VfB glänzt nicht, aber gewinnt

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 Setzten sich mit dem VfB Friedrichshafen knapp in Düren durch: David Sossenheimer, Philipp Collin und Daniel Malescha (von link
Setzten sich mit dem VfB Friedrichshafen knapp in Düren durch: David Sossenheimer, Philipp Collin und Daniel Malescha (von links). (Foto: Günter Kram)
Guido Jansen

Ein Ball hat am Ende den Unterschied gemacht. Es war ein Block des VfB Friedrichshafen gegen den Ex-Friedrichshafener Björn Andrae. Wegen dieses einen Balles bejubelte der VfB am Sonntagabend in der Volleyball-Bundesliga einen Auswärtssieg, der sich schwieriger gestaltet hatte als möglicherweise erwartet. 3:2 (25:22, 17:25, 25:23, 21:25, 15:13) gewann Friedrichshafen auswärts bei den SWD Powervolleys Düren.

Den Platz an der Sonne haben die Friedrichshafener allerdings wieder an die Alpenvolleys verloren. Schließlich bedeutet ein 3:2-Sieg zwei Punkte und nicht drei. Die wären aber nötig gewesen, um Erster zu bleiben. Für VfB-Trainer Vital Heynen war das aber kein Grund zum Ärger. „Wir haben Düren überlebt“, fasste Heynen am Ende in seiner ihm eigenen Art zusammen. „Wir waren in einem guten Spiel nicht besser, aber wir haben überlebt. Auch das hat was zu bedeuten“, lobte Heynen seine Mannschaft.

Zu überleben gab es beispielsweise Dürens Kraft. Die Powervolleys, die von mehreren Krankheiten geschüttelt sechs Spiele in 17 Tagen absolviert haben, hatten vor Sonntagabend vier der vergangenen fünf Partien verloren, immer mit einem Leistungsabfall zum Ende hin. Der passierte jetzt nicht. Im Gegenteil: Bis zum letzten Ball musste der VfB kämpfen.

Annahmefehler helfen dem VfB

18:15 führte Düren in Satz eins schon, weil Sebastian Gevert, Tim Broshog und Tomáš Kocian mit ihren Aufschlägen viel Druck ausübten. In der Folge waren es aber ausschließlich die Dürener, die gegen das taktische Service des VfB Probleme hatten. Drei Dürener Annahmefehler im Satzfinale brachten den VfB in Front.

Vor allem mit den Aufschlägen von VfB-Blocker Andreas Takvam hatten die Powervolleys Düren in dieser Phase große Probleme. Zudem konnte sich Dürens französischer Außenangreifer Florian Lacassie kaum gegen die starke Friedrichshafener Abwehr durchsetzen. Unter dem Strich war das Verhältnis aus starken Aufschlägen und wackligen Annahmen ein Minusgeschäft für Düren.

Anschließend änderte Düren mit seinem Block den Rhythmus des Spiels. Zwei krachende Broshog-Blockpunkte bedeuteten das 10:5 für Düren. VfB-TrainerVital Heynen hatte genug gesehen, ersetzte den Tschechen Jakub Janouch im Zuspiel durch den brasilianischen Routinier Rafael Redwitz – ohne Wirkung auf den Gegner. Zum 14:9 brüllte Gevert, weil er nach starker Abwehr selbst den Angriff im Feld der Häfler versenkte. Anschließend entdeckte auch Lacassie für sich die Härte im Angriff. Und als der Franzose einen Angriff des VfB-Sprungwunders Athanasios Protopsaltis spektakulär zum 19:12 blockte, war der Satz früh zugunsten der Powervolleys entschieden.

Jakub Janouch steigert sich

Ende des dritten Satzes wurde Dürens Gevert zum tragischen Helden. 22:19 führte der VfB, die Mittelblocker Philipp Collin und Jakob Günthör hatten den Vorsprung mit ihren Aufschlägen herausgespielt. Mit zwei wuchtigen Aufschlägen und einem kurz gedrehten Ball glich Gevert im Alleingang zum 23:23 aus. Zwei Bälle später wackelte Dürens Annahme aber erstmals seit längerer Zeit, Geverts aus der Not geborener Angriff verfehlte das Feld knapp und der VfB führte mit 2:1 nach Sätzen, um dann allerdings anschließend wieder Probleme mit dem Dürener Aufschlag zu haben. Broshog blockte zum 24:21, der Tiebreak sollte folgen.

Und in diesem war der VfB eben einen Ball besser – getragen von einem Bartłomiej Bołądź, dessen Angriffe Düren nie kontrollieren konnte, und von Janouch, der im dritten Satz auf das Feld zurückkehrte und sich steigern konnte. So wurden es doch noch zwei Punkte für den VfB.

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