Vom „Liebling Löw“ zum Sündenbock

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Schwäbische Zeitung

Ist Joachim Löw schuld am EM-Aus der Deutschen oder waren die Italiener doch einfach besser? In Deutschland wird mal wieder heftig diskutiert. Die Kritik am deutschen Bundestrainer reißt nicht ab, obwohl der DFB und die Spieler hinter Jogi Löw stehen.

Die Trauer ist immer noch groß. Unsere Nationalelf ist nach dem verlorenen Halbfinalspiel gegen Italien in den Urlaub geschickt worden. Derweil steht Bundestrainer Joachim Löw in der Kritik.

Über „Liebling Löw“ wurde nach dem Spiel spekuliert, ob er nicht schuld an dem EM-Aus sei. Besonders bei der Bild-Zeitung hat sich die totale Zuneigung in böse Vorwürfe verwandelt, wie der Bildblog festgehalten hat. Die Tageszeitung Die Welt hat vom unantastbaren Joachim Löw gesprochen, die Hamburger Morgenpost vom entzauberten Bundestrainer, manche gar vom Sündenbock. Obwohl die Medien heftig kritisieren, steht der DFB und die Spieler voll hinter Jogi Löw. „Keiner sollte meinen, dass der Trainer an irgendwas schuld sei. Wir Spieler hätten besser arbeiten müssen. Es ist ein Alibi, den Trainer nun als Grund vorzuschieben. Er bereitet uns so gut wie möglich vor, mehr geht nicht“, sagte Jerome Boateng (22) in Sport Bild (Mittwoch-Ausgabe), auch wenn er einräumte: „Unser Plan ist nicht aufgegangen.“

Ob sich der Bundestrainer am Sonntag das Finale zwischen Spanien und Italien angesehen hat, weiß man nicht, auf jeden Fall musste er den taktischen Plan, wie die DFB-Elf gegen Spanien spielen sollte, in den Mülleimer schmeißen.

Jetzt ist erstmal Urlaub und Abstand angesagt, aber am 15. August geht es mit dem Testspiel gegen Argentinien weiter.

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