Abfahrtssieg der Schweizerin Dominique Gisin vor Lindsey Vonn (USA) verpasste Riesch als Fünfte das Podest. Im Riesenslalom, bei dem Kathrin Zettel (Österreich) siegte und Viktoria Rebensburg als gute Siebte mit Bestleistung endgültig das WM-Ticket löste, schied Riesch zum dritten Mal in der Saison aus.

„Es war nicht so schlimm wie in Zauchensee, aber jeder Ausfall ist ärgerlich. Was soll ich sagen, es ist jetzt einfach so“, sagte die viermalige Slalom-Seriensiegerin Riesch, stieß einen kurzen Seufzer aus und wollte danach einfach „irgendwo ein bisschen mit den Super-G-Ski rumfahren“. Einen Tag vor dem nächsten Rennen in den Dolomiten mochte sie auf andere Gedanken kommen.

Aus in der Super-Kombi und Platz sieben in der Abfahrt vor einer Woche; nun Rang fünf und „ein klassischer Innenskifehler“ im ersten Durchgang des Riesenslaloms - und das wenige Tage vor dem mit großer Vorfreude erwarteten Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen und nur eine gute Woche vor dem WM-Start. Beim Riesenslalom konnte Viktoria Rebensburg trotz ihrer rasanten Fahrt von Rang 14 bis auf 0,53 Sekunden ans Podest heran die schwache Teambilanz kaum schönen. In der Abfahrt war Riesch durch die Erkrankung von Gina Stechert ohnehin Alleinunterhalterin. „Ob da noch eine fährt oder nicht, macht vom Druck keinen Unterschied, weil sowieso alle was von mir erwarten“, sagte Riesch. Im Gesamtweltcup ist sie mit 810 Punkten Zweite. Ihre Freundin Lindsey zieht mit jetzt 882 Zählern „davon(n)“.

Vor einem Jahr hatte Riesch in Cortina - wo sie schon zweimal auf das Podest fahren konnte, sich aber auch schon am Kreuzband verletzte - nach dem 18. Platz in der Abfahrt am Montag im Super-G beim umjubelten Sieg zurückgeschlagen. „Aber bloß weil ich heute ausgeschieden bin, ändert das auch nichts für morgen“, sagte die 24- Jährige, deren Vater das Riesenslalom-Aus mit besorgter Miene verfolgte.

Traurig schaute auch Hölzl drein, die vor zwei Wochen in Maribor zum zweiten Mal auf das Weltcup-Podest gefahren war. Dass sie sich bereits zur Halbzeit einen Rückstand von 1,95 Sekunden eingehandelt hatte, konnte sich die 24-Jährige selbst nicht erklären. „Ich bin eigentlich sauber gefahren und habe keinen Fehler gehabt - war aber saulangsam“, sagte die Bischofswiesenerin, die nach einem Fehler im Zielhang des zweiten Durchgangs nur 28. wurde. Fanny Chmelar und Barbara Wirth verpassten den 2. Lauf, in dem Rebensburg aufdrehte: „Das war extrem wichtig für die Psyche, das gibt mir Selbstvertrauen. Die WM kann jetzt kommen.“

Eine wahre Berg- und Talfahrt erlebten die Österreicherinnen. Bei Gisins Abfahrtssieg war Ingrid Rumpfhuber als Zwölfte die Beste. Nach dem schlechtesten Schussfahrt-Abschneiden seit 14 Jahren schlug das Team im Riesentorlauf mit einem überlegenen Dreifach-Erfolg zurück. „Schön, wenn wir den Spies umdrehen können“, sagte Görgl, die trotz Sturzes kurz vor dem Ziel noch Dritte wurde.

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