VfB kommt mit Glück zum Derby-Sieg

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Stuttgarts Anastasios Donis (l-r), Mario Gomez, Dennis Aogo und Christian Gentner jubeln nach dem Tor zum 1:0. (Foto: dpa)

Derby-Sieg, Befreiungsschlag und auch noch die rote Laterne abgegeben. Besser hätte es für den VfB Stuttgart an diesem Samstagnachmittag nicht laufen können. Der 1:0 (1:0)-Sieg gegen den FC Augsburg blieb zwar spielerisch ebenfalls einigen Glanz schuldig, doch ist der in der aktuellen Situation der Cannstatter auch nicht unbedingt nötig. Was zählt sind Punkte und davon gab es zur Freude von Coach Markus Weinzierl gleich drei. Die Augsburger um Trainer Manuel Baum waren dagegen lange Zeit spielbestimmend, treten die Heimreise jedoch ohne etwas zählbares an.

Doch war der Beginn gleich auf mehreren Ebenen eher verhalten. Auf den Rängen blieb es ebenso ruhig wie auf dem Platz. Während sowohl die Augsburger als auch die Stuttgarter Fans in der ersten Halbzeit die lautstarke Unterstützung boykottierten, um gegen die Kommerzialisierung des modernen Fußballs zu demonstrieren, schienen sich die beiden schwäbischen Clubs ebenfalls erst einmal im Zurückhaltung üben zu wollen. 20 Minuten passierte wenig bis gar nichts, Mittelfeldgeplänkel dominierte bis dann die Gäste ihre ersten gute Aktion hatten. Ex-VfBler Julian Schieber war es, der im Strafraum auf Michael Gregoritsch ablegte. Der zieht ab, doch Ron-Robert Zieler war mit einer starken Reflex zur Stelle. Und plötzlich war Feuer in der Partie.

Klassische Rudelbildung

War trotz der Stille von den Rängen Derby-Atmosphäre vorhanden, präsentierte sich den Zuschauern gar eine klassische Rudelbildung. Weltmeister Benjamin Pavard ging nach einen leichten Schubser von Schieber an der Seitenlinie zu Boden, ein wildes Gerangel, doch der Bremer Schiedsrichter Harm Osmers bleibt diplomatisch, verteilt einfach Doppel-Gelb und weiter geht die Partie. Und der VfB? Legte wieder seine Offensivprobleme offen. Und doch, wie aus dem Nichts - Tor für die Stuttgarter. Anastasios, genannt Tassos, Donis stand in der 39. Minute genau richtig. Der Rückkehrer leitete die Aktion selbst ein, zieht von der Sechzehnerkante direkt ab und schiebt das Leder links unten an FCA-Torwart Andreas Luthe in die Maschen. Zack. Führung. Und schon lief es für den Brustring-Club. Und auch die Fans meldeten sich gemeinsam zurück. Die Anti-DFB-Rufe erschallten aus allen Kurven und so ging es mit 1:0 in die Halbzeit.

Dass Martin Hinteregger in der 56. Minute oder Andre Hahn (61.) nicht direkt den Ausgleich erzielten, dafür war wieder Zieler verantwortlich. Und auf der anderen Seite? Da blieben die Stuttgarter ihren überschaubaren Chancenkreationen treu, kamen durch den Ex-Augsburger Erik Thommy (82., 85.) noch zu zwei sehenswerten Aktionen, hofften ansonsten aber eher auf Konter, ihren Torwart und darauf, dass die Fuggerstädter weiter glücklos blieben. Und wurden am Ende auch nicht enttäuscht. Geschafft. Heimsieg.

 

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