VfB-Volleyballer dürfen weiter träumen

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Der Volleyball und VfB-Trainer Vital Heynen sind beste Freunde und deshalb glaubt der Belgier an das Erreichen des Final Fours.
Der Volleyball und VfB-Trainer Vital Heynen sind beste Freunde und deshalb glaubt der Belgier an das Erreichen des Final Fours. (Foto: Imago)
Schwäbische Zeitung

Auch nach der ersten Saisonniederlage nach 37 gewonnen Spielen können die VfB-Volleyballer weiter vom Final Four der Champions League in Kazan träumen. Im Rückspiel am Dienstag (20 Uhr, ZF-Arena) muss die Mannschaft von Trainer Vital Heynen mit 3:0 oder 3:1 gewinnen, und dann ist der Einzug unter die letzten vier Teams perfekt. Bei einem 3:2 gäb es danach den „Golden Set“ (Entscheidungssatz bis 15). Das 2:3 bei Zaska (23:25, 21:25, 25:22, 25:22, 13:15) ist ein gutes Ergebnis für dieses zweite Spiel.

Zwei Punkte zwischen dem polnischen Meister Zaska Kedzierzyn und dem VfB Friedrichshafen (109:107) sind fast nichts. „Es ist nichts passiert, außer dass wir unser erstes Saisonspiel verloren haben. Zaska hat uns aber nicht vorgeführt, wir haben auf Augenhöhe gespielt“, sagte Vital Heynen, Trainer des VfB, einen Tag nach dem starken Auftritt seiner Mannschaft. „Die Zuschauer haben ein unglaubliches Spiel gesehen. Ich finde es schade, dass wir nicht gewonnen haben. Meine Spieler haben Charakter gezeigt, belohnten sich aber nicht.“ So ähnlich sah es auch Sam Deroo, Außenangreifer von Zaska: „Wir haben zwei Sätze lang gut gespielt und dann gegen eine starke Mannschaft den Rhythmus verloren. In Friedrichshafen kann nun alles passieren.“

Sensation knapp verpasst

Das Außergewöhnliche am Auftritt der Häfler war die Tatsache, dass die Mannschaft nach zwei verlorenen Sätzen zurückkam, zwei Sätze kontrollierte und im Tiebreak fast die Sensation geschafft hätte. 11:7 hieß es zwischenzeitlich für den VfB. Dass am Ende die Polen mit 15:13 gewannen, lag an ihrer individuellen Klasse, den starken Aufschlägen von Rafal Buszek und ihrem Spiel ohne Fehler. Während die Angriffe des VfB geblockt wurden, zeigten die Polen Nervenstärke, riskierten viel und wurden belohnt. Ein Beispiel war das 13:11. Buszek, der zuvor schon viermal sehr gut aufgeschlagen hatte, gelang ein Ass gegen David Sossenheimer. „Da hat man die Qualität gesehen, von der ich im Vorfeld geredet habe“, sagte Heynen. Während der VfB seiner Taktik auch im Tiebreak treu blieb und keine Wechsel vornahm (zum Beispiel Daniel Malescha und Tomas Kocian für Bartlomiej Boladz und Simon Tischer), variierten die Polen in ihrer Spielweise – und das mit Erfolg.

Spieler sind geerdet

Der VfB Friedrichshafen lieferte am Mittwochabend trotzdem die Antwort auf die Frage: Wie stark sind die Häfler wirklich, wenn sie gegen ein europäisches Spitzenteam spielen? Die Mannschaft vom Bodensee gehört selbst zur europäischen Elite. Nach 37 Saisonsiegen ist das 2:3 nur auf dem Papier eine Niederlage. Die Spieler werden trotzdem froh sein, dass sie geerdet sind, denn im Sport zählen nur Titel und keine Serien.

Einen Titel gibt es nach den beiden Spielen gegen Zaska nicht, aber es winkt das Erreichen des Final Four Mitte Mai. „Wir haben gute Chancen dabei zu sein. Eine volle ZF-Arena und eine ähnliche Leistung wie im Hinspiel und vielleicht noch ein bisschen Glück, und fertig ist das Weiterkommen“, meint Heynen. So einfach wird es nicht werden, weil auf der anderen Seite des Netzes eine Mannschaft steht, die das selbe Ziel hat und vor allem viel Qualität. Und trotzdem sind Sam Deroo (18 Punkte), Rafal Buszek (9) und Maurice Armando Torres (29) nicht unbesiegbar. Ein Weg, um die Partie für sich zu entscheiden, könnte für der VfB am Dienstag das Spiel über die Mitte sein. In Philipp Collin und Andreas Takvam haben die Häfler zwei Mittelblocker, die sehr effektiv sind. Was Vital Heynen davon hält? „Über Taktik“, sagte er am Donnerstag, „rede ich nur mit meinen Spielern, nicht in der Öffentlichkeit.“

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