VfB Stuttgart erkämpft 1:2 in St. Petersburg

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Im Eisschrank Petrowski-Stadion hat sich der VfB Stuttgart mit kühlem Kopf und Kämpferherz die Chance auf das Achtelfinale im UEFA-Pokal gewahrt. Der Tabellensiebte der Fußball-Bundesliga erzielte ein 1:2 (1:2) gegen Titelverteidiger Zenit St. Petersburg.

Nach der schnellen Führung vor 17 585 Zuschauern durch den Ex-Hannoveraner Szabolcs Huszti nach 97 Sekunden gelang Goalgetter Mario Gomez auf einem unwürdigen Geläuf der Ausgleich (15. Minute). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte traf der künftige Bayern-Star Anatoli Timoschtschuk zum Siegtor (45.+3). „Es liegt nur an uns. Wir müssen versuchen, mit unseren Fans im Rücken diesen Vorsprung wettzumachen“, meinte VfB-Teamchef Markus Babbel.

Trotz Lobs für die Mannschaft haderte er mit den Gegentoren: „Vom kämpferischen Engagement ein großes Kompliment, vom Ergebnis her bin ich nicht ganz zufrieden, weil die Tore meiner Meinung nach unnötig waren. Man darf sich nicht so leichtfertig diesen Erfolg wieder aus der Hand nehmen lassen.“ Seinem Team würde nun ein 1:0 in am 26. Februar daheim reichen, um in der nächsten Runde gegen Lech Posen oder Udinese Calcio anzutreten. Glück für den VfB: Im Rückspiel muss St. Petersburg auf Kapitän und Torschütze Timoschtschuk verzichten, er ist ebenso wie Radek Sirl gelbgesperrt.

Kaum war die Begegnung bei minus sechs Grad Celsius und Schneetreiben angepfiffen, wurden die Stuttgarter eiskalt erwischt. Einen Schuss von Igor Semschow konnte Ex-Nationalkeeper Jens Lehmann mit den Fäusten parieren, den Abpraller nutzte aber der sträflich frei stehende Huszti, der in der Winterpause nach St. Petersburg gewechselt war. Auf dem Fußball-Acker vermochten die Hausherren, deren Liga erst in dreieinhalb Wochen beginnt, nach ihrem starken Start nur bedingt ihre Qualitäten auszuspielen. Die Gäste, bei denen Nationalspieler Sami Khedira trotz Oberschenkelblessur von Beginn an eingriff, boten nach ihrem Fehlstart Petersburg immer besser Paroli.

Beruhigend wirkte der rasche Ausgleich durch Gomez. Mit links zog der in der Nationalmannschaft oftmals so unglücklich agierende Angreifer aus knapp 16 Metern ab - es war Gomez' achter Treffer im laufenden Europapokalwettbewerb und der 199. des VfB im UEFA-Cup. Als sich die Stuttgarter offenbar schon in der wärmenden Kabine wähnten, schlugen die Gastgeber jedoch erneut kaltschnäuzig zu.

Nachdem Thomas Hitzlsperger mit einem Distanzschuss keinen Erfolg gehabt hatte, zog auf der Gegenseite der bis dahin blass gebliebene Timoschtschuk aus halbrechter Position und 17 Metern ab - die Kugel schlug unhaltbar im Winkel ein. „Eigentlich dämlich, weil wir den Ball in der gegnerischen Hälfte haben und dann in einen Konter laufen“, monierte Sportdirektor Horst Heldt in der Pause im ZDF.

Nach dem Seitenwechsel konnte sich Heldt & Co glücklich schätzen, dass die Petersburger, allen voran Pavel Pogrenjak (47.), weitere Chancen nicht nutzten. Der VfB hielt dem Angriffswirbel stand, auch dank Lehmann, der acht Minuten vor dem Ende aus seinem Kasten eilte und gegen Huszti rettete. Die Chance auf den Ausgleich vergab kurz vor Schluss Gomez auf der Gegenseite.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen