VfB Friedrichshafen zieht in Bühl ins Play-off-Halbfinale ein

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 Applaus fürs Weiterkommen, aber nicht mit allem zufrieden, was er gesehen hatte: Friedrichshafens Trainer Vital Heynen.
Applaus fürs Weiterkommen, aber nicht mit allem zufrieden, was er gesehen hatte: Friedrichshafens Trainer Vital Heynen. (Foto: dpa)
Crossmedia-Volontärin

So richtig schien in Bühl keiner an einen Sieg zu glauben in diesem zweiten Play-off-Viertelfinale gegen den VfB Friedrichshafen. Mit großen Plakaten verabschiedeten sich die Bühler Fans von ihrem Trainer Ruben Wolochin – dem nach acht Jahren in Bühl der Vertrag nicht verlängert wurde. „Hier in Bühl steht diese Verabschiedung heute eigentlich im Mittelpunkt“, sagte der Redakteur der örtlichen Tageszeitung schon vor Spielbeginn. „Das Spiel wird Friedrichshafen wohl gewinnen.“

Und tatsächlich erledigte der Hauptrundenerste VfB Friedrichshafen seine Pflichtaufgabe und machte mit einem 3:0 (25:21, 27:25, 25:17) gegen den Tabellenachten aus Bühl den Einzug ins Play-off-Halbfinale der Volleyball-Bundesliga perfekt. Richtig glücklich sah VfB-Trainer Heynen nach dem zweiten Spiel der Best-of-Three-Serie trotzdem nicht aus. „Gut, dass wir gewonnen haben“, sagte er. „Aber wir haben heute nicht das gezeigt, was wir können. Wir müssen im Halbfinale unbedingt noch einen drauflegen.“

Dabei lieferten die Häfler von Beginn an das ab, was an diesem Abend alle von ihnen erwarteten: Sie lagen sofort vorne. Doch die Bühler kämpften, holten Bälle, die der gemeine Volleyballzuschauer längst im Geräteraum der Bühler Halle vermutet hatte – und sie punkteten. 21:21 hieß es schließlich auf der Anzeigetafel. Vital Heynen reagierte auf den Ausgleich mit einer Auszeit – und stoppte damit den Lauf des Gegners, der den VfB daraufhin davonziehen ließ. Michal Petras leitete mit seinem Aufschlag schließlich den Satzball ein, der zurückkam und von Andreas Takvam nach Zuspiel von Jakub Janouch lässig verwandelt wurde.

Die Nerven behalten

Im zweiten Satz gelang den Bühlern der Ausgleich schon zum Stand von 6:6. Wieder nahm Heynen eine Auszeit für Friedrichshafen. Wieder gelang es, den Lauf der Bühler zu stoppen. 11:16 stand es während der nächsten Auszeit. Doch erneut gelang es Bühl, ranzukommen. Friedrichshafen leistete sich einfache Fehler, und als der Ball Bartlomiej Boladz durch die Finger glitt und Bühl auf 18:19 verkürzte, wurde es zum ersten Mal richtig laut in der Halle. Doch Friedrichshafen behielt die Nerven, während Bühl den Häflern schließlich mit einem Aufschlagfehler zum dritten Satzball verhalf, den Philipp Collin mit einem Lob übers Netz verwandelte.

Und so war der dritte Satz aus Friedrichshafener Sicht nur noch Formsache. Die Häfler leisteten sich weiterhin kleinere Nachlässigkeiten, etwa als der Ball zum 11:11 nach Abstimmungsschwierigkeiten in der Annahme unnötig neben Andreas Takvam auf den Boden fiel. Doch wirklich gefährlich wurden die Bühler nicht mehr. 24:17 stand es, als Rafael Redwitz zum Matchball aufschlug, der schließlich unerreichbar vom Friedrichshafener Block absprang.

Der Gegner für das Halbfinale steht noch nicht fest. Sowohl zwischen Berlin und Düren als auch zwischen Frankfurt und Lüneburg steht es nach den Mittwochpartien 1:1. Die Entscheidungsspiele finden am kommenden Wochenende statt.

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