VfB Stuttgart tritt auf der Stelle - enttäuschendes 0:0 gegen Aufsteiger Düsseldorf

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Wieder kein Sieg - der VfB bleibt auch nach dem vierten Spieltag ohne Dreier in der Liga.
Wieder kein Sieg - der VfB bleibt auch nach dem vierten Spieltag ohne Dreier in der Liga. (Foto: Imago)

Pechschwarz war die Nacht, dunkel der Stuttgarter Himmel, einzig die Stadionlichter tauchten das Grün in satte Farben und ließen über lange Zeit ein leichtes Hoffnungsglimmen erahnen, das der VfB mit dem 0:0 gegen Fortuna Düsseldorf jedoch weiterhin zu ersticken scheint.

Der Befreiungsschlag bleibt aus, die Stuttgarter können in der Bundesliga nicht gewinnen, blieben auch am vierten Spieltag ohne Dreier. Und an keinem war das nach dem Abpfiff besser abzulesen als an VfB-Trainer Tayfun Korkut, der wie versteinert an der Außenlinie stand und die dunklen Wolken über sich wohl deutlicher denn je spürt.

Gomez vergibt in Halbzeit eins

Und wie wichtig die Partie gegen die Düsseldorfer war, war dem VfB schon im Vorfeld durchaus bewusst. Nicht umsonst hatte Emiliano Insua von einem „sehr wichtigen Spiel gesprochen“, Sportvorstand Michael Reschke gar von einem „extrem wichtigen“, bei dem es nach einer Niederlage durchaus „Unruhe geben“ könnte.

Schlittert er in die Krise? VfB-Coach Tayfun Korkut.
Schlittert er in die Krise? VfB-Coach Tayfun Korkut. (Foto: Imago)

Eine Niederlage wars nicht, aber nach diesem über weite Strecken eher müden Auftritt gegen den Aufsteiger ist die Unruhe Gewissheit. „Ich habe Respekt vor der Leistung von Düsseldorf, die haben das sehr mutig gespielt.

Von uns war das teilweise wild, das hätten wir cleverer spielen müssen, zumal wir die drei Punkte gut hätten gebrauchen können“, sagte Torwwart Ron-Robert Zieler, der dem VfB mit einigen Glanzoparaden zumindet den Punkt gerettet hatte, hinterher bei Eurosport: „Wir müssen die Köpfe zusammenstecken und eine Einheit bilden, wir müssen Punkte holen.“

Ich habe Respekt vor der Leistung von Düsseldorf, die haben das sehr mutig gespielt. Von uns war das teilweise wild, das hätten wir cleverer spielen müssen, zumal wir die drei Punkte gut hätten gebrauchen können“

VfB-Keeper Ron-Robert Zieler

 

Begonnen hatten die Stuttgarter dort, wo sie in Freiburg aufgehört hatten – sie gingen aggressiv auf die Bälle und pressten früh. Auch der Abwehrverbund scheint weitgehend gefunden. Andreas Beck, Santiago Ascacibar, Timo Baumgarts, Benjamin Pavard – vier Abwehrsäulen, die nun wieder, zumindest größtenteils, sicher zu stehen scheinen. Dazu eine Offensive, die zwar Gefährlichkeit ausstrahlt, aber ihre Ladehemmung nicht nicht loswird.

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Mario Gomez, zuletzt beim 3:3 in Freiburg Doppeltorschütze, tauchte immer wieder vor Ex-Bayern-Torwart Miachel Rensing auf. Gomez rannte an, die Flanken flogen in den Strafraum, doch die Krönung blieb aus. Und so fehlt ihm Düsseldorf weiter in seiner Sammlung – die Fortuna ist der einzige Bundesligaclub, gegen den Gomez noch nie getroffen hat. Dass es mit 0:0 in die Pause ging, lag auch am von Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel angerührten Defensiv-Beton, auf dem aufbauend die Düsseldorfer auf den entscheidenden Konter warteten.

Wir müssen die Köpfe zusammenstecken und eine Einheit bilden, wir müssen Punkte holen.“

Ron-Robert Zieler

 

Und wäre es dazu beinahe in weiteren Verlauf gekommen, einzig Ron-Robert Zieler war es zu verdanken, dass die Triple-Chance (51, 53.) der Düsseldorfer den VfB-Himmel nicht vollends verdunkelt hätte. Auch danach blieb Düsseldorf in der zweiten Halbzeit das aktivere Team, belohnte sich jedoch trotz zahlreicher Chancen nicht. Zieler parierte in der Schlussphase dreimal (81., 83., 87.) weltklasse.

VfB-Kapitän Christian Gentner hadert - gegen die Fortuna verpasste der VfB den Befreiungsschlag.
VfB-Kapitän Christian Gentner hadert - gegen die Fortuna verpasste der VfB den Befreiungsschlag. (Foto: Imago)

Dennoch scheint die Situation bei den VfB-Spielern angekommen – der Einsatz stimmte, nur das Ergebnis wie derzeit so häufig nicht. Dass Korkut beinahe durchgängig die Linie entlangtigerte und dirigierte, brachte wenig für die Punkteausbeute.

Die Stuttgarter Torkrankheit, die in Freiburg überwunden schien, ist wieder da. Dass Anatasios Donis von den Fans bereits frenetisch gefeiert wurde als er zur Einwechslung trabte, stand sinnbildlich für die derzeit größte Hoffnung der Anhänger, die wieder einmal unerfüllt blieb. Am Schluss war es einmal mehreine Entäuschung. Der VfB bleibt, obwohl nicht alles schlecht war, am Ende der Tabelle. Damit wächst auch der Druck auf Trainer Tayfun Korkut.

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