Vierkampf um erste Grand-Slam-Krone 2009

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Deutsche Presse-Agentur

Nicolas Kiefer wollte so schnell wie möglich das Land verlassen, Thomas Haas konnte die Rückkehr auf die Grand-Slam-Bühne kaum erwarten. „Ich will jetzt ganz schnell weg“, sagte Kiefer nach seiner Absage für die Australian Open.

„Man ist einfach froh, dass man wieder dabei ist“, sagte dagegen Haas dem NDR. „Ich freue mich sehr auf das erste Match.“ Gegen den Argentinier Eduardo Schwank wird der 30 Jahre alte Wahl-Amerikaner erstmals seit den US Open 2008 wieder auf dem Platz stehen. Gleich 20 deutsche Tennisprofis haben „down under“ den Sprung in das Hauptfeld geschafft - in den Kampf um die erste Grand-Slam-Krone des Jahres werden Haas, Schüttler, Grönefeld & Co. aber kaum eingreifen können.

Während das Damen-Feld in Abwesenheit von Titelverteidigerin Maria Scharapowa (Russland) noch auf der Suche nach der großen Favoritin ist, hat sich bei den Herren ein vielversprechender Vierkampf entwickelt: Da ist (natürlich) Roger Federer, 13-maliger Grand-Slam- Champion, dreimaliger Australian-Open-Sieger und trotz des Verlustes der Weltranglisten-Führung Top-Favorit der Buchmacher. Pro Dollar Einsatz gibt es 3,00 zurück, wenn der 27 Jahre alte Schweizer am 1. Februar den „Norman Brookes Challenge Cup“ in die Höhe stemmen sollte. Auf Platz zwei stand bei „TAB Sportsbet“ schon Andy Murray, 21 Jahre alter Aufsteiger aus Schottland und dominierender Spieler im Endspurt 2008 - mit einer Quote von 3,50:1.

Nicht zu vergessen der neue Branchenführer Rafael Nadal aus Spanien und der serbische Titelverteidiger Novak Djokovic. Dass der Linkshänder aus Mallorca mittlerweile auf jedem Belag zu einem der absoluten Top-Favoriten zählt, ist der Konkurrenz nicht erst seit dem Wimbledon-Sieg im Vorjahr gegen Federer klar. Titelverteidiger Djokovic schwächelte zwar zu Beginn der Saison und muss sich nach einem Ausrüster-Wechsel noch an seinen neuen Schläger gewöhnen, doch der 21-Jährige ist schwer auszurechnen und gerade dadurch gefährlich.

„Es wird interessant werden“, sagte Federer. „Letztes Jahr ging es nach meiner Krankheit nur darum, dieses Turnier zu spielen, dieses Jahr will ich es gewinnen.“ Das traditionelle Einladungsturnier im Stadtteil Kooyong hatte er tags zuvor souverän für sich entschieden. Gut gelaunt, braun gebrannt und topmotiviert saß der Schweizer am Tag vor seinem ersten Match gegen den Italiener Andreas Seppi im „Theater“ genannten Interview-Saal. „Ich bin gut drauf. Aber das heißt natürlich nicht, dass ich Nadal jetzt locker in drei Sätzen schlage“, scherzte er.

Die gute Laune war Pechvogel Kiefer zu dem Zeitpunkt längst vergangen. Die Hoffnung auf eine Wunderheilung nach seinem doppelten Bänderriss blieb aus. „Ich habe versucht, richtig Tennis zu spielen. Aber das ging nicht“, berichtete der 31-Jährige. Sein Davis-Cup- Kollege Philipp Kohlschreiber spielte zwar Tennis - die Trainingsplatz-Türen blieben am Tag vor der Erstrunden-Partie gegen den Amerikaner Sam Querrey aber geschlossen.

Vor dem zuletzt an Schulterproblemen leidenden Kohlschreiber starteten neun deutsche Profis in die heiße Phase: Mischa Zverev (Hamburg), Björn Phau (Weilerswist), Denis Gremelmayr (Lampertheim), Philipp Petzschner, Florian Mayer (beide Bayreuth), Julia Görges (Bad Oldesloe), Julia Schruff (Augsburg) sowie Kathrin Wörle (Nonnenhorn) gegen Andrea Petkovic (Darmstadt) in einem deutschen Erstrunden-Duell. Und nach drei kühlen Tagen im australischen Sommer hatten die Meteorologen zum Turnierstart auch wieder Temperaturen von rund 35 Grad Celsius angekündigt.

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